HINTERGRUND

Mit Gewürztraminer ist das so eine Sache. Beziehungsweise ist die Sache eigentlich eine Medaille. Auf der einen Seite der Medaille befindet sich die größtmögliche Menge an Aromen, die eine Rebsorte zu bieten hat: Rosen, Litschi, Lilien, Marzipan, Zimt, Pfeffer, exotische Früchte, Quitten und so weiter. Man mag das mögen oder nicht, spektakulär ist es allemal.

Auf der anderen Seite der Medaille steht in großen Lettern das Wort Alkohol geschrieben und darunter, kaum les- und wahrnehmbar das Wort Säure. Die Folge sind fast immer Weine, die in einem irritierenden Ungleichgewicht gefangen sind und die selbst den größten Liebhabern der asiatischer Küche (zu der er, seit ihrer Etablierung im mitteleuropäischen Raum, kompromisslos empfohlen wird) irgendwann bei Hals, Ohren und sonstwo herauskommen müssen.

Unserer Ansicht nach gibt es zwei Möglichkeiten, um Gewürztraminer zu mehr Trinkfluss und Harmonie zu verhelfen. Entweder man lässt den Wein ein paar Tage auf der Maische und die Tannine den Part der Säure übernehmen. Oder aber man geht in die Höhe und holt sich in frischer Bergluft ein paar Gramm Säure mehr. Christian Kerschbaumer hat sich für letzteren Weg entschieden.

STIL

Glasklar, dicht, intensiv und doch fokussiert. Die dem Traminer immanente üppige Aromatik ist durch die Kühle der Eisacktaler Bergwelt leicht gebrochen. Eine feiner Säurebogen durchzieht den Körper und gibt dem Wein, die Spannung, die er braucht. Der Alkohol ist nicht zu hoch und gut eingebunden, der Abgang würzig, saftig und nachhaltig. Wer nicht mag, muss keine Frühlingsrollen dazu essen. Schnitzel passt genauso gut.

Datenblatt

Rebsorte: 100% Gewürztraminer
Bewirtschaftungsart: biologisch
Weingarten: Auf ca. 600 Metern. Der Boden besteht vorwiegend aus Quarzphyllit.
Lese: Per Hand
Vergärung: spontan | wilde Hefen
Ausbau: in gebrauchten Holzfässern
Filtration: ja
SO: < 70 mg
Trinktemperatur: 10-12 °C
Perfekte Trinkreife: ab sofort – 2026