TaiRossoPietrobianco

Dichtung: Reife Apfelnoten, steinig, Kräuter, frisch, saftig, leicht, druckvoll, extrem animierend, bündig und kompakt mit dezentem aber reifem Gerbstoff, nachhaltig am Gaumen; mit Muscheln ein Fest.

Wahrheit: Danieles Cuvée ist ein erstaunlicher Wein. Pinot Bianco und Tokai quasi unplugged. Kein Schwefel, kein Filtern, spontan vergoren, Ganztraubenpressung usw., im Stahltank auf der Feinhefe ausgebaut und alles in allem sensorisch extrem befriedigend, ein toller, leichter, eleganter Repräsentant totaler Nichtintervention. Und weil er nicht viel getan hat, außer akribisch zu beobachten, gibt es nicht viel zu sagen, außer dass er einer der drei Weine unseres Hochzeitsfest war und nichts, aber auch kein Schluck, für spätere Gelegenheiten übrig blieb.

Tai Rosso

Dichtung: Kirschen bestimmen den ersten Eindruck, Zimt und Rosen gesellen sich dazu. Am Gaumen ist der Tai frisch, saftig, spielerisch, der perfekte Weine für die kühleren Nächte der warmen Jahreszeiten, nicht komplex aber nie banal, leicht gekühlt (14°C) am allerbesten, in all der Frische doch auch persistent und lang.

Wahrheit: Die Ungarn haben mit ihrem Beharren den Namen Tokaji und alle gleichklingende Wörter (Homonym) für sich zu vereinnahmen, die Winzer Norditaliens und Sloweniens in gröbere Not gebracht. Die Friulaner und Slowenen nennen ihren Tokaj jetzt gelegentlich Jakot (Palindrom), die Winzer der Colli Berici haben aus Tokai Rosso und Bianco, die Akronyme Tai Rosso/TaiBianco gemacht. Tokai/Tai Rosso ist gleichbedeutend (Synonym) übrigens mit dem sardischen Cannonau, der wiederum die gleiche DNA wie Grenache hat usw.

Daniele Portinaris ist ein Verfechter der Mikrointervention und deswegen sieht sein Tai Rosso im Weingarten lediglich ein wenig Schwefel und Kupfer, im Keller nur altes Holz, wilde Hefen und ganz zum Schluss 16mg/l Sulfite.