La Distesa

La Distesa

La Distesa,
Via Romita 28
Cupramontana, Marche (Italy)
http://www.ladistesa.it/
distesa@libero.it
tel. 0731781230

Jahresproduktion: 12000
Rebsorten: Verdicchio, Malvasia, Trebbiano; Montepulciano
Rebfläche: 3,5 ha
Manuelle Lese: ja
Dünger: Kompost, biodynamische Präparate
Pflanzenschutz: Kupfer und Schwefel
Bio-Biodynamisch zertifiziert: nein
Direktverkauf: ja
Wohnmöglichkeit: ja

Corrado Dottoris Weingut La Distesa liegt im Herzen der Marken, dort, wo der Verdicchio wächst, eine der spannendsten autochthonen Weißweintrauben Italiens. Das Weingut ist klein, ganze drei Hektar sind mit Reben bestockt, insgesamt drei Weingärten, die Corrado vor einigen Jahren zu bewirtschaften begann. Das Ziel war von Anfang an klar, der Weg ebenso. Zum einen versuchte er die Monokultur soweit wie möglich zu brechen – in seinen Weingärten wachsen neben Verdicchio, Trebbiano und Malvasia auch Bohnen, Wicken, Erbsen und alle möglichen Wildpflanzen, zum anderen wird kaum gedüngt und einzig mit Schwefel und Minimalmengen Kupfer potenziellen Krankheiten vorgebeugt. Biodynamik wird nicht offiziell praktiziert, das 500er Präparat trotzdem gelegentlich ausgebracht. Dass man die Kleinheit des Betriebs nutzt, um möglichst wenig maschinell zu arbeiten (kaum Traktorfahrten durch den Weingarten, ergo keine erzwungene Bodenverdichtung) ist lobenswert, zudem macht es natürlich auch Sinn den interventionsarmen Weg im Weingarten auch  im Keller fortzusetzen.

Es wird also spontan und nicht temperaturreguliert vergoren und danach finden die Wein mindestens ein Jahr Zeit, um auf der Feinhefe ihr Gleichgewicht zu finden. Die beiden Verdicchi (Terre Silvate & Gli Eremi – einer der besten Weißweine Italiens) kommen danach in die Flasche (Schwefelung minimal und kurz vor dem Füllen), der Nur hält es im allgemeinen noch etwas länger im Fass aus (abhängig vom Jahrgang und dem Reifeverlauf). Letzterer hat, anders als die beiden reinsortigen Verdicchios, zum einen Trebbiano als Kompagnon und außerdem eine gute einwöchige Maischezeit hinter sich.

Hinter La Distesa, so Corrado Dottori, steckt vor allem der Wille einen Wein zu machen, der Terroir und Rebsorte so perfekt wie möglich widerspiegelt. Das behauptet die halbe Weinwelt von sich, doch da Corrados Ansatz ein dezidiert oppositioneller ist – nämlich nicht die Kriterien der internationalen Weinwelt zu erfüllen und alljährlich  austauschbare Produkte zu vinifizieren, ist hier das Vertrauen in die Intention um einiges größer. Um diesem Ziel näherzukommen verließ er nach seinem Wirtschaftsstudium Mailand, zog zurück in die Heimat und hörte sich vor allem auch bei den alten Winzern um, wie sie ihr Land bestellten. Das gegenwärtige Konzept sieht vor nicht größer aber noch besser zu werden und zudem den Weg des Weins – von sich, über den Händler, bis zum Konsumenten – einigermaßen im Blick zu behalten, Boden (v.a. Kalk) und Wetter weiterhin intensiv sprechen zu lassen und das finale Produkt so wenig wie möglich zu manipulieren.

Wer gerne sein Italienisch auf Vordermann bringen will, kann Corrados Werdegang und Gedanken zum Thema Wein ihn Buchform nachlesen. Non è il vino dell‘ enologo war in Italien ein erstaunlicher Erfolg und lohnt sich. Und wer sich dazu durchringt, beizeiten mal in die Marken aufzubrechen, findet bei ihm perfekte Übernachtungsmöglichkeiten. Cupramontana ist zudem Heimat von Alessandro Bonci von La Marca di San Michele und auch Alessandro Feninos Weingut Pievalta und die Fattoria San Lorenzo sind nicht weit.