Vignai da DulineChardonnay

Dichtung: tief, dunkel und würzig, salzig, saftig und mineralisch wie alles, was aus dem Ronco Pitotti, der Paradelage der Duline kommt. Kraftvoll und konzentriert, ein wenig Holz, ein paar Blüten, ein paar reife, gelbfruchtige Noten, alles in Andeutungen, alles im perfekten Gleichgewicht. Texturiert und mit reifer und doch vitaler Säure.

Wahrheit: ein junger Weingarten, mit der jüngste der Vignai da Duline, 1984 ausgesetzt, also gerade mal 30 Jahre alt. In gewisser Hinsicht ein Tribut an die großen Chardonnays des Burgunds und würde man ihn blind bekommen, wäre die Blamage nicht wirklich groß, würde man ihn zwischen irgendwelchen Premier Crus positionieren. Kalk spielt auch hier eine nicht unwesentliche Rolle, Mergel und Ton kommen allerdings ebenfalls dazu. Die Erträge sind minimal, die Lese ist im Allgemeinen erst im späteren September. Ausgebaut wird der Chardonnay vor allem in Barriques, wobei der Anteil der gebrauchten Hölzer den der neuen stets übersteigt. No clarifying, no filtering und lediglich ein wenig SO₂.

Pinot Grigio

Dichtung: Steinig, salzig, glasklar, ziegelrot – das ist die Basis. Darüber, darauf, daneben und darunter betten sich schichtenweise Aromen, rotbeerige genauso wie herbstliche, Blüten genauso wie Würze. Fett & saftig, lang, dicht und fokussiert, große Klasse, vor allem dann, wenn man es ein wenig gewichtiger mag.

Wahrheit: der klassische Gegenentwurf zu dem simplen Gschloder, das man sonst so gerne (oder eben nicht) mit Pinot Grigio aus dem italienischen Norden verbindet. Und das, obwohl man sich von der Alkoholgradation her kaum unterscheidet. Vielmehr als 12,5 % Alkohol findet man selten in den Weinen der Vignai da Duline, in Ausnahmejahren (2011) kratzt man an den 13,5%. Die Lese ist früh, die Trauben sind trotzdem hochreif. Grund dafür ist ein seit 1979 dezidiert biologisch kultivierter Weingarten steinalt, mit wenigen dafür kerngesunden Trauben. Der Boden ist kalkdurchsetzt und tonhaltig, die Exposition gönnt den Trauben viel Sonne. Der Ausbau findet in 1200 Liter-Holzbottichen statt, eingegriffen wird einzig und allein vor der Füllung, wenn minimal geschwefelt wird.