Ein in den Stein des Karsts gehauener Keller liefert den zwei Dutzend Holzfässern optimale Bedingungen. Mehr als 14°C hat es mit Sicherheit auch im Hochsommer nicht und die Luftfeuchtigkeit ist so stabil, dass sie jeden Barometer reif für den Sperrmüll macht. Die Zeit im Holz ist eine Zeit der Ruhe. Es passiert, schlicht gesagt, nichts. Kein Pumpen, kein Eiweiß, kein Bentonit, nichts. Kurz vorm Füllen filtert Matej, aber nur um keine Mücken im Wein zu haben, die Schwefelbeigaben sind minimal. Neben dem Vitovska (siehe unten) gibt es auch noch einen exzellenten Malvasia (davon ein andermal) und einen roten Terrano, der sich prinzipiell in der Vinifikation von den Weißweinen kaum unterscheidet. Obwohl rot und nicht orange, sein schwierigster Wein, die Säure fordert, der Gerbstoff ebenfalls und Geduld und eine Schüssel Jota, Karstsuppe, schaden mit Sicherheit nicht.

Vitovska 2011

Dichtung: Steinig, salzig, duftig und lebendig, ein paar überraschende Blütennoten ergänzen eine extrem einladende Nase, der Trinkfluss passt vom ersten Schluck weg, doch sollte man sich zurückhalten, da sich der Wein über Minuten im Glas entwickelt. Fragil und filigran und doch auch druckvoll und kompakt, die lange Zeit auf der Hefe macht sich bemerkbar. Feine Gerbstoffstruktur, perfekt ausbalancierte Säure. Fast zu bekömmlich.

Wahrheit: Vitovska auf seinem Zenit und der Zenit des Vitovska liegt hoch – man nehme nur die Monumente von Paolo Vodopivec oder Benjamino Zidarich. Matej Skerlj ist in diesem Bunde nicht nur der dritte, er erweitert auch das Spektrum. Seine Vitovskainterpretation ist definitiv die eleganteste und fragilste und das, obwohl der Weine eine gut zweiwöchige Mazeration hinter sich hat. Die freilich gibt genau dieser Filigranität durch eine feine Gerbstoffstruktur eine zusätzliche Komponente – der Alkohol liegt übrigens bei stabilen 12%, im Karst wird es selten viel mehr. Die Bora, das Meer, die Kargheit der Böden, tragen allesamt dazu bei, die Lese ist dabei durchaus spät. Vor Anfang Oktober passiert nicht viel. Vergoren und ausgebaut wird in großen Holzfässern, die Zeit auf der Hefe liegt bei beachtlichen 18 Monaten. Geschönt wird nicht, gefiltert allerdings schon (sehr grob), allerdings nur um sicherzugehen, dass sich keine Mücken im Wein befinden, die zugefügten Schwefelmengen liegen meist unter 10mg/l.