Vigna Vecchia (Trebbiano Spoletino)

Dichtung: salzig und zwar nicht nur am Gaumen sondern gleichmal in der Nase; dazu kommen Kräuter und Kandiertes und wie das bei SO₂-armen oder freien Weinen öfters der Fall ist, leicht nussige Aromen. Am Gaumen geht es a. saftig, b. säurebetont und c. druckvoll zur Sache, der Wein ist balanciert, lang, knackig, dicht und gerüstet für ein paar Jahre im Keller.

Wahrheit: Der Vigna Vecchia stammt von ca. 60 Jahre alten Rebstöcken, die seit ewigen Zeiten biologisch bewirtschaftet werden. Die Vinifikation passiert mit eigenen Hefen, ohne jegliche Temperaturkontrolle, der Ausbau findet in Stahltanks und Zementbottichen statt, die Eingriffe sind minimal. Geklärt wird genausowenig wie gefiltert, geschwefelt nur dann, wenn man es für nötig hält.

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Collecapretta
Umbrien

Dichtung: Riecht rostig, schaut auch so aus. Was bei Autos eher mies ist, kann bei Wein aber durchaus seine Vorzüge haben. Vor allem, wenn es nicht das einzige Aroma ist: addiert man also Pilze und Trockenfrüchte, getrocknete Blüten und Grapefruit dazu, kommt man zu einer Aromasumme, die mehr als vielversprechend klingt. Am Gaumen geht es ähnlich spannend weiter: ein wenig Gerbstoff sorgt für die nötige Struktur und die Säure packt den durchaus dichten Körper in ein lebendiges Korsett. Die Textur ist saftig, die Aromen wirken fokussiert und präzis.

Wahrheit: Mit dem Terra dei preti lotet Vittorio Mattioli die Dimensionen des Trebbiano Spoletino aus. Wie gut die Rebsorte ganz klassisch vinifiziert ist, kann man mit seinem Vecchie Vigne herausfinden, dass aber auch eine Menge Potenzial in der Sorte steckt, wenn man sie ein paar Tage mazeriert, lässt sich beim Terra dei Preti erkennen. 10 Tage gönnt man ihm Schalenkontakt. Ansonsten: keine Reinzuchthefen, keine Temperaturkontrolle, keine Filterschichten und Schichtfilter, kein Schwefel. Nur Stahl und Zement und das für ein knappes Jahr.

Dichtung: Blüten, Salz und Kräuter. Am Gaumen wird es konzentriert, saftig und lebendig, Säure und Körper sind bestens ausbalanciert, elegant und lang.

Wahrheit: Blütennoten dominieren, das verwundert nicht wirklich hat man es doch mit Malvasia zu tun und das gleich zweifach – Malvasia bianco und Malvasia di Candia Aromatica, einer der spannendsten Malvasiaarten mit dicken Schalen und trotzdem delikaten Aromen. Die Trauben selbst stammen von Weingärten, die sich auf knapp 500 Meter befinden und von der kühlen Luft durchaus profitieren. Die Erträge sind minimal und so wundert es nicht, dass es von dem Buscaia lediglich ein paar hundert Flaschen gibt.