Im Keller arbeitet man so, wie es die meisten anderen Naturweinwinzer auch tun. Man vergärt spontan, interveniert kaum, filtert und schönt nicht und hält sich mit den Schwefelmengen zurück. Abhängig von der Rebsorte baut man in Edelstahl (Dolcetto) oder gebrauchten Holzfässern (Barbera, Nebbiolo) aus.

Da in Dogliani und folglich auch bei Cascina Corte der Dolcetto die erste Geige spielt, lohnt es sich auch mit ihm anzufangen. Laut Nachbarn wurden die Dolcetto-Reben kurz nach dem Krieg gepflanzt, sind folglich mindestens 60 Jahre alt und so gesund wie man es in dem Alter auch gerne wäre. Der Weingarten liegt auf 480 Metern Höhe, der Untergrund besteht aus Tuff und Kalk und diese beiden Faktoren dürften wesentlich dafür verantwortlich sein, dass man es mit einem strukturierten, staffen und eleganten Wein zu tun, bei dem klare präzise rote Fruchtnoten im Vordergund stehen. Unkompliziert aber eben nicht banal, ein Wein, der auf fast jede Tafel passt.

Alessandro und Amalia haben noch einen zweiten Dolcetto in petto, der ebenfalls aus 60 Jahre alten Stöcken gekeltert wird, allerdings von einer speziellen Parzelle, der Vigna Pirochetta. Hier wird noch einen Tick selektiver gelesen, der Ausbau ist zwar ebenfalls im Stahl, allerdings werden ihm 18 statt 12 Monate gegönnt. Intensive Fruchtnoten geben auch hier den Ton an, doch wirkt der Wein noch etwas engmaschiger und dichter, die Tannine sind griffiger und präsenter, das Potenzial größer.

Exzellent und vielleicht der beste Wein der beiden ist der Langhe Nebbiolo, Anfang 2000 gesetzt. Strukturiert, dynamisch, substantiell, gerbstoffbetont, erdig, floral und von kühlen, reifen Beerennoten getragen ist er ein beeindruckendes Statement dafür, dass die große Sorte des Piemonts auch südlich des Barolo bestens funktioniert. Die Höhe und die damit einhergehende Kühle garantiert auch in warmen Jahren (2009/11) ausreichend Säure und Lebendigkeit und damit einhergehend auch das Potenzial um sich auch über Jahre gut zu schlagen. Ausgebaut wird über 24 Monate in gebrauchten Holzfässern.

Ebenfalls im Holz landet der Vigna Bagnedòl, eine seltene Cuvèe aus Nebbiolo und Barbera, die dritte rote Sorte auf Cascina Corte. Stoffig, konzentriert und tief ist er der kräftigste Wein im Sortiment, wobei der Wucht mit ordentlich Gerbstoff und Säure gekontert wird. Das Gleichgewicht passt, wobei es hier, wie auch schon beim reinsortigen Nebbiolo, Sinn macht, sich ein wenig in Geduld zu üben.