Andrea Bragagnis Weine

BUBO BUBO: Der Name entstammt Andreas Affinität für Vögel. Der Bubo Bubo ist in der Romagna der landläufige Namen für den Uhu. Die Rebsorte aus der der Uhu gekeltert ist, heißt Famoso und wächst meines Wissens weltweit einzig und allein in Andreas Weingarten. Er hat die (weiße) Sorte exzessiv mazeriert, das heißt, dass alles was an Aromen, Gerbstoffen und Pigmenten in der Schale fand, durch den langen Schalenkontakt in den Wein umgezogen ist. Der Bubo Bubo ist ein Meisterwerk. Die Aromen wirken fast noch vielfältiger als beim Rigogolo aber das kann auch Tagesverfassung (vom Wein und meine) sein. Die Machart ist ähnlich, die Rebsorte freilich eine andere. Auf knapp 400 Meter Höhe, die nordwärts ausgerichtet sind, nutzt sie zum einen die Kühle der Höhe zum anderen den stets durchwehenden Wind. Die Vegetationszeit zieht sich dadurch in die Länge und fördert die kontinuierliche Aromenbildung.

Il Pratello

Im Keller wird ein paar Wochen lang mazeriert, der Ausbau erfolgt über 3 Jahre im Fass. Die Zeit ist auf jeden Fall auf der Seite des Bubo Bubo, wobei er auch jung (jetzt ist er fast 6 Jahre alt) ein Hammer ist (Hefenoten, Erdbeeren, Orangen und ein wenig Karamell. Das Tannin ist druckvoll und kräftig, verleiht Struktur und Frische, die Säure stützt ebenfalls und sollte da viel Alkohol im Spiel sein, merkt man es nicht.)

Der RIGIGOLO ist zu deutsch der Pirol und zumindest von der Farbe her, sind sich Vogel und Wein ähnlich.

Ansonsten: Albana in purezza; auch so eine dieser gescholtenen Sorten, weil a.) entweder süß ausgebaut oder b.) als trockener Massenwein mit dünner und neutraler und eigentlich ohne Stilistik. Dafür gabs dann verblüffenderweise den Adelsschlag zur ersten weißen DOC Italiens, was weder dem DOC-System noch der Rebsorte guttat. Die Bioviticoltori und allen voran Bragagni haben sich der Albana jetzt angenommen, d.h. sie haben die Erträge radikal zurückgefahren, schneiden kürzer an, arbeiten durchwegs biodynamisch und lesen nicht im August sondern im Oktober. Danach wird der Rigogolo kurz mazeriert und da spielt die Albana dann all ihre Vorzüge aus. Die befinden sich in ihrer dicken Schale und das Resultat ist strukturiert, kraftvoll, substantiell und beeindruckend. Gibt es nur in Magnums und insgesamt davon nur 1000.

(Profund im doppelten Sinne. Hat in der Nase einiges zu bieten, nussig-rauchige Noten, Kräuter, Bratapfelnoten, Reife und Tiefe. Auf der Zunge ist er weich und rund, mit saftigen Tanninen, einem konzentrierten Körper, der sich druckvoll bis zum Gaumen zieht; lang und definitiv mit viel Potenzial)