Castello di Lispida

Via IV Novembre 4
IT- 35043 Monselice
Tel: 0429 780530
www.lispida.com
infos@lispida.com

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Die Colli Euganei gehören zur terra incognita Italiens. Selbst geeichte Weintrinker und-wisser können mit den Hügeln südlich von Padua oft wenig anfangen, was unter anderem daran liegen mag, dass es dort ausnahmsweise mal keine lokale Leitsorte gibt. Merlot gibt den Takt vor, und dort wo die wurzelt, kann Cabernet S. und F. nicht weit sein. Ergänzt wird das alles von Sangiovese, viel Tokai, Barbera, Moscato, Riesling, Chardonnay usw., kurz ein eigenwilliges Sammelsurium an Rebsorten, von denen man vermutet, dass sie woanders besser wachsen und schmecken würden.

Diese Vorurteile werden gleich mehrfach Lügen gestraft (allen voran durch Monteforche, Farnea, Ca´Orologio und die Vignale di Cecilia) und auch das Castello di Lispida nahe Monselice eröffnet die Möglichkeit, Abbitte zu leisten. Wobei es im ersten Moment so scheint, als hätte man sich in der Adresse geirrt – vor dem Schloss (es ist wahrhaftig eins) parken schicke Autos und vom Innenhof donnert einem die Karaokearie einer Hochzeitsfeier entgegen. Da das Schloss groß ist und wir uns auch mit einem kleinen Winkel im Keller zufrieden geben, stören wir nicht und kriegen Wein und Worte serviert: Castello di Lispida ist so alt wie die alten Klöster des Burgunds und da es früher auch ein Kloster beherbergte, wurde ebenfalls schon im Mittelalter Wein kultiviert. Die Techniken mögen sich in der Zwischenzeit zwar teilweise geändert haben, vieles scheint aber auch gleich geblieben zu sein. Gedüngt wird nicht und chemische und systemische Mittel wurden schon vor über zwanzig Jahren aus dem Weingarten verbannt, als man sich immer mehr natürlichen Anbaumethoden annäherte. Heute werden die sechs Hektar Weingärten biodynamisch kultiviert, man setzt auf eine möglichst variable Biodiversität und eine reichhaltige Fauna. Die Böden (und das sollte auch diejenigen, die keine Lust auf Merlot etc. haben, kurz aufhorchen lassen) sind vulkanischen Ursprungs, die Kalkeinschlüsse und Fossilien wiederum sind einem Urmeer geschuldet. Die Rebzeilen sind dicht gesetzt, die Stöcke sind meist noch jung.

Vinifiziert wird quasi interventionsfrei, es wird  weder geschönt, filtriert, geschwefelt oder was einem sonst so einfallen könnte. Dafür landet ein Teil der Tokaiernte in ein paar unterschiedlich großen Amphoren (und das schon seit gut einem Jahrzehnt, also bevor der große Boom einsetzte) bleibt dort für sechs Monate auf den Schalen, wird dann abgezogen und wandert dann wieder zurück in die Amphore. Eine exzellente Ribolla/Tokai Cuvée (Terralba) ergänzt das weiße Sortiment, rot gibt es neben Merlot und (noch besser) eine Merlot/Sangiovese Cuvée, die 18 Monate lang in großen Holzfässern zubringt. Und als krönenden Einstieg und Abschluss hat das Castello einen ungefilterten, in der Flasche vergorenen und undosierten Tokai Spumante, wegen dem es sich schon lohnen würde, in die Colli Euganei aufzubrechen.

Jahresproduktion: 20000 Flaschen
Rebsorten: Tokai, Ribolla Gialla; Sangiovese, Merlot
Rebfläche : 6 Hektar
Reberziehung: Guyot
Rebstockalter:ca. 20 Jahre
Manuelle Lese: ja
Dünger: nein
Pflanzenschutz: Kupfer und Schwefel
Biolodynamisch: ja
Direktverkauf:ja
Wohnmöglichkeit: ja
On the road: selten aber immer dann, wenn Triple A zur Verkostung ruft

Weine:

Lispida H Brut

Terralba

Amfora

Terraforte