piccinin-muniDaniele Piccinins Kellerarbeit ist von ähnlich rigorosen Vorstellungen geprägt, wie seine Tätigkeiten im Weingarten. Drei seiner vier Weine sehen keine Schwefelbeigaben, er filtert und schönt nicht, verlässt sich bei der Gärung auf wilde Hefen und im Ausbau auf gebrauchte Barriques und große Holzfässer. Die weißen Weine erfahren allesamt eine kurze bis zum Gärstart dauernde Mazeration erst dann werden sie abgepresst – das ergibt eine kompakte Struktur ohne zuviel Gerbstoffen. Allen Weinen immanent ist ein elegante, knackige Struktur, komplexe Aromanoten, Finesse und Länge.

Seid 2014 bereichert der Quattrovento, zweifellos einer der besten Schaumweine Italiens Danieles Sortiment. Basis ist naheliegenderweise die Durella, die dem Wein Temperament, Druck und Biss mit auf den Weg gibt. Die Säure strukturiert, der zweijährige Hefekontakt sorgt zudem für ein paar brotige Aromen und verleiht dem Quattrovento zusätzlich Textur. Man sollte sich am besten gleich ein paar Kartons davon sichern, zum einen weil der Daniele preislich tief stapelt zum anderen weil der Quattrovento definitiv über die nächsten Jahre noch zulegen wird.

Ebenfalls in der Spitze italienischer Weine, diesmal in Weiss, kann man den Montemagro verorten. In grossen Holzfässern ausgebaut, ist der reinsortige Durella steinig und kalkig in der Nase und ein exemplarischer Ausdruck seines Bodens. Frucht entwickelt sich nur zaghaft, warum auch, es gibt neben den steinigen Noten auch noch ein paar feine Kräuternoten. Am Gaumen streng, straff, lebendig und kompakt. Zieht sich kompromisslos bis auf den Gaumen und darüber hinaus. So gut, dass es ihn zu meiner Hochzeit gab.

Der höchste Weingarten von Daniele und vermutlich einer der höchsten des gesamten Veneto liefert die Basis für seinen Pinot Nero. Auf 500 Meter und einem Kalksockel hat er die Rebstöcke gepflanzt, die Reben sind jung und werden seit Anbeginn biodynamisch kultiviert. Im Keller setzt die Gärung spontan ein, die Mazerationszeit ist eher kurz, um den feinen Fruchtaromen mehr Platz zu bieten, danach wandert der Wein für ein Jahr in gebrauchte Barriquefässer; der Wein wird weder gefiltert, noch geschönt, einzig viel Pinot und 41mg/l SO₂ stehen auf der Habenseite. Pilze, Waldluft, vor allem aber eine dichte, frische eher dunkle Fruchtnote, ein wenig Eisen und Leder sind vorherrschende, am Gaumen wird es frisch und spielerisch und insgesamt ist das eine extrem erfreuliche Kombination aus Substanz und Leichtigkeit, lebendig, mineralisch, gute Länge.

Chardonnay ist im Bianco de Muni die eine Seite der Medaille, Durella die andere, beide liefern paritätische 50% in den Wein. Der Weingarten liegt über Muni, einem Flecken mit drei Häusern, und liegt auf knapp 500 Metern. Kalk bildet den spürbaren Untergrund, die Rebstöcke sind jung, der Weingarten wird seit jeher biodynamisch bewirtschaftet, im Keller wird gerebelt und solange mazeriert bis die Gärung einsetzt, dann wird sofort abgepresst und durchgegoren. Keine Filterung, keine Schönung, keine Temperaturkontrolle (da oben ist es ohnehin ordentlich kalt), Ausbau für ein knappes Jahr in gebrauchtem Holz, minimale Schwefelung am Ende (23mg/l).

All das manifestiert sich in kalkige Noten, Limetten, frischen grünen Kräutern (allerdings nicht auf unreifen Trauben basierend). Frisch und leicht, einfach aber nicht banal, schlank und elegant, Steinobst mit einer fein salzigen Note. Passt bestens zu Süßwasserfischen.