campinuovi-2Die Weingärten von Campinuovi liegen relativ hoch, zwischen 350-450 Meter, was die Stilistik der Weine entscheidend prägt. Die Stilistik ist folglich trotz generell hoher Alkoholgradation lebendig und frisch.

Im Keller wird spontan vergoren, danach landen die Weine (zwei reinsortige Sangiovese, eine Sangiovese dominierte Einstiegscuvée) in unterschiedlichen Fässern (slawonische Eiche, französische Eiche; zwischen 700 und 2000 Liter umfassend, die Einstiegscuvée soll fruchtbasiert bleiben und wird deshalb im Stahltank ausgebaut). Filtriert wird nicht, geschönt auch nicht, die Schwefelmengen befinden sich am untersten Level.

Der Einstiegswein, der Montecucco Rosso basiert zu 60% auf Sangiovese, der Rest ist Cabernet & Merlot. Die Frucht dominiert, der Trinkfluss passt und wenn man gerade eine Flasche braucht, um in aller Ruhe ein paar Gläser zur Pasta zu trinken, hat man definitiv nichts falsch gemacht.

Ein anderes Kaliber ist freilich der Montecucco Sangiovese (meiner Ansicht nach, und folglich ohne wennundaber, ihr bester Wein – ganz große Klasse… das Idealbild eines Sangiovese…), der Dymnamik, Energie und Spannung mit Eleganz und Vitalität kombiniert. Kein Gramm Fett lenkt ab, der Wein pfeift wie auf Kufen über den Gaumen und hinterlässt da und dort rote Frucht und erdige Aromen. Persistent ist er noch dazu und was am schönsten ist: er hat soviel Trinkfluss, dass man besser eine zweite Flasche parat hat. Meines Wissens bewegt sich der Sangiovese (100%) im Handel irgendwo bei € 15, was mehr als fair ist.

Der dritte Rote im Bunde (es gibt auch einen weißen Süßwein, den ich leider nicht kenne) ist die Sangiovese Riserva und wer es gerne etwas üppiger und ausladender hat, ist damit bestens bedient. Für Balance sorgt der Gerbstoff im Verbund mit ordentlich Säure. Auch aromatisch wird eher geklotzt, reife dunkle Frucht kombiniert sich hier mit Tabak, Leder und Lakritze. Schon gut aber halt eher was für Formel 1 Schauer.