Teran

Teran ist eine jener autochthonen Rebsorten, die man im lokalen Kontext und mit der kulinarischen Tradition Istriens und des Friauls denken sollte: mit Prosciutto und Gulasch, Jota (dem Eintopf) und Musetto (der Kochwurst), mit der Osmiza (dem Heurigen), der Bora (dem Wind) und dem Winter im Karst. Teran braucht Atmosphäre und eine fundierte kulinarische Begleitung.  Schafft man es, ihm diese zu geben, wird man ihn nicht nur langsam zu verstehen beginnen, sondern zunehmend Freude an ihm haben. Teran hat immense Energie und eine zupackende, lebhafte Säure. Seine Farbe ist so dunkel, dass er im Karst über lange Zeit das Allheilmittel gegen Blutarmut war. Mit einer ordentlichen Portion önologischer Hilfsmittel könnte man ihn seiner Ecken und Kanten berauben und ihn gesellschaftskompatibel machen. Doch das würde ihm auch seinen Charakter und seine Identität nehmen.

Teran gehört zur breitgefächterten Familie des Refosco und wächst ausschließlich im Grenzgebiet zwischen Italien und Slowenien. Sein Name leitet sich angeblich vom deutschen Wort Teer ab, was – wenn man seine Farbe erst einmal gesehen hat – durchaus naheliegend ist.

Die Besten, die ich kenne:

Vini Pietra: Teran
Čotar: Teran
Čotar: Črna (völlig umwerfender roter Sprudel)
Zidarich: Terrano
Lupinc: Carso Terrano