PRINCIPIANO

Ferdinando Principiano
Via Alba, 19
12065, Monteforte d’Alba (CN)
info@ferdinandoprincipiano.it
www.ferdinandoprincipiano.it

Ferdinando Principiano ist einer jener Querdenker, die das Barolo noch interessanter machen, als es ohnehin schon ist. Seine Weine und seine Anschauungen sind Kampfansagen an eine Winzerschaft, die den Status Quo auch als Zukunftsmodell versteht. Das war nicht immer so. Noch in den Mitneunzigern gehörte Ferdinando zu denjenigen, die in den Fußstapfen Elio Altares und Angelo Gajas eine falsch verstandenen Moderne reproduzierten, d.h. in kleinen Holzfässern, mit kurzen Mazerationszeiten und neuen Technologien (allen voran der Mikrooxidation) dunkelfarbige, üppige Nebbioli vinifizierten. Irgendwann um die Jahrtausendwende allerdings begann Ferdinando sein Selbstverständnis als Winzer zu hinterfragen: und das reduzierte sich seiner Ansicht nach darauf, den nächsten Besuch seines Önologen abzuwarten und dessen Rezepte entsprechend umzusetzen. Er beschloss die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und einen radikalen Neuanfang zu starten.

Abgesehen davon, dass er weiterhin die gleichen Rebsorten (Nebbiolo, Barbera und Dolcetto) verwendete, blieb kein Stein auf dem anderen. Herbizide und Pestizide wurden aus der Weingartenpflege gestrichen, kleine Holzfässer aus dem Keller entfernt, der Önologe entlassen, die Mazerationszeiten verlängert (auf bis zu drei Monate!) und die Eingriffe im Keller soweit reduziert, dass sie irgendwann so gut wie gar nicht mehr stattfanden – seine Weine sind allesamt spontanvergoren, Dolcetto, Barbera und den Nebbiolo Le Coste vinifiziert Ferdinando in der Zwischenzeit ungefiltert und ohne Beigabe von SO₂, der Rest erfährt irgendwann im Laufe des Ausbaus Minimalschwefelungen – oder auch nicht. So genau ist das nicht zu sagen, da auch hier stets Experimente stattfinden. So baut Ferdinando seit dem Jahr 2006 seinen Barolo Boscareto über 10 Jahre im großen Holzfass aus, seit 2008 vinifiziert er einen Teil davon fußgestampft und sulfitfrei.

Boscareto ist übrigens Ferdinando Principanos Paradelage. Vier seiner neun Hektar füllen die süd-östlich gelegenen Rieden oberhalb von Serralunga  aus und von dort stammt auch sein straffer, eleganter, kompakter Basisbarolo.

Pian Romualdo, eine weite Lage in Serralunga bildet das Fundament für einen Barbera der Sonderklasse, während Ravera, eine Lage umgeben von Wald, nochmals mit Nebbiolo bestockt ist, und das seit 1934. Ferdinando keltert daraus seine Riserva, die zwar viel Zeit abbekommen sollte, sich danach freilich in einen dieser Weine verwandeln kann, über die man auch Jahre später noch spricht. Timorasso, die wiederentdeckte weiße Sorte aus den Colli Tortonesi komplettiert ein extrem beeindruckendes Sortiment.

WEINE

Dolcetto d‘ Alba St. Anna

Langhe Nebbiolo

Barolo Serralunga

Barbera d‘ Alba Laura

Barbera d‘ Alba la Romualda

Langhe Freisa Chila

Jahresproduktion: 70000 Flaschen
Rebsorten: Moscato, Timorasso; Nebbiolo, Barbera, Dolcetto
Rebfläche : 14 Hektar
Reberziehung: Guyot
Rebstockalter: bis zu 80 Jahren
Manuelle Lese: ja
Dünger: ja
Pflanzenschutz: Kupfer und Schwefel
Biologisch: nicht zertifiziert
Direktverkauf:
Wohnmöglichkeit: nein
On the road: