Vitovska Classic

Dichtung: Trockenfrüchte in Kombination mit exotischen Gewürzen geben den Takt vor, ein wenig Honig gesellt sich dazu und ein paar verwelkte Blumen tun ein Übriges. Am Gaumen wird es viel straffer als angenommen, die Säure ist lebhaft, das Tannin dafür eher weich, die Textur ist saftig, die Struktur streng, der Abgang druckvoll, die Länge lang, sehr lang. Trotz seiner Lebendigkeit ein Herbstwein, allerdings auch einer der jedes Barbecue bestens begleiten kann.

Wahrheit: Vitovska ist eine fantastische Rebsorte und Paolo Vodopivec gehört definitiv zu ihren größten Interpreten (viele gibt es da allerdings nicht, aber die Karstwinzer sind quasi durch die Bank exzellent). Einzigartig ist allerdings seine Form der Vinifizierung, Vodopivec baut seine beiden Vitovska in der Amphore aus, gönnt ihnen dabei Zeit, viel Zeit, denn nach dem halbjährigen Aufenthalt im Ton geht es noch für zwei weitere Jahre ins gebrauchte Holzfass. Interveniert wird gar nicht. Kein Filtern, kein Schönen, kein Steuern der Temperatur, kein Schwefel. Mit das Beste, was es in Sachen Orange überhaupt gibt (und all das trifft auf beide zu, deshalb nur eine Erklärung).

Vitovska Amphore

Dichtung: Trockenfrüchte findet man auch hier, doch sind sie vor allem von floralen Elementen begleitet, und einer zunehmend sich vertiefenden Komplexität. Die Lebendigkeit am Gaumen stützt sich zum einen auf präsente Säure, zum anderen freilich auf eine extrem präzise und klare Fruchtstruktur, der Körper wirkt kräftig und konzentriert, ohne auch nur im geringsten alkoholisch zu sein. Die Länge ist beeindruckend, das potenzielle Leben voraussichtlich lang.

Wahrheit: siehe Vitovska Classic