Angelo Muto
Via Santa Lucia 32
Tufo
Tel. 0039 0825998073
oder 338 4512965
email: info@cantinedellangelo.com
www.cantinedellangelo.com

Immer Schwefel. Er verfolgt einen durch konventionelle und durch biologische Welten und ist fortwährender Diskussions- und Streitpunkt. An ihm scheiden sich die Geister, die selbst bei Maischegärungen, Ganztraubenpressung oder Amphorenausbau noch Konsensfähigkeit demonstriert haben. Umso erfreulicher, dass sich bei Angelo Muto zwar auch vieles um Schwefel dreht, allerdings in einem wesentlich entspannteren Diskurs. Seine Reben wurzeln darin. Seit drei Generationen bewirtschaftet seine Familie fünf Hektar Weingärten in Tufo und zwar genau über einer Mine, in der im 19. Jahrhundert bis zu 900 Menschen beschäftigt waren und Schwefel abbauten.

War Tufo früher für seinen Schwefel bekannt, punktet die kleine Stadt heute mit Greco, einer weißen Rebsorte, die zu den spannenderen Süditaliens zählt und offensichtlich bestens mit den eigenwilligen geologischen Bedingungen umgehen kann. Greco ist im Grunde genommen keine einzelne Sorte, sondern eine Sortenfamilie, die zum einen so kompliziert miteinander vernetzt ist und zum anderen so viele Unterschiede innerhalb der Familie aufweist, dass es sich lohnt ihr (demnächst) einen eigenen Artikel zu widmen. In aller Kürze lässt sich allerdings sagen, dass manche (aber beim besten Willen nicht alle) Greco-Sorten wahrhaftig griechischen Ursprungs sind und die meisten davon (aber beim besten Willen nicht alle) in Kalabrien ihren Ursprung und ihr Hauptausbreitungsgebiet haben. Tufo ist nicht nur eine solche Ausnahme, es ist gleichzeitig auch das bekannteste aller Greco-Anbaugebiete und erfreut sich seit 2003 über DOCG Status.

Angelo Muto und seine Vorgängergenerationen setzen seit jeher einzig und allein auf Greco. Angebaut wird in zwei unterschiedlichen Weingärten, wobei beide steil & spektakulär sind und an manchen Stellen über 500 Meter hoch. Drei Hektar umfasst die Lage rund ums Weingut, die, einem Amphitheater ähnlich, von früh bis spät Sonne abbekommt; der zweite Weingarten ist älter, von Wald umgeben, noch ein wenig höher und folglich mikroklimatisch anders (weniger Wind, noch mehr Sonne). In beiden wird, trotz der in Richtung Süden schauenden Lage nicht  vor Mitte Oktober gelesen, in kühlen Jahren kann es auch November werden. Greco reift spät, ohne dabei zu viel an Alkohol aufzubauen oder Säure zu verlieren (das sind übrigens mit zwei Gründe, warum man die Sorte mittlerweile auch gerne in Kalifornien und Australien anbaut). Die Bewirtschaftung ist biologisch.

Im Keller macht man das Notwendigste und hat zudem ein paar grundsätzliche Entscheidungen gefällt. Seit ein paar Jahren vergärt man spontan, reguliert allerdings die Temperatur, um laut Angelo, die Klarheit der Aromen zu erhalten. Vergoren werden ganze Trauben und zwar generell in Stahltanks, ausgebaut ebenfalls, und zwar für gewöhnlich über ein knappes Jahr auf der Hefe. Danach geht es in die Flasche, wo der Wein noch vier Monate weiterreift.

Aus dem Amphitheater stammt der Miniere, der in der Nase wie am Gaumen deutlich von Kräutern und Steine geprägt ist, Heuaromen ergänzen dezent. Die Frucht bleibt im Hintergrund, wobei sich das im Laufe der Jahre vermutlich ändern wird. Richtig spannend wird es am Gaumen, wo zum einen die Säure zupackt, zum anderen aber auch der Boden seine Spuren hinterlässt und dem Wein eine vertikale, dynamisch und nie ausladende Richtung gibt. Dem gegenüber steht ein Körper, der durchaus Kraft besitzt und Zug und Druck in Richtung Gaumen aufbaut. Der Torrefavale unterschiedet sich von den Aromen nicht allzu sehr. Zu den Kräutern und Steinen kann man diesmal eher Blütenaromen dazu addieren, die Frucht spielt auch hier eine marginale Rolle. Am Gaumen allerdings wirkt er runder, saftiger und weicher, ohne allerdings an Säure und Druck zu verlieren. Ein wenig Luft schadet beiden Weinen nicht.

WEINE

Miniere
Torrefavale

Die Preise der Weine liegen zwischen € 15 und € 20 (2016)

LINKS

Kampanien

Jahresproduktion: ca.20000 Flaschen
Rebsorten: Greco
Rebfläche: 5 ha
Manuelle Lese: ja
Dünger: ja
Pflanzenschutz: Kupfer und Schwefel
Biologisch zertifiziert: ja
Direktverkauf: ja
Wohnmöglichkeit: nein