Laura & Alberto Cardinali

Vigneto Montepascolo
29014 Castell’Arquato
0039335 6811608
www.vignetocardinali.it
info@vignetocardinali.it

DAS WEINGUT

Das erste Mal habe ich den Brut Nature der Famile Cardinali im Jahr 2011 probiert. Er sah aus wie Fanta, blubberte genauso und war der erste mazerierte Spumante, den ich jemals im Glas hatte. Laura Cardinali erklärte freundlich und ausführlich und auch wenn ich damals so gut wie nichts davon verstand, war mir zumindest klar, dass ich etwas Außergewöhliches im Glas hatte. Es ist bis heute einer meiner liebsten italienischen Schaumweine geblieben.

DIE ANFÄNGE

Laura und Alberto Cardinali setzen fort, was ihre Eltern Milena und Giulio 1973 begonnen haben, als die Famile beschloss nach Castell’Arquato und folglich aufs Land zu ziehen. Von Wein war anfangs kaum die Rede. Man kultivierte einen alten Moscato-Weingarten und nebenbei alles Mögliche. Erst Anfang der Neunziger Jahre beschlossen die Cardinalis, sich dezidiert dem Weinbau zu widmen.

Die Voraussetzungen dafür könnten kaum besser sein. Die 10 Hektar Weingärten am Montepascolo spannen sich sämtlich um das Weingut und sorgen für kurze Wege. Da man von Anfang an biologisch arbeitet, schadet auch der sie umgebende Wald nicht, der sie vor anderen Bewirtschaftungsphilosophien schützt. Man verzichtet auf schwere Gerätschaften, arbeitet fast durchwegs manuell, düngt seit Jahren nicht mehr und verwendet nur in meteorlogischen Ausnahmesituationen marginale Mengen Schwefel und Kupfer. Die Böden basieren auf Ton und Kalk und zwischen den Wurzeln der Reben finden sich unzählige maritime Einschlüsse.

Neben Moscato hat man vor allem Sorten der Region gepflanzt – allen voran Malvasia di Candia Aromitica, das Fundament für den Brut Nature. Barbera, Bonarda und Croatina bilden das rote Trio. Aus ihnen werden drei Weine gekeltert: zwei davon fallen in die traditionellen Welten des Gutturnio, dessen Namen zumindest bis zu den Römern zurückreicht. Beim Gutturnio spielt stets Barbera die erste Geige, Bonarda und Croatina sorgen für möglichst elegante Hintergrundmusik. Früher baute man den Gutturnio stets prickelnd und folglich ganz ähnlich wie den Lambrusco aus, in der Zwischenzeit gibt es allerdings auch stille Versionen – die Cardinalis machen beides. Neben den autochthonen Sorten spielen auch noch Sauvignon Blanc und Chardonnay eine – allerdings untergeordnete – Rolle.

Genauso seriös wie im Weingarten wird im Keller gearbeitet. Der Gärprozess startet stets spontan, danach wird je nach Ausbauart unterschiedlich weitervinifiziert. Der einzige wesentliche Eingriff, den man sich erlaubt ist eine Temperaturkontrolle während der Gärung, um die Fruchtnoten ein wenig in den Vordergrund zu rücken. Ansonsten lässt man die Weine in Ruhe und gönnt ihnen die notwendige Zeit, um sich selbst zu klären. Geschwefelt wird – abhängig vom Jahrgang und vom Traubenmaterial – selten.

Die Weine

I VINI

Solata
Brut Nature
ToMà
Gutturnio
Nicchia

Preisklasse: zwischen € 10-20

Bezugsquellen in Ö, D & CH

Nicht das ich wüsste – würde sich allerdings lohnen

Datenblatt

Rebsorten: Malvasia di Candia Aromitica, Sauvignon Blanc, Barbera, Bonarda, Croatina
Rebfläche: 10 ha
Manuelle Lese: ja
Dünger: –
Pflanzenschutz: Kupfer und Schwefel
Biologisch zertifiziert: ja
Direktverkauf: ja
Wohnmöglichkeit: ja