le-boncie1-280x220Giovanna Morganti vinifiziert jahrein jahraus lediglich zwei Weine, wobei sich gerade der Le Trame immer wieder der Quintessenz dessen nähert, wie und was Chianti sein kann und soll. “Immer wieder” deswegen, da sich bei ihren Interpretationen jahrgangsspezifische Unterschiede auftun, die den Weinen immer wieder eine neue Richtung geben – sie also weder aromatisch noch sensorisch festnageln. Während sich die etwas wärmeren – 2006/2009/2011 – Jahrgänge oft durch reife Frucht, dunkle Aromen und einem ausladenden (wenn auch nie exaltierten oder barocken) Körper manifestieren, sind es gerade die kühlen Jahrgänge – 2008/10 – die dem Wesen des Chianti auf den Grund gehen. Säure, Körper, Gerbstoff und Textur befinden sich in totaler Eintracht. Alles fließt – ineinander und in Richtung Gaumen. Die dunklen Aromen in den Hitzejahre wandeln sich in rote & balsamische Noten (rot wie Kirschen, Rosen, Beeren & Fleisch). Sangiovese spielt naheligenderweise die Hauptrolle, in Nebenrollen treten Colorino, Foglia Tonda und Mammolo auf. Vergoren wird spontan in 500-700 Liter fassenden Holzfässern, danach geht es für zwei Jahre in große und kleine, allerdings stets gebrauchte Holzfässer.

Dem Le Trame zur Seite steht der “5” (ein Anspielung auf die Adresse des Weinguts). Definitiv der Zweitwein. Einfacher gestrickt, fruchtbetont & lebendig ist er ein stets ordentlicher Begleiter durch den Alltag (und das ist viel mehr als man von vielen Weinen und vor allem Chiantis sagen kann) – beide Weine gibt es bei vinonudo in Wien.