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Zöhlhof
Fam. Unterfrauner
Untrum 5 · I – 39040 Feldthurns
Tel. + Fax: +39 0472 847 400
mobil +39 335 130 57 28
info@zoehlhof.it
www.zoehlhof.it

Die Feldthurner Berge sind die Heimat von gleich drei bemerkenswerten Winzern (Zöhlhof, Garlider, Radoar), die aus Sylvaner, Veltliner, Zweigelt, Pinot, Traminer und Müller-Thurgau, Kerner beeindruckende Weine keltern. Alle drei arbeiten biologisch, teilweise biodynamisch und der erste zu dem ich hinaufgetreten bin, Josef Unterfrauner vom Zöhlhof, sogar bio-homöo-dynamisch. Da ich selbst nicht die geringste Ahnung hatte, was das eigentlich sein soll, hier in aller Kürze die Erklärung von Josef (die Langversion gibt es ein andermal): die Biohomöopathie ist eine von Enzo Nastati (ehemaliger Boss von Demeter Italien) kreiierte Erweiterung der biodynamischen Arbeitsweise. Nastati untersuchte die üblichen Präparate und ihre Wirkungen über Jahrzehnte und entwickelte sie teilweise weiter, kombinierte das „biodynamische Bewusstsein“ mit den Methoden der Homöopathie. Wesentliche Unterschiede tauchen aber vor allem in einer Neuinterpretation der kalendarischen Abläufe auf: entscheidend sind dabei u.a. die sogenannten Warmnächte um Weihnachten, die am 22. Dezember beginnen und an denen über 13 Tage Präparate ausgebracht werden. Zudem versucht Nastati – wenn ich das richtig verstanden habe durch Bäder ein Stärkung der Samen herbeizuführen, durch die sie freiwillig (und somit anders als zum Beispiel bei genetisch manipulierten Samen) verschiedene Botschaften an die Pflanzen weiterleiten. Dabei wird versucht, und das scheint mir entscheidend, die Pflanze (den Rebstock) auf stets neue Umweltbedingungen einzustellen, sie also kräftiger und widerstandsfähiger zu machen (das versucht allerdings auch die Biodynamik).

Zurück zum Zöhlhof: macht man aus dem Ö ein O und aus dem H ein L dann hat man einen Zollhof – und genau das war die ursprüngliche Intention des Hofes, als er im 14. Jahrhundert errichtet wurde. Das Gebäude, das einst der Erhebung von Taxen diente, steht heute noch vollends intakt. Direkt dahinter liegen Josefs Weingärten, zweieinhalb Hektar, die ebenfalls weit in die Vergangenheit zurückreichen. Über Generationen wurden an den steilen Hängen Reben ausgesetzt und ein paar Relikte der Vergangenheit haben sich bis in die Gegenwart gezogen: so hat Josef eine Anlage mit alten Portugieserstöcken, die noch in Pergola erzogen werden, die vermutlich einzigen die es im Eisacktal noch gibt. Der Rest der Rebenwelt ist weiß, Müller-Thurgau, Sylvaner und Traminer wurzeln in den schiefrigen Böden, die aufgrund ihrer Porosität bewässert werden müssen (speziell die jungen Stöcke).

Während die spätmorgendliche Sonne langsam die südseitige Terrasse komplett okkupiert, schenkt Josef seinen Müller Thurgau ein, der um diese Uhrzeit genau das richtige ist – lebendig, steinig, leicht und straff – und erzählt ein wenig detaillierter von seiner Herangehensweise im Weingarten: die Weingärten sind durch die Bank mit von ihm zusammengestellten Saatmischungen begrünt, gedüngt wird – wenn überhaupt – mit Gesteinsmehl, die Präparate werden, wenn möglich, dem bio-homöodynamischen Kalender entsprechend ausgebracht. Biologisch arbeitet Josef übrigens seit 1994, er gehört also definitiv zu den Pionieren des Südtiroler Bio-Weinbaus. Das war zu Beginn keineswegs einfach, es gab kaum Erfahrungswerte und man musste stets aufs Neue ausprobieren und Fehlschläge einstecken, von der üblen Nachrede und den schiefen Blicken ganz zu schweigen.

Josef ging seinen Weg freilich konsequent weiter und Weine wie der Aurum, eine Cuvée aus Müller-Thurgau, Sylvaner und Gewürztraminer sind beredtes Beispiel dafür, dass er angekommen ist. So wie auch der dritte Wein in seinem weißen Dreigestirn, der Gewürztraminer, der stoffiger und naheliegenderweise aromatischer ist als die anderen beiden Weine und trotzdem die klassisch-steinigen Noten der Feldthurner Bergweine in sich trägt. Ausgebaut werden die Weißweine allesamt im Edelstahltank, die Gärung beginnt stets spontan und erst wenn sich die Weine um einiges über zwanzig Grad erwärmen, überspült und kühlt er die Tanks mit kaltem Wasser. Danach bleiben die Weine erstmal auf der Feinhefe und werden beim ersten Abzug dezent geschwefelt (20mg). Bisweilen war es das auch, manchmal kommt vor der Füllung noch einmal eine ähnliche Menge hinzu.

WEINE

Gewürztraminer
Aurum
Regius

Jahresproduktion: 10000 Flaschen
Rebsorten: Gewürztraminer, Sylvaner, Portugieser
Rebfläche: 2ha
Manuelle Lese: ja
Dünger: ja
Pflanzenschutz: Kupfer und Schwefel
Biologisch: ja
Direktverkauf: ja
Wohnmöglichkeit: nein