Antonelli – im besten Sinne klassische Weine (Umbrien)

Filippo Antonelli keltert im besten Sinne klassische Weine. Das bedeutet keineswegs, dass er nicht fortwährend ausprobiert und experimentiert – allerdings tut er das mit dem Ziel weiterhin klassische Weine zu produzieren, nur noch bessere. Zu Hause ist die Familie Antonelli in Montefalco, dem Herzen des umbrischen Weinbaus. Auf stolzen 170 Hektar wird hier Landwirtschaft betrieben und zwar so, wie man sich das gemeinhin wünscht: biologisch, biodivers, mit großen Waldflächen und Endprodukten, die man gerne isst und trinkt und die preislich fair kalkuliert sind. Alte Getreidesorten, aus der Mehl und Pasta produziert werden, sind ein Steckenpferd, eine kleine Schweinezucht ein weiteres, Olivenöl ein drittes. 

Mani di Luna – umbrische Lebenszeichen

Mani di Luna steht in vielerlei Hinsicht für den langsam einsetzenden aber doch spürbar positiven Umbruch im umbrischen Weinbau. Betrieben wird das Weingut von Rocco Trauzzola und zwei Mitstreitern, Simone Lazzarin und Alessandro de Filippis, die auf altem Lungarotti-Territorium acht Hektar Weingärten bewirtschaften und ihre Trauben zu Weinen verarbeiten, die man als diametrale Gegenentwürfe zum klassischen umbrischen Weinstil verstehen kann: statt überextrahierte und alkoholschwangere Rotweine und völlig belanglose, banale und neutrale Weißweine  bringen sie quicklebendige Rot- und Weißweine in die Flasche, die mit Energie, Trinkfluss und immer öfter auch Tiefgang überzeugen.

Agnanum – neapolitanischer Bergweinbau

Raffaele Moccia gehört zu jenen Winzern, für die die Italiener den Begriff „viticoltura eroica“ geprägt haben. Tag für Tag erklimmt er wild abfallende Weinterrassen aus vulkanischem Staub und Sand, um sie in Handarbeit zu pflegen und ihre Trauben zu ernten. Eine Heidenarbeit, die vor ihm auch schon sein Vater betrieben hat, dessen drei Hektar Weingärten er mittlerweile um einen weiteren Hektar erweitert hat. Womit auch tatsächlich die Grenzen dessen erreicht sind, was ein Mensch in diesem Umfeld alleine bewerkstelligen kann. Raffaeles Reben befinden sich übrigens nicht in alpinen Gefilden, sondern in den Campi Flegrei, in unmittelbarer Meeresnähe, keine fünf Kilometer von der Stadtgrenze Neapels entfernt.

Weinbars in Italien

Man kann in Rom, Bologna oder Venedig natürlich auch andere Dinge tun, als in Weinbars herumzuhängen. Es spricht aber auch nichts dagegen, abends statt in einem Cafè am Markusplatz oder an der Piazza Navona über den Tisch gezogen zu werden, im Santo Bevitore oder im Pentagrappolo am Tresen zu hocken und sich durch die besten Weine des Landes zu trinken.

Wohnen bei Winzern

Wohnen bei Winzern ist mitunter das beste, was einem passieren kann. Vor allem dann, wenn es gute Winzer sind. Und schöne Unterkünfte. Die liegen zwar meistens ein wenig abseits vom Schuss, aber dafür wird man, wenn alles glatt läuft, in die Kunst der Weinwerdung eingeführt, hat ansonsten seine Ruhe und kriegt zu jeder Tages- und Nachtzeit problemlos Nachschub.

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vinonudo geht auf das Konto von Dominik Portune, einem langjährigen Weggefährten auf der Suche nach biologisch und biodynamisch hergestellten Weinen aus Italien. Viele der Weine, die sich in seinem Laden befinden, haben wir zusammen entdeckt; für einige haben wir auch gemeinsam recherchiert und Beschreibungen verfasst, die sich nun hier und dort finden. Wem an puristischen, animierenden, vitalen und tiefgründigen Weinen von handwerklich arbeitenden Winzern liegt, dem sei vinonudo wärmstens empfohlen.  

Sardinien und seine Winzer

Sardinien, meinen die Sarden, sei ein Kontinent für sich. Das mag für all jene, die vom Festland rüber auf die 24000 qkm große Insel schauen, maßlos übertrieben klingen, ist man allerdings erstmal dort, kann man dieser Einschätzung allerdings einiges abgewinnen. Vermutlich war diese Wahrnehmung vor ein paar Jahrzehnten (und Jahrhunderten sowieso) noch wesentlich ausgeprägter, als man sich, fernab vom Festland und vom Fernseher, zumindest in weiten Teilen des Landes auf sardisch unterhielt und ansonsten in Dialekten, die oft mehr französische als italienische Anklänge hatten.

Die geographische Sonderstellung mitten im Mittelmeer und die topographische Konstellation der Insel sorgten jedenfalls dafür, dass es in vielen Teilen der Insel Einflüsse von außen nur selten gab. Setzte sich jedoch irgendwann ein Habitus durch, dann blieb er auch, wurde weiter kultiviert und irgendwann auch Bestandteil sardischer Identität. Kulinarisch spiegelt sich das in einer völlig eigenständigen Esskultur wider, die zwar gelegentliche Überschneidungen mit der italienischen Küche aufweist, meist jedoch ganz eigene Wege eingeschlagen hat.

Seit gut 3000 Jahren wird auf Sardinien Wein gekeltert, länger als irgendwo sonst im heutigen Italien. Verantwortlich dafür dürften zuallererst die Phönizier gewesen sein, die nicht nur Cagliari gründeten, sondern auch ein paar Rebstöcke in die Böden der Insel setzten. Sollte es sich dabei tatsächlich um Nuragus und Malvasia gehandelt haben – wie nicht nur eingefleischte Sarden, sondern auch seriöse Ampelographen behaupten –  wären die beiden auch heute noch gerne kultivierte Sorten, die mitunter ältesten der Welt. Etrusker, Punier, Römer, Byzantiner, Araber und Spanier machten damit weiter und sorgten zudem auch immer wieder für neue Anpflanzungen. Auf das Konto der Spanier geht beispielsweise Monica, lokal auch Mora di Spagna genannt, die heute in Punkto Quantität drittwichtigste Sorte der Insel, vor allem aber Cannonau, international besser bekannt unter den Namen Grenache oder Garnacha. Cannonau dürfte im Zuge der Eroberung Algheros 1354 durch Peter IV von Aragon nach Sardinien gebracht worden sein. Im Laufe der Jahrhunderte hat sie dann langsam ihren Siegeszug über die gesamte Insel angetreten; 7700 Hektar Rebfläche legen davon Zeugnis ab.