LUCIANO SAETTI

Luciano Saetti
Via S. Maria 397
Soliera/Modena
Tel./Fax:+39 059 850046
mobil: +39 3484931888
http://www.vignetosaetti.it

Zu Besuch bei Luciano Saetti

Luciano Saettis Weine gibt es bei Vinifero

Luciano Saetti produziert auf drei Hektar drei Weine, die so leicht, bekömmlich und lebendig sind, dass man sie von früh bis spät trinken möchte – dafür verwendet er einzig und allein Salamino, eine Rebsorte, die zwar nicht zu den ganz großen der Welt gehört, allerdings viel besser ist als ihr Ruf und zudem seine Umgebung bestimmt. Salamino ist eine von drei Rebsorten (Sorbara, Grasparossa sind die beiden anderen), die in der Gegend von Modena zu einem Weinstil gekeltert werden, der im Rest der Welt unter dem viel zu simplen Begriff Lambrusco zusammengefasst ist.

Salamino ist filigraner als die beiden anderen, rotbeerig und floral, delikat und dezent. Vorausgesetzt man weiß, was man im Weingarten macht. Luciano lässt diesbezüglich keine Zweifel aufkommen. Die alte Tendone-Erziehung, eine Art Pergola hat er in eine bis zu 2,60 Meter hohe Spaliera-Erziehung umgewandelt. Die gibt ihm die Möglichkeit, seine Trauben vor der emilianischen Sonne zu schützen und ihnen doch auch die nötige Luftigkeit zu geben, um nicht permanent gegen Peronospora und Botrytis kämpfen zu müssen. Die Böden, in denen jeweils eine Reihe Salamino aus dem Jahr 1964 mit einer Reife aus dem Jahr 1996 abwechselt, werden nicht gedüngt, da der Untergrund ohnehin fruchtbar genug ist. Stark verdünnter Kupfer und Schwefel sind die einzigen Pflanzenschutzmittel, die Luciano verwendet. Und zwar nicht erst seit gestern. Luciano arbeitet seit 1988 so, seit 1998, als er begonnen hat seine eigenen Trauben zu vinifizieren, ist er biologisch zertifiziert.

Der Keller ist ein Meisterwerk der Improvisation. Über einem ausrangierten Tiefkühler hat er ein Holzgitter gelegt, in dem er seine Weine degorgiert. Danach wird die Flasche zugekorkt und drei bis fünf Monate lang weggelegt. Eine Presse sucht man vergebens, Luciano verwendet einzig den frei ablaufenden Most – ein Umstand, der seine Weine zusätzlich feiner und eleganter macht. Außerdem findet man auch keine Säcke voller Bentonit, keine Filteranlage und keinen Schwefel. Lucianos Lambruschi sind so viel Natur, wie das ein Kulturprodukt wie Wein eben zulässt.

Sein herausragender Wein ist sein flaschenvergorener rosato, der Il Cadetto (ca.€ 10). Die Perlage ist fein, noch feiner allerdings sind die Beerenaromen – dazu ist das Grundgerüst so frisch und lebendig als würde der Wein aus den Alpen und nicht aus der Tiefebene des Po stammen. 11% Alkohol sind angenehm wenig vor allem dann, wenn man weiß, dass es trotzdem nie dünn und fad wird.

Der klassischen Lambrusco Salamino (ca. € 10) unterscheidet sich vor allem am Gaumen, wo dunklere Aromen mit einem mehr an Tannin und Druck ausgestattet werden. Zu guter Letzt hat Luciano auch noch einen Salamino Fermo (ca.€ 10), eine Lambrusco ohne bubbles in petto. Kräuter und ein paar dunklere Noten gesellen sich in den Wein, der bekömmlich, saftig und rund Lucianos Trio abschließt.

Weine

Lambrusco Rosso Viola
Rosato dell’Emilia
Rosso dell’Emilia

Detaillierte Einzelbesprechung

Lambrusco Rosso Viola 2015

COLD FACTS

Rebsorten: Lambrusco Salamino
Rebfläche: 3 Hektar
Manuelle Lese: ja
Dünger: nein
Pflanzenschutz: Kupfer, Schwefel
Biologisch: ja
Direktverkauf: ja
Wohnmöglichkeit: nein
On the Road: Luciano trifft man in Fornovo, in Cerea, auf der Sorgente del Vino