Bera

Bera

Kalk und maritime Ablagerungen prägen die Hänge und Hügel rund um Canelli. Am deutlichsten merkt man das bei seinem Moscato d’ Asti, einem jener Weinstile, die zwar auf eine uralte Tradition verweisen, denen aber die zunehmende Industrialisierung die qualitative Grundlage entzogen hat und deren Existenz sich einzig einer gut geölten PR-Maschinerie verdankt.

Gianluigis Moscato ist zwar leicht süß, dabei allerdings so filigran, fein, und zurückhaltend, dass man das nur als dezentes und zusätzliches Detail wahrnimmt. Die anderen Details verfolgen eine ähnliche Strategie. Der Moscato, so unwahrscheinlich das klingt, ist ein leiser Wein, dessen florale und fruchtige Aromen sich hinter kühler Mineralität verstecken. Toll.

Auch der zweite Weißwein, der Arcese prickelt und auch hier macht sich neben einer Menge Kräutern der Kalk bemerkbar. Der gibt dem Wein eine strenge und straffe Textur mit, der Trinkfluss toppt nochmals den Moscato, wobei hier die feine Süße von geradliniger Trockenheit abgelöst wird.

Ähnlich spannend sind seine Rotweine. Der dritte Wein im Bunde der prickelnden Versionen ist der Barbera Verrane, eine absolut erstaunliche Interpretation der Sorte. Den hier wird erstmal 18 Monate alles aus der Barbera geholt, was in ihr steckt und das ist eine ganze Menge. Danach kommt es dann zu einer Zweitgärung in der Flasche und folglich zu einer Pufferung der intensiven Gerbstoffe. Die Aromen sind erdig und dunkel und die Konfrontation dieser rustikalen Nuancen mit der feinen Perlage ist originell und animierend .

Ganz still ist der Ronco Malo, ein komplexer, saftiger aber trotzdem kühler und einladender Barbera, dem Spannung vor Kraft und Lebendigkeit vor Opulenz geht. Zu guter Letzt keltert Gianluigi auch noch einen Dolcetto, der ebenfalls zu den besten seiner Zunft gehört. Der Stil ähnelt seinen Vorgängern. Auch hier stehen Saftigkeit, Lebendigkeit, Energie und ein immenser Trinkfluss im Vordergrund. Und auch hier kombinieren sich sukzessive und nie aufdringlich rote Fruchtaromen und kühle erdige Noten dazu und machen den Wein von Schluck zu Schluck zu einem stets spannender werdenden Erlebnis.

Die Rotweine von Gianluigi Bera reifen mit Sicherheit bestens (inkl. der sprudelnden Variante). Die Rotweine sind weder geschönt noch gefiltert.