Nicos Brustolin (Prosecco, Veneto)

Nicos Brustolin hat sein Domizil in Colbertaldo, an der westlichen Peripherie der Region von Valdobbiadene. Die ist bekanntlich eine der beiden großen Proseccoenklaven und folglich hat Nicos in seinen sechs Hektar Weingärten Glera, die omnipräsente Rebsorte der Gegend stehen, die  von einigen steinalten Stöcken Verdiso ergänzt werden.

Nicos hat sich von den Trends und Moden, die das Prosecco und seine Weine über die letzten Jahrzehnte erfasst hat nur bedingt unterkriegen lassen. Ein paar Tausend Flaschen im Drucktank vinifiziertem 08/15 Extra Dry stehen 25000 Flaschen Col Fóndo gegenüber, die zum besten gehören, was das Prosecco zu bieten hat.

Luigi Spertino: Meister des Grignolino (Piemont)

Mauro Spertino keltert brillante Weine. Mit die besten des Monferrato. Ohne sie gekannt zu haben, vermute ich, dass schon sein Vater, ähnliche Meisterwerke in die Flasche brachte. Zumindest erzählt man sich das über Luigi Spertino, dem sogenannte „Professor des Grignolino“, jener eigenwilligen aber spektakulären Rebsorte, von der Luigi Veronelli, der größte unter den großen Weinkritikern Italiens voll des Lobes meinte, sie sei anarchistisch und individualistisch. Luigi gründete sein Weingut 1977 in dem kleinen Flecken Mombercelli nahe Asti und bewirtschaftete seine Weingärten 40 Jahre lang: mühsam zu bearbeitende, abschüssige Parzellen, die viel zu steil waren, um mit dem Traktor in sie hineinfahren zu können.

Redondel - Im Land des Teroldego (Trentino)

„Piccola azienda agricola“ steht auf der Hauswand von Redondel, dem Weingut von Paolo Zanini und seiner Frau Mara Dalmonech. Ihr „kleiner Bauernhof“ im Herzen von Mezzolombardo umfasst drei Hektar Weingärten, die ausnahmslos mit Teroldego bestockt sind. Schon Paolos Großvater kelterte daraus Weine und lieferte sie größtenteils nach Österreich, wo die Sorte speziell während der Jahrhunderte der Monarchie große Popularität genoss. Auch für Paolo ist Teroldego Berufung und Leidenschaft zugleich. Er hegt und pflegt ihn in seinen Weingärten und kennt alle seine Besonderheiten im Detail. Und er weiß natürlich, dass er am Campo Rotaliano, die dafür perfekten Bedingungen vorfindet.

Weinbars in Italien

Man kann in Rom, Bologna oder Venedig natürlich auch andere Dinge tun, als in Weinbars herumzuhängen. Es spricht aber auch nichts dagegen, abends statt in einem Cafè am Markusplatz oder an der Piazza Navona über den Tisch gezogen zu werden, im Santo Bevitore oder im Pentagrappolo am Tresen zu hocken und sich durch die besten Weine des Landes zu trinken.

Wohnen bei Winzern

Wohnen bei Winzern ist mitunter das beste, was einem passieren kann. Vor allem dann, wenn es gute Winzer sind. Und schöne Unterkünfte. Die liegen zwar meistens ein wenig abseits vom Schuss, aber dafür wird man, wenn alles glatt läuft, in die Kunst der Weinwerdung eingeführt, hat ansonsten seine Ruhe und kriegt zu jeder Tages- und Nachtzeit problemlos Nachschub.

Weine kaufen - vinonudo online

vinonudo geht auf das Konto von Dominik Portune, einem langjährigen Weggefährten auf der Suche nach biologisch und biodynamisch hergestellten Weinen aus Italien. Viele der Weine, die sich in seinem Laden befinden, haben wir zusammen entdeckt; für einige haben wir auch gemeinsam recherchiert und Beschreibungen verfasst, die sich nun hier und dort finden. Wem an puristischen, animierenden, vitalen und tiefgründigen Weinen von handwerklich arbeitenden Winzern liegt, dem sei vinonudo wärmstens empfohlen.  

Ligurien und seine Winzer

Ligurien ist selbst für bestens informierte Weintrinker fast immer Terra Incognita. Die Fachliteratur schweigt, in den Weinjournalen sucht man meist vergeblich nach Artikeln und im Handel und in der Gastronomie stolpert man nur selten über Weine aus der Ecke im Nordwesten Italiens. Die Rebfläche Liguriens sinkt seit Jahren, sodass heute gerade einmal 2000 Hektar übriggeblieben sind – für italienische Verhältnisse ist das so gut wie nichts und einzig im Aostatal wird weniger Wein produziert.

Mit dürftigen Qualitäten hat das allerdings wenig zu tun. Im Gegenteil. Was teils aus Dolceacqua oder den Cinque Terre kommt – um die beiden berühmtesten Appellationen Liguriens zu nennen – ist weiß wie rot mitunter erstaunlich (die Meinung, dass der Rossese di Dolceacqua von Antonio Perrinos Weingut Testalonga zu den besten und elegantesten Rotweinen Italiens zählt, vertrete nicht nur ich). Es hängt vielmehr ganz entscheidend mit den Produktionsbedingungen zusammen, die quer durch Ligurien mühsam, schwierig und extrem aufwendig sind. Die Hänge, auf denen in oft mikroskopischen Terrassen Weinbau betrieben wird, sind meist nur zu Fuß erreichbar, auf besonders steil abfallenden Felsen (und Felsen sind es nicht selten), greift man auch auf Seilzüge und Leitern zurück.

Rebsorten: Albana (Emilia Romagna)

Manche Rebsorten brauchen Jahrzehnte und Jahrhunderte bis sie ihre wahre Bestimmung finden: die Albana gehört zu ihnen.

Zuerst war sie über Jahrhunderte der trockene Schankwein der Romagna, der tagtägliche Tischwein zu Tortellini, Salami und Porcini. Dann entdeckte man seine süßen Vorzüge, die sich als Aufwertung der Sorte und Region im DOCG-Status niederschlug.Vor ein paar Jahren hatten dann ein paar findige und experimentelle Winzer der Romagna die Idee, die Albana erstmal ein paar Tage zu mazerieren, bevor sie sie abpressten; und siehe da, kaum eine andere Sorte in Italien scheint sich so sehr für eine alternative, orange Version zu eignen wie die Albana. Die Traubenhäute sind dick und der Gerbstoff gibt in Kombination mit tiefer Frucht dichte und kraftvolle Weine, die zu den besten in den Hügeln der Romagna zählen (und dort gibt es in der Zwischenzeit einiges zu entdecken)

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