Morellino di Scansano:

Lage/Böden: Kalk
Rebsorte: Sangiovese (85%), Ciliegiolo (10%), Alicante (5%)
Mazeration: ja, 40 Tage
Hefen: wilde
Gärung: ohne Temperaturkontrolle
Ausbau: in großen slawonischen Holzfässern
Schönung: nein
SO₂ total: ?
Gefiltert: nein

Dichtung: welke Blüten, morbid und so schön, dass man Dead Flowers von den Stones dazu hören sollte. Efeu rankt sich um sie, genauso wie ein Potpourri aus roten Beeren und etwas Pfeffer. Der Gaumen konterkariert die Nase, hier dominiert das Leben: Frische, Dynamik und so viel Saftigkeit, dass man die Platte wechseln und Juicy… auflegen kann. Die Säure ist lebendig, der Gerbstoff erstaunlich weich, der Abgang elegant und lang.

Wahrheit: Giancarlo Lanza setzte mit seiner Ankunft in der Maremma schlagartig Zeichen. Und zwar indem er radikal gegen den Strom schwamm und den ambitionierten Versuch unternahm den klassischen Morellino di Scansano inmitten einer Welt aus neuen Holzfässern, internationalen Rebsorten und önologischem High-Tech wiederzubeleben. Für die Riserva setzt er genauso wie für seine beiden anderen Weine auf Purismus: Sangiovese gibt den Ton an (90%), Ciligiolo und Alicante ergänzen, mazeriert wird satte 40 Tage und tut man das, hat man zwangsläufig großes Vertrauen in die Gesundheit und Qualität seiner Trauben. Ausgebaut wird der Wein ohne jeden Firlefanz und jede Intervention in großen slawonischen Eichenfässern und zwar über mindestens vier Jahre.