VIGNE DI SAN LORENZO

Filippo Manetti
IT-48013 Fognano di Brisighella, Via Campiume 6
mobil 0039 339 1137070
http://www.vignedisanlorenzo.it
info@campiume.it

Filippo Manetti bewirtschaftet 4 Hektar Weingärten nahe Brisighella, in den romagnolischen Hügeln. Sein Weingut basiert auf einer steinalten Kirche, die er über 15 Jahre soweit renoviert hat, dass das Kirchenschiff sein Wohnzimmer ist und der Fernseher wohl da steht, wo einst der Altar war. Wer das genauer inspizieren möchte, kann sich bei Filippo (er hat sechs Zimmer) einmieten, es lohnt sich.

Befindet man sich auf vinophiler Entdeckungsreise, ist man in den Hügeln rund um Brisighella zudem bestens aufgehoben. Filippo ist Mitglied der Bioviticultori, einer sechsköpfigen Gruppe, die es sich zum Ziel gesetzt hat mit nachhaltigen, biologisch zertifizierten Weinbau große Weine aus – zumeist – autochthonen Rebsorten zu produzieren. In Filippos Fall sind das vor allem Sangiovese, Albana und Trebbiano, wobei er auch Merlot und Cabernet angepflanzt hat.

Die Rebzeilen selbst beginnen auf knapp 200 Metern – es ist dort vor allem sandig – und ziehen sich den Monte Bicocca hinauf, auf knapp 350 Meter. Dort oben ist nicht nur das Mikroklima ein anderes auch der Boden hat sich verändert. Gipsartige Mineralien dominieren hier und mit ihnen der Sangiovese. Filippos Zugang ist dezidiert chemiefrei, er spritzt weder Herbizide noch Fungizide und setzt schwer auf die selbstregulierenden Fähigkeiten seiner Rebstöcke.

Im Keller geht es ähnlich weiter. Minimalintervention ist das Grundprinzip, spontane Vergärung, keine Temperaturregulierung, wenig Schwefel und der spät, keine Filtrierung, viel Zeit im Fass – die Gebinde sind durchwegs aus Holz, wobei Filippo in den letzten Jahren sukzessive von Barriques auf große Holzfässer umsteigt. Der Trebbiano verbringt als einzige Rebsorte seine Zeit im Stahltank.

WEINE

Minimalintervention ist das Grundprinzip. Spontane Vergärung, keine Temperaturregulierung, wenig Schwefel, keine Filtrierung – klingt alles recht vernünftig. Außerdem verbringen die Weine viel Zeit im Fass – die Gebinde sind durchwegs aus Holz, wobei Filippo in den letzten Jahren sukzessive von Barriques auf große Holzfässer umsteigt. Der Trebbiano landet als einzige Rebsorte im Stahltank, während die Albana seit kurzem Kontakt in einer Amphore untergebracht ist.

Tendenziell waren Filippos Weine immer ein wenig zu sehr vom Alkohol getragen, einem Faktum, dem er in den letzten Jahren entgegenarbeitete, was sich seit 2009 in zwar noch immer dichten und konzentrierten Weinen manifestiert, die jedoch generell von beeindruckender Eleganz und exzellenter Balance getragen sind.

Der Gea, einer von zwei Weißweinen ist reinsortig Albana. Die Rebsorte genießt generell nicht den besten Ruf, was vor allem an dem absurden Faktum zu liegen scheint, dass man der Albana als ersten Weißwein in den DOCG-Olymp aufgenommen hat – noch vor Verdicchio, Vernaccia oder Garganega. Die Rache des Establishments bestand darin, die Rebsorte konsequent runterzumachen, was sie definitiv nicht verdient hat. Filippos Version vereint all die positiven Attribute, die man über sie sagen kann. Die Säure ist lebendig (weshalb sie auch immer wieder exzellente Süßweine & Schaumweine – Vigne dei Boschi – ergibt), der Gerbstoff fordernd, das Aromenspektrum vereint Zitrus- und exotische Noten, Laub und Kräuter.

Der Trebbiano ist simpler gestrickt. Pfirsich und Blüten geben den Ton an. Trotz der Leichtigkeit des Weins geht es erstaunlich druckvoll und saftig in Richtung Gaumen.

Der Campiume ist ein reinsortiger Sangiovese und auch wenn es jahrgangsbedingt immer wieder größere Unterschiede gibt (die besten Jahre für diejenigen, die es lieber geradlinig und elegant haben wollen, sind 2010 & 13,14 während 2011 & 12,15 eher die ganze Power der Sorte in die Waagschale werfen). Intensiv ist er freilich immer. Mehr Blüten als Kirschen. Kompakt, dicht und saftig, bestens gepuffert von einer ordentlich Ladung Tannin und Säure.

Der San Lorenzo ist dunkel wie die Nacht über Brisighella. Kräuter, Tabak, Fleisch und Kirschen und danach eine ziemlich kraftvolle Version ein Cabernet-Merlot Cuvée. Am Gaumen strukturiert, straff und doch muskulös, nicht zu knapp Holz, lang, balsamisch und samtig.

Vigne di San Lorenzo ist Mitglied der Bioviticultori

Weine

Campiume (Sangiovese in purezza)
San Lorenzo (Cabernet Sauvignon, Merlot)
Le Fieni (Malbo Gentile, Sangiovese, Cabernet)
Campaglione (Sangiovese in purezza)
Gea (Albana)

COLD FACTS

Jahresproduktion: 10000 Flaschen
Rebsorten: Trebbiano, Albana; Sangiovese, Merlot, Cabernet Sauvignon
Rebfläche: 4 ha
Manuelle Lese: ja
Pflanzenschutz: Kupfer und Schwefel
Biologisch zertifiziert: ja
Direktverkauf: ja
Wohnmöglichkeit: nein