castelcerino_filippi-284x300Filippo Filippi hat das Weingut  2003 von seinem Vater übernommen und danach Schritt für Schritt auf biologische Bewirtschaftung umgestellt. Heute ist er Mitglied bei Vinnatur, Angiolino Maules großer Naturweinvereinigung. Er setzt auf all die Vorteile gesunder und vitaler Böden und arbeitet auch seinen Vorstellungen konsequent folgend im Keller weiter. Vergoren wird spontan, die Gärtemperaturen werden reguliert, jedoch nur nach oben (mehr als 24°C möchte er dann doch nicht haben) die Schwerkraft ersetzt die Pumpen und die Weine werden mal sechs Monate (Castelcerino) mal länger (der Monteseroni bleibt bis zu 18) auf der Hefe gelassen. Filter sind was für Kaffee, nicht aber für Filippos Wein, Enzyme lehnt er ab, geschwefelt wird einmal, vor der Flaschenfüllung. Filippos Weine sind selten extrem, Experimenten steht er eher konservativ gegenüber. Ausgebaut wird übrigens grundsätzlich in Stahl. Die Weine sind generell klar, dynamisch, lebendig, lagerfähig und eigentlich zu billig.  Der Soave Castelcerino ist sein Basis- und mein Lieblingswein und sicher einer der besten Weißweine Italiens unter € 10 (zumindest ab Hof). Pur und präzis, mineralisch, floral, Orangen, straff, kräftige Säure, die bestens in den dichten Körper passt. Der Soave Monteseroni ist Filippos Antwort auf das Chablis, also mal wirklich Feuerstein, Nüsse und Limetten, saftig, dicht und bestens strukturiert, salzig und lang. Der Vigne delle Brà ist kräftiger und üppiger als seine Kollegen allerdings noch lange nicht barock. Mandeln, Blüten und Kräuter. Kompakt und lebendig, druckvoll, eindrucksvoll straff, mit Zug zum Gaumen. Zu guter Letzt kommt Filippo auch noch das Verdienst zu, dass er seinen Trebbiano Soave reinsortig ausbaut. Der Turbiana erinnert dank eines leicht oxidativen Ausbaus an Trockenfrüchte, ist nussig und hat Honig in der Nase. Er ist erstaunlich trocken am Gaumen, konzentriert, straff, exotisch und der originelle Abschluss eines durch die Bank exzellenten Sortiments.