Cardinali Brut Nature

Cardinali Brut Nature

Die Weine von Cardinali begleiten mich mittlerweile seit mehreren Jahren, wobei vor allem die beiden weißen Versionen richtig Spaß machen und immer besser werden.

Der Gärprozess startet stets spontan, danach wird je nach Ausbauart unterschiedlich weitervinifiziert. Der einzige steuernde Eingriff, den man sich erlaubt ist eine Temperaturkontrolle während des Gärung, um die Fruchtnoten ein wenig in den Vordergrund zu rücken. Ansonsten lässt man die Weine in Ruhe und gönnt ihnen die notwendige Zeit, um sich selbst zu klären. Geschwefelt wird – abhängig vom Jahrgang und vom Traubenmaterial – selten.

Der Solata ist eine Cuvée aus Malvasia di Candia Aromatica und Sauvignon Blanc. Die relativ späte Lese der Trauben zeitigt zum einen reife Aromen, zum anderen generell nicht zu knapp Alkohol, 15 Tage auf der Maische balancieren ihn allerdings bestens aus und schnüren ihn in ein stabiles Gerbstoffkorsett. Wer weiche und charmante Texturen mag, sollte warten, wer allerdings Lust hat auf ein paar fordernde Tannine, kann gleich entkorken.

Der Brut Nature ist ein sprudelndes und eigenwilliges Meisterwerk, das neue Schaumweinwelten öffnet. Anders als sonst üblich wird auch hier der Most auf den Schalen belassen, wenn auch nur kurz. Malvasia di Candia Aromatica ist allerdings eine Sorte, die selbst bei kurzen Mazerationszeiten Aromen (Pfirsich/Kräuter) und Phenole (engmaschig/streng) freigibt und folglich dem Weine eine sehr individuelle Richtung einschlagen lässt. Der Chardonnay sorgt für Säure und Eleganz. Geschwefelt wird nicht. Ausgebaut wird der Grundwein übrigens über 2 Jahre in der Flasche (methode champenoise). Die Dosage liegt bei Null.

Der ToMà, ein Gutturnio Frizzante setzt vor allem auf die dunklen Fruchtnoten der Bonarda und die belebende Säure des Barbera. Wer Süße sucht, wird gnadenlos enttäuscht, wem allerdings der Sinn nach Klarheit, kühler Frucht und Lebendigkeit steht, kommt auf seine Kosten. Schmeckt super im Sommer und zu all den Schweinereien, die die emilianische Küche bietet.

Der Nicchio lotet das gegenteilige Spektrum und folglich die Tiefe und Substanz aus, die den beiden Rebsorten innewohnen kann, wenn man sie spät und selektiv liest. Der Körper ist konzentrierter, die Frucht dunkler, die Textur dichter und das Tannin fordernder. Ausgebaut wird über 2 Jahre im Holz und wer dem Wein danach noch Zeit gönnen mag, macht definitiv keinen Fehler.

Preisklasse: zwischen € 10-20

Vertrieb in Ö, D & CH: nicht das ich wüsste – würde sich allerdings lohnen