Ca' dei Quattro Archi (Emilia Romagna)

Ca’ dei Quattro Archi geht auf das Konto von Rita Golinelli und Mauro Mazza. Die beiden haben zur Jahrtausendwende das Weingut von Ritas Vater in den Hügeln südlich von Imola übernommen und es umgehend auf biologische Bewirtschaftung umgestellt.

Fünf Hektar ingesamt, wobei sich ein Hektar in der unmittelbaren Umgebung des Weinguts auf sandigem Terrain – die geologische Hinterlassenschaft der einst sie bedeckenden Adria – befindet. Die restlichen Reben wurzeln im Parco della Vena del Gesso Romagnola, einer kargen, auf von Kreideadern (vene di gesso) durchzogenen Landschaft am Fuße des romagnolischen Apennins.  

San Biagio Vecchio (Emilia Romagna)

Die Cantina San Biagio Vecchio ist ein junges, 2004 entstandenes Projekt von Andrea Balducci und seiner Frau Lucia Ziniti im hügeligen Hinterland von Faenza, dem in punkto Wein spannendsten Winkel der Romagna.

Auf mittlerweile 11 Hektar Rebfläche beschäftigen sich die beiden vor allem mit der Vinifikation von Albana und Sangiovese, den beiden wichtigsten Rebsorten der Gegend. Sie haben sich aber zudem mit ihrer Interpretation der extrem raren roten Centesemino einen Namen gemacht. Dessen mikroskopisches aber dennoch sehr erfreuliches Revival hat viel mit der Arbeit der beiden über die letzten fünfzehn Jahre zu tun.

Centesemino (Emilia-Romagna)

Bis ins 19. Jahrhundert war Centesemino verhältnismäßig leicht in den Feldern rund um die Stadt zu finden, nach den Vernichtungsfeldzügen der Reblaus gar nicht mehr. Bis in die 1940er Jahren war sie verschollen, ehe sie von Pietro Pianori, den seine Freunde (oder Feinde) aufgrund seiner notorischen Knausrigkeit Centesemino (centesimo – Pfennig → Pfennigfuchser) nannten, wiederentdeckt wurde. Pianori machte ein Exemplar der Sorte am unwahrscheinlichsten aller Orte aus, nämlich auf der Gartenmauer einer Stadtresistenz mitten im Zentrum von Faenza. Er schnitt ein paar Edelreiser davon ab und pflanzte sie bei sich zu Hause in Santa Lucia…

Weinbars in Italien

Man kann in Rom, Bologna oder Venedig natürlich auch andere Dinge tun, als in Weinbars herumzuhängen. Es spricht aber auch nichts dagegen, abends statt in einem Cafè am Markusplatz oder an der Piazza Navona über den Tisch gezogen zu werden, im Santo Bevitore oder im Pentagrappolo am Tresen zu hocken und sich durch die besten Weine des Landes zu trinken.

Wohnen bei Winzern

Wohnen bei Winzern ist mitunter das beste, was einem passieren kann. Vor allem dann, wenn es gute Winzer sind. Und schöne Unterkünfte. Die liegen zwar meistens ein wenig abseits vom Schuss, aber dafür wird man, wenn alles glatt läuft, in die Kunst der Weinwerdung eingeführt, hat ansonsten seine Ruhe und kriegt zu jeder Tages- und Nachtzeit problemlos Nachschub.

Weine kaufen - vinonudo online

vinonudo geht auf das Konto von Dominik Portune, einem langjährigen Weggefährten auf der Suche nach biologisch und biodynamisch hergestellten Weinen aus Italien. Viele der Weine, die sich in seinem Laden befinden, haben wir zusammen entdeckt; für einige haben wir auch gemeinsam recherchiert und Beschreibungen verfasst, die sich nun hier und dort finden. Wem an puristischen, animierenden, vitalen und tiefgründigen Weinen von handwerklich arbeitenden Winzern liegt, dem sei vinonudo wärmstens empfohlen.  

Ligurien und seine Winzer

Ligurien ist selbst für bestens informierte Weintrinker fast immer Terra Incognita. Die Fachliteratur schweigt, in den Weinjournalen sucht man meist vergeblich nach Artikeln und im Handel und in der Gastronomie stolpert man nur selten über Weine aus der Ecke im Nordwesten Italiens. Die Rebfläche Liguriens sinkt seit Jahren, sodass heute gerade einmal 2000 Hektar übriggeblieben sind – für italienische Verhältnisse ist das so gut wie nichts und einzig im Aostatal wird weniger Wein produziert.

Mit dürftigen Qualitäten hat das allerdings wenig zu tun. Im Gegenteil. Was teils aus Dolceacqua oder den Cinque Terre kommt – um die beiden berühmtesten Appellationen Liguriens zu nennen – ist weiß wie rot mitunter erstaunlich (die Meinung, dass der Rossese di Dolceacqua von Antonio Perrinos Weingut Testalonga zu den besten und elegantesten Rotweinen Italiens zählt, vertrete nicht nur ich). Es hängt vielmehr ganz entscheidend mit den Produktionsbedingungen zusammen, die quer durch Ligurien mühsam, schwierig und extrem aufwendig sind. Die Hänge, auf denen in oft mikroskopischen Terrassen Weinbau betrieben wird, sind meist nur zu Fuß erreichbar, auf besonders steil abfallenden Felsen (und Felsen sind es nicht selten), greift man auch auf Seilzüge und Leitern zurück.

Rebsorten: Albana (Emilia Romagna)

Manche Rebsorten brauchen Jahrzehnte und Jahrhunderte bis sie ihre wahre Bestimmung finden: die Albana gehört zu ihnen.

Zuerst war sie über Jahrhunderte der trockene Schankwein der Romagna, der tagtägliche Tischwein zu Tortellini, Salami und Porcini. Dann entdeckte man seine süßen Vorzüge, die sich als Aufwertung der Sorte und Region im DOCG-Status niederschlug.Vor ein paar Jahren hatten dann ein paar findige und experimentelle Winzer der Romagna die Idee, die Albana erstmal ein paar Tage zu mazerieren, bevor sie sie abpressten; und siehe da, kaum eine andere Sorte in Italien scheint sich so sehr für eine alternative, orange Version zu eignen wie die Albana. Die Traubenhäute sind dick und der Gerbstoff gibt in Kombination mit tiefer Frucht dichte und kraftvolle Weine, die zu den besten in den Hügeln der Romagna zählen (und dort gibt es in der Zwischenzeit einiges zu entdecken)

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