Hintergrund

Pinot Noir bzw. Blauburgunder ist neben Schiava die spannendste Rebsorte Südtirols. Beide schaffen es in ihren besten Beispielen die natürlichen Verhältnisse der nördlichsten Weinbauregion Italiens in subtilen und kühlen Texturen und Aromen auf den Punkt zu bringen. Wobei Blauburgunder generell auch noch eine der Rebsorte immanente Tiefe und Spannung im Talon hat, die sich beim Schiava nur in den allerseltensten Fällen (Martin Goyers Campill und Heinrich Mayrs Elda) wiederfindet. Erstaunlicherweise hat der Blauburgunder seine Bastion im Südtiroler Unterland, dort wo die Region langsam ins Trentino ausläuft. Im Eisacktal, das seiner natürlichen Voraussetzungen wegen eigentlich ein fast logischer Ort für seine Kultivierung wäre, wird dagegen, meines Wissens nach, gerade einmal ein einziger nennenswerter Blauburgunder gekeltert. Den macht Christian Kerschbaumer aus einem sich auf 600 Meter befindlichen und auf Quarzphyllit basierender Weingarten. Gewirtschaftet wird dort oben streng biologisch, was zwar gerade im Fall der notorisch komplizierten Rebsorte eine Heidenarbeit ist, letztlich aber eben auch lebendige und gehaltvolle Trauben ergibt.

Vergoren wird der Blauburgunder spontan. Der Ausbau erfolgt über mehrere Jahre in gebrauchten Holzfässern.

Stil

Ein Kind seines Terroirs. Kühl, lebendig und frisch. Saftige Fruchtaromen geben den Ton an. Im Hintergrund tun sich mineralische Noten auf. Säure und Tannine bündeln den kraftvollen Körper, strukturieren ihn und sorgen für Spannung. Hat Tiefe und Konzentration. Steht erst am Anfang seiner Entwicklung.

Datenblatt

Rebsorte: 100% Blauburgunder
Bewirtschaftungsart: biologisch
Weingarten: Auf ca. 600 Metern. Der Boden besteht vorwiegend aus Quarzphyllit.
Lese: Per Hand
Vergärung: spontan | wilde Hefen
Ausbau: in gebrauchten Holzfässern
Filtration: ja
SO: < 50 mg
Trinktemperatur: 16-18 °C
Perfekte Trinkreife: ab sofort – 2028