Auf Ca’Orologio wird eine Handvoll Weine gekeltert, deren Traubenmaterial seit 2009 aus biodynamisch bewirtschafteten Weingärten stammt. Der Salarola (2015) ist der einzige Weißwein und stellt einen spannenden Gegenentwurf zu den Weinen dar, die man für gewöhnlich mit Gelben Muskateller verbindet. Im Stahltank ausgebaut, dominieren auch hier feine duftige Noten, doch werden die zum einen durch eine steinige Komponente gepuffert. Dazu kommen eine saftige und druckvolle Textur und ein lebendiger aber doch kraftvoller Körper, die ziemlich sicher der Tatsache geschuldet sind, dass sich auch 30% Pinot Blanc im Wein befinden.

Dem Cao (2007) ist schon im Text über das Weingut nicht zu wenig Platz gewidmet, also hier nur kurz meine Vermutung, dass damit vor allem Leute glücklich werden, die Wein auch zum Essen trinken. Er macht sich definitiv besser zu einem Eselragout als zu einer meditativen Zigarre. Letztere kann man sich, sofern man das mag, zum Calaone (2011) anrauchen (allerdings begleitet er ebenfalls bestens ein Eselragout). Der Calaone ist dunkelfruchtig, dicht und konzentriert, mediterran und würzig, lang und langlebig. In Sachen Druck und Power legt der Relogio (2009), eine Cuvèe, die vor allem auf Carmenere beruht und von ein wenig Cabernet Franc unterstützt wird noch eine Schippe drauf. Die Frucht wird rot, Kräuter ersetzen die Würze und dank des Cabernet Franc ist auch ausreichend Säure und Tannin vorhanden, um dem Wein einerseits Trinkfluss andererseits aber auch Potenzial mit auf den Weg zu geben.

Man hat es durch die Bank mit extrem spannenden und originellen Weinen zu tun. Ihre eigenwilligen geologischen Voraussetzungen (Trachit – vulkanisch, beispielsweise beim Salarola, Biancone – Kalk, beim Relogio) verleihen ihnen Spannung und Komplexität, die mediterranen, klimatischen Bedingungen sorgen für Substanz und Kraft.

Vergoren wird spontan und abgesehen vom Salarola, der weißen Cuvée, die im Edelstahltank ausgebaut wird, landen alle anderen Weine über Jahre hinweg in Holzfässern. Geschönt und gefiltert wird nie, geschwefelt erst am Ende vor der Abfüllung.

ps: es gibt auch noch den Mezzo, einen Spumante aus Raboso, der leider ausgetrunken war. Angesichts der enormen Säure und wilden Tannine, die dem Raboso immanent sind, ist das extrem schade und wird mit Sicherheit nachgeholt.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]