Die Weine von Nando (Slowenien)
Die Weine von Aleks Klinec (Slowenien)
Die Weine von Ca’Orologio (Veneto)
Die Weine von Andrea Bragagni (Romagna)
Die Weine von Pranzegg (Südtirol)
Die Weine von Radoar (Südtirol)
Die Weine vom Castello di Lispida (Veneto)
Die Weine von Vittorio Graziano (Emilia)
Die Weine der Tenuta Migliavacca (Piemont)
Die Weine von Denny Bini (Emilia)
Die Weine von Cinque Campi (Emilia)
Die Weine von Il Pratello (Romagna)
Die Weine von Casè (Emilia)
Die Weine von Luciano Saetti (Emilia)
Die Weine der Vigne San Lorenzo (Emilia)
Die Weine von Monteforche (Veneto)
Die Weine der Vignale di Cecilia (Veneto)
Die Weine von Costadilà (Veneto)
Die Weine von Le Boncie (Toskana)
Die Weine von Daniele Piccinin (Veneto)
Die Weine von Monte dall’Ora (Veneto)
Die Weine der Vigne dei Boschi (Romagna)
Die Weine von La Possa (Ligurien)
Die Weine von I Mandorli (Toskana)
Die Weine von Il Paradiso di Manfredi (Toskana)
Die Weine von Campinuovi (Toskana)
Die Weine der Fabbrica di San Martino (Toskana)
Die Weine von Le Chiuse (Toskana)
Die Weine von Massavecchia (Toskana)
Die Weine von La Busattina (Toskana)
Die Weine von Vittorio Bera e figli (Piemont)
Die Weine von I Bottri di Ghiaccioforte (Toskana)
Die Weine von Ezio Trinchero (Piemont)
Die Weine von San Fereolo (Piemont)
Die Weine von der Tenuta Grillo (Piemont)
Die Weine von Carlo Colombera (Piemont)
Die Weine der Podere Concori (Toskana)
Die Weine von Cascina Corte (Piemont)
Die Weine von Rocco di Carpeneto (Piemont)
Die Weine der Cascina Tavijn (Piemont)
Die Weine von Cardinali (Emilia)

La Busattinas Weine: Bei all seinen Weinen lässt sich Emilio Falcione Zeit, viel Zeit. Der jüngste seiner vier Weine ist die orange Cuvèe San Martino (2013) aus Trebbiano, Malvasia und Ansonica, die eine griffige Textur mit einem dichten Körper kombiniert und darin ein Aromaspektrum offeriert, das eigenartigerweise an gute Chenin Blancs von der Loire erinnert – Honig, Quitten und so weiter. Der Legnotorto, eine Cuvèe aus Sangiovese (85%) und Ciliegiolo (15%) stammt aus dem Jahr 2009 und setzt ohne wennundaber und trotz seines langen Ausbaus auf Frische und Lebendigkeit. Frucht frisch, Textur lebendig, Säure frisch, Abgang lebendig, total ok, und jeden Tag gerne. Eine zweite Cuvèe mit identischer Rebsortenzusammensetzung hört auf den Namen TerreEteree und da ich vergessen habe zu fragen, verstehe ich die tiefere Bedeutung des Namens leider nicht. Fakt ist, dass es samtig und saftig zugeht und neben der roten Frucht vor allem auch Raum für florale und erdige Aromen da ist. Das Gleichgewicht passt, Säure und Gerbstoff sind bestens integriert in Textur und Körper – alles recht weich, sanft und fein.

Die Nummer vier in Emilios Sortiment ist eine Rarität, die es unbedingt öfter geben sollte. Der reinsortige Ciliegiolo verzichtet auf irgendwelche Fantasienamen und nennt sich selbstbewusst und deutlich CILIEGIOLO – Jahrgang 2008 bedeutet im Jahr 2015 ein gewisses Alter, das man dem Wein allerdings nicht anmerkt. Ciliegiolo ist eine jener großen Unbekannten im Rebsortensammelsurium Italiens, die es leider (oder nicht leider) nicht auf die Bühne der großen Weinwelt geschafft hat. Behauptet man, dass Ciliegiolo nach Kirschen schmeckt, verrät man nicht zuviel, schließlich bedeutet Ciliegia nichts anderes als Kirsche. Wobei Kirsche nicht gleich Kirsche ist – diejenige von La Busattina ist saftig, dunkelrot und süß (in einem positiven Sinne) und dabei nie auch nur eine Sekunde aufdringlich. Der Trinkfluss ist von der Zungenspitze bis in den Kehlkopfbereich (der Wein ist lang) tiptop, geradlinig und nie ausladend, zu den Fruchtaromen gesellt sich zudem eine feine kräuterige Note, die sich allerdings dezent unterordnet. Mangelnde Säure mag gelegentlich ein Problem darstellen, 2008 jedoch war ein kühles Jahr und folglich ideal für eine lebendige Textur. I like it a lot.

Einziger Nachteil für potenzielle Leser dieser Zeilen ist, dass La Busattina zurzeit weder in Germania noch in Austria erhältlich ist.

Cristiano Guttarolo: Lamie delle Vigne 2012

Dichtung: ein Gegenentwurf zu klassischen Primitivowelten. Und was für einer. Struktur, Säure und Frische dominieren den Wein, kein schlappes, zerkochtes Dörrobst, vielmehr saftige dunkle Fruchtaromen und ordentlich Pfeffer. Kräuter in der Nase und am Gaumen. Druckvoll vom Anfang bis zum Ende. An Alkohol mangelt es nicht (14%-14,5%, doch ist der bestens gepuffert) Ein Bruch mit Erwartungshaltungen, doch einer den man unbedingt probieren sollte.

Wahrheit: Diesen Sommer (2015) vor Ort gelernt: Primitivo ≠Primitivo. Warum auch. In Apulien gibt es genauso klimatische, geologische, pedologische, topographische und was sonst noch für Unterschiede, die sich entsprechend im Wein bemerkbar machen. In Österreich, Deutschland und selbst in Italien kennt man (leider) vor allem die Beispiele aus Manduria (auf quasi ZERO Meter, nahe am Meer, heiß), die schwer und überladen, jeden Schluck zur Tortur werden lassen – der erste ist erschlagend, nach dem fünften hängt man in den Seilen, nach dem siebten liegt man am Boden, nach dem zehnten im Koma.

Primitivo aus Gioia del Colle dagegen basiert auf anderen natürlichen Voraussetzungen und auch wenn es nicht viele Winzer schaffen die Essenz des Ortes (Weingärten bis zu 500 Meter, karge, karstige Kalkböden und Nächte, die selbst im Hochsommer so frisch sind, dass man eine Decke braucht) einzufangen, gibt es doch ein paar phänomenale Beispiele dafür, wie gut Primitivo sein kann. Cristiano Guttarolos Lamie delle Vigne gehört dazu. Der Weingarten ist gut 30 Jahre alt, seit langem biologisch bewirtschaftet und hat – das ist ganz entscheidend – selbst in heißen Jahren niedrige pH-Werte und folglich ausreichend Struktur und Säure. Der Ertrag ist mit 2000-4000 Kilo/ha extrem niedrig; ausgebaut wird der Lamie delle Vigne im Stahl, danach verbringt er weitere Monate in der Flasche. Gefiltert und geschönt wird nicht, geschwefelt erst am Ende und zwar in minimalen Mengen (weniger als 30mg/l Gesamt)