Toskana

Die wichtigsten toskanischen Weinbauregionen

Chianti Classico
Chianti Rufina
Brunello di Montalcino
Carmignano
Montecucco (Sangiovese)
Val di Cornia
Vino Nobile di Montepulciano
Colline Lucchesi
Cortona
Maremma
San Gimignano (Vernaccia)
Colli di Luni
Morellino di Scansano

Ein paar Empfehlungen

BIANCO:
Fabbrica di San Martino
Fattoria Cerreto Libri
Macea: Bianco
Montesecondo: Tin Trebbiano (Amphore)
Altura: Ansonaco (mazeriert)
Massavecchia: Arinto (mazeriert)
Gualandi: Vinum Bianco
Colombaia: Bianco (mazeriert)

ROSSO

Il Paradiso di Manfredi: Rosso di Montalcino
Il Paradiso di Manfredi: Brunello di Montalcino
Le Chiuse: Brunello di Montalcino
Campo di Fonterenza: Brunello di Montalcino
Stella di Campalto: Rosso di Montalcino
Montesecondo: Tin Sangiovese
Montesecondo: Il Rospo (Cabernet Sauvignon)
Le Boncie: Le Trame
La Busattina: Terre
Macea: Pinot Nero
Pòdere di Concori: Pinot Nero
Fabbrica di San Martino: Rosso
Tenuta di Valgiano: Tenuta di Valgiano
Al Podere di Rosa: Chiesino Rosso
I Mandorli: Vigna dei Sugheri
Calafata: Levato di Majulina
Massavecchia: Berace
Massavecchia: Le Querciole
Podere Casaccia: Pugnitello
Podere Casaccia: Malvasia nera
Colombaia: Rosso Toscano
Campinuovi: Montecucco Sangiovese
Cerreta: Foglia Tonda
Fattoria di Bacchereto: Carmignano
Montenidoli: Garuli
Gualandi: Foglia Tonda
Fattoria Cerreto Libri: Podernovo
Fattoria Cerreto Libri: Chianti Rufina
Pane e Vino: Dodo

Dass die Toskana zu den bedeutendsten Weinbauregionen Italiens zählt, braucht man eigentlich nicht extra zu erwähnen. Dass es allerdings jenseits von Montalcino, Bolgheri und des Chianti noch weitere acht DOCG, 37 DOC, sechs IGT und eine überregionale DOC (die Colli di Luna gehen nach Ligurien über) gibt, kann man schon mal kurz sagen.

Denn die kennt schließlich kaum jemand. Wer hat schon mal was von den Colli Apuani gehört? Oder von Massa Marittima (wo sich eines der besten Weingüter Italiens befindet) oder Pitigliano? Im Grunde findet sich kein Fleck jenseits der Städte, wo nicht irgendwo Rebstöcke wachsen. Selbst die Inseln, so klein sie auch sein mögen, sind mit Wein bestockt – in Giglio stehen auf einem steilabfallenden Felsen Ansonaco Rebstöcke, aus denen die Familie Cafagna einen der großen Weißweine der Toskana vinifiziert, während sich auf der Gefängnisinsel Gorgona eine Handvoll Häftlinge um Vermentino und Ansonica kümmert.

Genau in diese Peripherien sollte man aber den Blick richten. Denn dort entstehen Weine, die autochthone Sorten, alte Weinbautraditionen und lange brachliegende Terroirs wieder in den Mittelpunkt rücken. Dass man dabei oft an den bisweilen absurden Bestimmungen der DOC-Konsortien vorbeiarbeitet, tut wenig zur Sache und hat in der Toskana gewissermaßen Tradition. Schon in den 60er Jahren riefen ein paar Aristokraten eine Revolution von oben aus. Sie hatten – nicht ganz unberechtigt – die Schnauze voll von dünnen Cuvées, die zwar Sangiovese als Basis hatten, dem jedoch verpflichtend weiße Sorten beigemengt wurden. Der Grund lag darin, dass wie fast überall in jenen Jahren der Ertrag absolute Priorität genoss und der beste Sangiovese-Klon derjenige war, der am meisten Trauben pro Stock tragen konnte. Die Folge waren Sangiovese-Versionen die unreifes Tannin mit zu viel Säure kombinierten. Man mischte also ein wenig Weißwein dazu, um sie weicher, runder und fruchtiger zu machen und verankerte den ganzen Unsinn auch gleich noch im Gesetz.

Da Aristokraten (Antinori, Frescobaldi etc.) bisweilen auf Gesetze nicht viel geben , positionierten sie sich auch damals jenseits der Paragraphen und ersetzten Vermentino und Trebbiano durch Merlot und Cabernet. Statt auf alte slawonische Fässer setzte man auf französischer Eiche. Auf ihre Kappen gingen dann Blockbuster wie Ornellaia, Sassicaia, Masseto & Co., hyperkonzentrierte und aufgeblasene Weine, die sich stilistisch an den Autos ihrer Besitzer orientierten. Für mehr als drei Jahrzehnte definierten sie was in der Toskana gut und vor allem teuer war und waren dabei mitverantwortlich für einen Trend, der vor allem auf Wucht und Opulenz setzte.

Der Mittelweg zwischen schlappen und dünnen Sangiovese und den heute als Supertuscans bekannten Monsterweinen wurde nur langsam ausgetreten, vornehmlich in Regionen, die klein strukturiert waren und in denen Weinbau zwar viel Geschichte aber wenig Zukunft hatte. Seit Anfang der 2000er Jahre jedoch hat sich die Entwicklung zu strukturierten und regionstypischen Weinen zunehmend beschleunigt. Weingärten wurden rekultiviert und neu ausgesetzt, vor allem aber wurde die Bewirtschaftungsweise geändert – die Toskana hat heute die größte Dichte an biodynamischen Winzern in Italien. Die Erträge wurden auf ein vernünftiges Maß gesenkt und man machte sich daran, sukzessive das Potenzial heimischer Rebsorten auszuloten – allen voran die des Sangiovese aber immer öfter fanden sich auch wieder Canaiolo, Colorino, Ciliegiolo, Alicante, Pugnitello, Aleatico, Foglia Tonda… in den Cuvées (und gelegentlich auch reinsortig). Mindestens so wichtig wie die Arbeit im Weingarten, waren die Veränderungen im Keller, wobei man vorsichtig alte Traditionen (Zementzisternen, Holzfässer, längere Maischestandzeiten bei Weißweinen, kürzere bei Rotweinen, spontane Vergärung, Ganztraubenpressung) mit neueren Erkenntnissen (kürzere Ausbauzeiten, schonendes Pressen) verknüpft und sie zudem noch den individuellen Bedürfnissen anpasst.

Die können sich in der Toskana gewaltig unterscheiden. In den Colline Lucchesi und der Garfagnana trifft man auf Durchschnittstemperaturen und eine Geologie, die mit den Bedingungen in Montepulciano so gut wie gar nichts zu tun haben. Die Maremma wiederum ist ein Universum für sich, liegen doch zwischen den niedrigsten Weingärten an der Küste und den höchsten in den Hügeln gut 500 Meter. Das Chianti ist so unterschiedlich, dass es neben dem Chianti Classico noch sechs weiter Chiantiappellationen gibt. Weinbau auf den Inseln wiederum ist vom Meer geprägt, Weinbau in den Bergen um Arezzo vom Apennin.

Bei allen Winzern jedoch scheint der Wunsch immanent, ihren Weinen wieder eine regionale Identität mit auf den Weg zu geben. Der – längst verlorengegangene – Bezug zur heimischen Küche wird wieder angestrebt, womit Eleganz, Bekömmlichkeit und Trinkfluss auch wieder entsprechendes Gewicht bekommen. Große Weine haben sich in diesem Meer an Ansätzen und Regionen in den letzten Jahren fast zwangsläufig ergeben. Und es werden immer mehr.

WINZER

Macea (Garfagnana/Colline Lucchesi)
Podere Concòri (Garfagnana/Colline Lucchesi)
Fabbrica di San Martino (Colline Lucchesi)
Al Podere di Rosa (Colline Lucchesi)
Tenuta Valgiano (Colline Lucchesi)
Calafata (Colline Lucchesi)
Terre a Mano – Fattoria di Bacchereto (Carmignano)
Az. Agr. Castel del Piano (Lunigiana)
Az. Agr. I Botri di Ghiaccioforte (Maremma)
I Mandorli (Suvereto)
Macchion dei Lupi (Suvereto)
Podere la Cerreta (Suvereto/Sasseta)
Buondonno (Siena)
Caiarossa (Pisa)
Pacina
Campo di Fonterenza (Montalcino)
Il Paradiso di Manfredi (Montalcino)
Tunia
Amerighi Stefano
Casale (Florenz)
La Mercareccia (Pisa)
Podere Alberese (Siena)
Podere Anima Mundi (Pisa)
Colombaia
Fattoria Mainoni Guicciardini
La Busattina
La Piana
Le Calle
Massa Vecchia
Montesecondo
Il Casale
Fontodi
Voltumna
Altura
Terra d’Arcoiris
Podere 414
Sassotondo
Campinuovi
Cosimo Maria Masini – Tenuta di Poggio
Podere Le Boncie
Podere Sante Marie
Società agricola Poggio Concezione
Fattoria Cerreto Libri
Fattoria di Caspri – Toskana
Fattoria Castellina
Stella di Campalto (Montalcino)
San Polino (Montalcino)
Poggio Trevalle
Pian dell’Orino (Montalcino)
Podere Casaccia
Il Calamaio
Sagona
L’Erta di Radda
Caparsa
Val delle Corti
Il Poggerino
Istine
Borgaruccio

DIE WINZER AUS DER TOSKANA

massavecchia-keller

Massavecchia ist ein Monument in der italienischen (Natur)weinszene. Nicht nur aufgrund der Tatsache, dass hier seit Jahrzehnten (1983 wurde das Weingut gegründet) ohne chemische Mittel gearbeitet wird, sondern auch aufgrund ihrer Weine, die fast alles, was es an vergorenem Traubenmost in der Toskana, in Italien und auf der Welt gibt, in den Schatten stellt… weiterlesen

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Le Boncie: Ganze 5 Hektar nennt Giovanna Morganti ihr Eigen, doch was auf diesen paar Hektaren passiert, sucht seinesgleichen in der Rebenwelt des Chianti Classico. Nicht dass man es hier mit traditionellem Besitz zu tun hätte oder steinalte Rebstöcke für extravagante Superlative sorgen würden. Das Gegenteil (mit Ausnahme des Superlativs) ist der Fall…. weiterlesen

Calafata

Calafata ist zuallererst ein Weingut – doch darf man daran auch ein paar Attribute hängen: biologisch (zertifiziert) & biodynamisch (teils praktiziert) beispielsweise, zwei Wörter, die zumindest für manche (mich) einen fundamentalen Stellenwert haben. Kulturell & Konservierend. Radikal & Innovativ. Entscheidende Bedeutung im Selbstverständnis und in der legalen Formation von Calafata allerdings hat das Wort SOZIAL… weiterlesen

I Mandorli
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La Busattina

I MANDORLI: Maddalena Pasquetti ist eine lebhafte, lustige und enthusiastische Frau. Jenseits ihrer Ausgelassenheit ist sie allerdings auch von Prinzipien getrieben, über die sie auch gerne Auskunft gibt. Über den Vigna alla Sughera beispielsweise: Sangiovese in purezza, spontanvergoren, keine Enzyme, keine Stabilisatoren, kein Konzentratoren, keine Schönungen, keine Filtration, kein Schwefel – ein großes Nichts also bzw. Sangiovese in purezza eben… weiterlesen

Fabbrica di San Martino: Ganze 2,2 Hektar bewirtschaften Giuseppe Ferrua und seine Frau Giovanna Tronci in den Hügeln nördlich von Lucca (DOC Colline Lucchesi), wobei Wein nur ein kleiner Bestandteil des 20 Hektar großen Anwesens ist – Olivenöl kommt ein ähnlicher Stellenwert zu, der Rest ist Wald und ein Agriturismo, dessen Zimmer in dicken, altehrwürdigen Mauern aus dem 18. Jahrhundert untergebracht sind… weiterlesen

LA BUSATTINA: Der Begriff der Ganzheitlichkeit ist ein wesentlicher Bestandteil in der Gedankenwelt der Biodynamik. Nur wenige leben dieses Konzept in solcher Konsequenz wie Emilio Falcone auf seinem Gut La Busattina, hoch oben in den Hügeln der Maremma. Es ist ein karges Territorium, dass sich Emilio für sein landwirtschaftliches Projekt ausgesucht hat, doch auch eines, auf dem eine Umsetzung seiner Ideen perfekt möglich war… weiterlesen

cantina
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Cipriano/Macea

Le Chiuse: Die Geschichte von Nicolò Magnelli und Simonetta Valianis Weingut Le Chiuse ist neu und reicht doch zurück in die Urzeiten der Biondi-Santis, den Gründervätern des Brunello, von denen Simonetta Valiani, abstammt. Die pflanzten dort, wo das junge Paar heute seine Weingärten besitzt, schon vor Generationen Sangiovese aus und glaubt man der Geschichte  einst, dass es speziell diese, ihre Lagen sind, die die ganz großen Riservas ergeben…weiterlesen

Campinuovi: Daniele Rosellini und Nadia Riguccini haben nach langer Suche ihr ideales Umfeld an den Hängen des Monte Amiata gefunden, der in die Region Montecucco fällt. Beide haben ihre Wurzeln in der Toskana und auch wenn sie seit jeher dem Land verbunden waren, bedeutete für beide ein eigenes Weingut einen Sprung ins kalte Wasser… weiterlesen

Macea: Wer den vielleicht besten Pinot Nero Italiens probieren will, sollte Spuren lesen können und abseitige Wege nicht scheuen: zuerst von Lucca in Richtung Norden losfahren, hinein in das Valle del Serchio und die Garfagnana, den alpinsten und unbekanntesten Teil der Toskana und in Borgo a Mazzano, kurz vor der Teufelsbrücke nach links und hinauf in die Hügel abzweigen. Wer Glück hat sieht nach ungefähr einem Kilometer ein sich nach unten neigendes Hinweisschild: Macea, in Tarnfarbe, handgeschrieben…  weiterlesen 

il-paradiso
Podere Concori
botri-veduta

Il Paradiso di Manfredi: Manfredis Paradies ist klein. Aber das haben Paradiese vermutlich so an sich. Das erste Paradies war ja auch nur für zwei Personen, eine Schlange und einen Garten samt Apfelbaum konzipiert. Manfredis Paradies umfasst 2,5 Hektar. Anstatt des Apfelbaums pflanzte er Sangiovese Grosso, den speziellen Sangiovese-Biotypus, der im nördlichen Teil von Montalcino für die feine, ziselierte Textur und die roten Fruchtaromen (im Süden des Montalcino wird es opulenter und dunkler) mitverantwortlich ist… weiterlesen

Podere Còncori: Gabriele da Prato kommt nicht nur das Verdienst zu, exzellente Weine zu keltern, er hat gleichzeitig eine Region zum Leben erweckt, von der man im Laufe der nächsten Jahre immer wieder hören wird.
Die Garfagnana wurde nach dem zweiten Weltkrieg sukzessive verlassen – die Landwirtschaft auf ein Minimum reduziert, da man in der Ebene billiger und mehr produzieren konnte… weiterlesen

I Botri di Ghiaccioforte: Giulia Andreozzi und Giancarlo Lanza erwarben 1989 ein paar Hektar Land in den Hügeln der südwestlichen Toskana. „I Botri“ ist seit 1994 biologisch zertifiziert und hätte man davor schon die Möglichkeit gehabt, wäre man schon 1989 zertifiziert gewesen. Was durchaus erstaunlich ist, trägt Lanza doch den Titel eines Doktors für Önologie und Landwirtschaft und die sind im Allgemeinen nicht zimperlich, wenn es um die Anwendung „innovativer Techniken“ geht… weiterlesen

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Cerreto Libri: Andrea Zanfei ist zwar kein Winzer des klassischen Schlags, das ändert aber nichts daran, dass er Weine keltert, die klassisch und paradigmatisch für eine Region stehen. In seinem Fall und in dem seiner Frau Valeria Baldini Libri, der eigentlichen Besitzerin des Weinguts ist das das Chianti Rufina, jener Hügelkette im Osten von Florenz, das heute eindeutig im Schatten des Chianti Classico steht…. weiterlesen

colombaia 1

Colombaia ist ein relativ junges Projekt, das in den 1970er Jahren in den Hügeln des Colle Val d’Elsa etwas südlich von Florenz seinen Ursprung hat. Obwohl man sich relativ nahe an San Gimignano befindet, ist man vielmehr den Traditionen des Chianti verpflichtet, ohne auch nur einen Wein zu keltern, der den Namen der Region trägt… weiterlesen

podere casaccia 2

Podere Casaccia: Erst Botticelli, danach eine Flasche Pugnitello. Roberto Moretti und Lucia Mori kriegen beides ganz entspannt in ein paar Stunden hin. Ihr Weingut, die Podere Casaccia, liegt so nah am Zentrum vom Florenz, dass sie sogar das Auto zu Hause lassen können. Ein zehnminütiger Spaziergang, vorbei an Olivenhainen, einem kleinen See, ein bisschen Wald und ein paar Rebstöcken bringt sie hinunter zur Stadtbahnstation im Vorort Scalette… weiterlesen

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