Die Hügel um Modigliana scheinen für Sangiovese wie gemacht zu sein. Die Fahrt hinauf zu Emilio Placci zieht sich, zwischen Wälder hindurch, über mindestens 20 Serpentinen und die Temperaturen sind um mindestens 3 Grad kälter als unten im Tal, wo ebenfalls Sangiovese produziert wird, aber eben ganz anderer. Die Höhe betont Gerbstoff und Säure, die Frucht ist glasklar und nie welk.

il pratello 2Die Weine landen nach spontaner Vergärung in kleinen und großen gebrauchten Holzfässern und bleiben dort auch für geraume Zeit. Eingriffe physikalischer (abgesehen vom Umpumpen des Weins) oder chemischer Natur finden in dieser Zeit nicht statt, gefiltert, geklärt und geschönt wird nicht, geschwefelt schon aber nicht viel.

Der Morana ist der simpelste der drei Sangiovese, seine Stärke sind Frische und Frucht und ein feiner Mandelton, der der Wein über den Gaumen trägt. Der Badia Raustignola wiederum ist Emilios ambitioniertester Sangiovese. Der Ertrag ist niedrig, die Lese spät, der Kontakt mit der Maische zieht sich über fast 50 Tage. Danach geht es für drei Jahre ins Barrique und danach nochmals in die Flasche – eine klassische Reserve, die auf Tiefe, Dichte und Intensität beruht und reife Fruchtnoten in den Vordergrund rückt.

Das Trio komplett macht der Mantignano, der zwar ganz ähnlich ausgebaut wird aber doch ganz anders schmeckt: kühler, straffer und eleganter, steiniger und authentischer, ein Wein, der die Essenz des Ortes wiedergibt.

Jenseits des Sangiovese gibt es einen spannenden Malbo Gentile, den Becugiano, der zwar in der Gegend eher selten angebaut wird aber deswegen nichts von seinen dunklen Aromen, seiner Intensität und fordernden Gerbstoffstruktur einbüßt. Florale Noten und Herbstfrucht in einer filigranen und kühlenTextur finden sich im Castagnara, einem, von in der Zwischenzeit nicht wenigen exzellenten Pinot Nero, die ihren Ursprung in hohen Kalklagen des emilianischen, toskanischen oder eben romagnolischen Apennins haben.