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Gaglioppo ist eine jener Rebsorten, die wesentlich mehr Aufmerksamkeit verdienen würden – doch dafür müsste man sie erst einmal kennen. Und auch wenn Francesco di Franco von A’Vita, der vermutlich beste Interpret der Sorte meint, dass er Signale einer Renaissance erkennt, weiß ich nicht wirklich, wo er sie ortet.

Gaglioppo ist eine uralte Sorte, eine der ältesten Italiens und manche meinen, dass sie die Basis des Krimisa war, jenes Weins, der den Siegern der antiken Olympischen Spiele zum Feiern eingeschenkt wurde. Krimisa war der alte Name von Cirò, einer kleinen Region in Kalabrien, die im Westen von der Sila, einem bis zu 1900 Meter hohen Gebirge und im Osten vom Ionischen Meer begrenzt ist. Vor knapp 2500 Jahren verpassten die Griechen dem Landstrich im äußersten Süden Italiens den Namen Enotria, Weinland, was keine  weiteren Worte der Erklärung bedarf.

Die Zeitläufte marginalisierten allerdings nicht nur Kalabrien, sondern auch seinen Weinbau und seine Rebsorten. Das führte zum einen zwar dazu, dass man Wein quasi ausschließlich für den Eigengebrauch produzierte, zum anderen machte man sich auch nicht die Mühe, internationale Rebsorten in die meist sandige Erde rund um Crotone zu setzen. Und so blieb Gaglioppo bis zum heutigen Tag die mit Abstand wichtigste Sorte von Cirò und ganz Kalabrien.

Gaglioppo hat diverse Attribute, die frappant an Nebbiolo erinnern. Ihre Farbe ist hell und geht oft schon nach kurzer Reifung leicht ins orange über, die Säure ist hoch und über mangelndes Tannin braucht man sich ebenfalls keine Gedanken machen. Beides ist wichtig, um dem ebenfalls hohen Alkohol in ein entsprechendes Gerüst zu packen. Die besten Varianten schmecken nach Weichseln und Ribisel, Blüten und Salz, sind fein und elegant. Neues Holz steht Gaglioppo genauso schlecht wie Nebbiolo, wobei man traditionell ohnehin fast durchwegs auf Zement setzt.

Gaglioppo ist in seinen besten Interpretationen exzellent, allerdings gibt es davon nicht allzu viele. Wer allerdings jemals die Möglichkeit bekommt eine Flasche von A’Vita, Sergio Arcuri, Cataldo Calabretta, Cote di Franze oder Assunta dell’Aquila zu erstehen oder zu probieren, sollte nicht lange überlegen.

Best of…

A’Vita: Calabria Rosato
A’Vita: Cirò Rosso classico superiore
Sergio Arcuri: Aris
Sergio Arcuri: Il Marinetto
Cote di Franze: Cirò classco superiore
Cataldo Calabretto: Cirò classico superiore riserva
Cataldo Calabretto: Cirò classico

 


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