IL CHIESINO BIANCO 2014

Rebsorte: Trebbiano (70%), Vermentino (30%)
Mazeration: ja, ein Tag
Hefen: wilde
Gärung: ohne Temperaturkontrolle
Ausbau: in gebrauchten Barriques
Schönung: nein
SO₂ total: 18 mg/l
Gefiltert: nein

Dichtung: Blüten, Haselnüsse und Heu machen den Anfang, ehe man langsam ein paar zurückhaltende Fruchtnoten wahrnimmt. Am Gaumen legt sich ein bisschen Salz auf Zunge und Zahnfleisch und die Fruchtnoten werden ein wenig intensiver aber nie aufdringlich. Zudem wird es druckvoll, saftig und ein wenig Tannin macht sich ebenfalls bemerkbar. Elegant, bekömmlich und kompakt.

Wahrheit: Trebbiano macht mit 70% den Löwenanteil aus, dazu gesellen sich noch 30% Vermentino. Wer glaubt, dass man aus Trebbiano keine ordentliche Weine machen kann, ist genauso am Holzweg, wie die Leute, die vor ein paar Jahrzehnten meinten, dass Veltliner nur für saure Heckenklescher reicht. Man muss dafür zwar den Ertrag minimieren und etwas später lesen und möglichst im Weingarten ordentlich arbeiten, doch tut man das (und auf der Podere di Rosa ist das so) bekommt man langlebige, komplexe und saftige Weine, die problemlos 12 Monate im Barrique (gebraucht) reifen können. Der Vermentino liefert eine zusätzliche aromatische Ebene. Die Gärung startet spontan, der Ausbau erfolgt auf der Feinhefe, gefiltert wird gar nicht und geschwefelt minimal (18mg/L). Ein Tag Maischestandzeit gibt ihm übrigens eine kompakte Struktur.

IL CHIESINO ROSSO 2013

Rebsorte: Sangiovese, Canaiolo, Ciliegiolo, Merlot, Syrah
Mazeration: ja
Hefen: wilde
Gärung: ohne Temperaturkontrolle
Ausbau: in gebrauchten Barriques
Schönung: nein
SO₂ total: 15 mg/l
Gefiltert: nein

Dichtung: fleischig, würzig, kräftig und elegant und zwar sowohl geschmacklich wie auch geruchlich. Am Gaumen packt der Gerbstoff ganz gut zu, die Säure tut ihr übriges, doch werden beide bestens in einem kompakten Körper aufgefangen, der dicht und fokussiert ist und trotzdem nur unglaubliche 12% Alkohol hat.

Wahrheit: ein erstaunlicher Wein, zu dessen Ergebnis gleich fünf verschiedene Rebsorten beitragen. An erster Stelle steht wie fast immer in der Toskana, die Sangiovese, unterstützt von Canaiolo, Ciliegiolo, Merlot und ein wenig Syrah. Vermutlich trägt jeder sein Schäuflein bei, denn insgesamt hat man es mit einem komplexen Konstrukt aus Würze, Kraft, Säure und Gerbstoff zu tun. Während die spontane Gärung noch im Edelstahl abläuft, findet der Ausbau dann im gebrauchten Barrique statt. Ein paar Monate Flaschenreife runden den Chiesino ab, interveniert wird eigentlich gar nicht,einzig vor der Füllung sieht der Wein 15mg/l SO₂.