Azienda Agricola Trinchero
Adresse: Vianoce,56 Agliano Terme (AT) – Italy
Tel. +39 0141.954016
Fax +39 0141.964800
trinchero@trinchero.it
www.trinchero.it

Rebsorten: Arneis, Chardonnay, Malvasia; Barbera, Dolcetto, Freisa, Merlot, Slarina
Rebfläche: 13 Hektar
Pflanzenschutz: Kupfer & Schwefel
Biologisch zertifiziert:
Direktverkauf: ja
Wohnmöglichkeit: nein
On the road: ViniVeri (Cerea)

Biographie des Weinguts

Mit Barbera ist das so eine Sache. Immer dann, wenn man denkt, das wars dann, nie mehr wieder, kommt plötzlich einer daher, der alles auf den Kopf stellt, Abbitte verlangt, eine Revision altbewährter Vorurteile einfordert und die Rebsorte wieder auf ein Podest stellt, das längst weggeräumt war. Der Barbera aus der Vigna delle Noce, einem 1929 gepflanzter Weingarten, fällt genau in diese Kategorie. Er geht auf das Konto von Ezio Trinchero, der es wie kein anderer versteht aus der notorisch schwierigen (weil oft belanglosen) Barbera bisher nicht bekannte Strukturen, Texturen und Aromen herauszuholen.

GEGENENTWÜRFE

Die Vigna delle Noce ist das Herzstück des beeindruckenden Weinguts von Ezio Trinchero. Vier Hektar umfasst die Lage, die zur Gänze mit Barbera bestockt ist. Die meisten Reben haben 80 Jahre und mehr auf dem Buckel. Die Stöcke wurzeln in roter Tonerde und damit sie das auch noch ein/zwei Generationen länger tun, arbeitet Ezio seit Jahren rigoros biologisch. Die Erträge sind niedrig, das Traubenmaterial tiptop. Das ist dann auch der Grund, warum Ezio im Keller alles aus ihnen rausholt. Die Mazerationszeit  sind lang, damit sich auch alles an Phenolen, Aromen, Extrakten und Farbstoffen im Wein wiederfindet. Lang ist dann auch die Zeit in großen Holzfässern und in der Flasche – der gegenwärtige (2020) Jahrgang ist der 2013. Was für den Barbera aus der Vigna delle Noce gilt, hat auch für seine anderen Weine seine Berechtigung. Der Freisa, im Gegensatz zur Barbera fast immer eine Rebsorte, die spektakuläre Weine ergibt, bleibt 40 Tage auf der Maische, der Dolcetto knapp einen Monat und auch die weißen (Malvasia di candia aromatica, Arneis und Chardonnay) werden mit den Schalen vergoren.

Die Trincheros waren mit die ersten, die im Monferrato, dem Herzstück von Asti, Barbera in Flaschen füllten. Sie hatten schon damals die Absicht, den (oft sprudelnden) Jungweinen eine Antithese gegenüberzusetzen. Damit all das auch in überschaubarere Art und Weise gemacht werden kann, hat Ezio seine Rebfläche von 45 auf 13 Hektar reduziert. Das Fazit ist ein Sortiment an Weinen, das zu den spannendsten des Piemonts vereint.

Nachtrag: es ist noch spannender seit sich Ezio auch mit der quasi unbekannten aber extrem interssanten Rebsorte Slarina beschäftigt.

Ezio Trinchero ist Mitglied bei ViniVeri

Die Weine

Alle Weine werden wird (wie bei allen seinen Weinen und jedem Wein, die hier besprochen werden) spontan vergoren, die Mazerationszeiten sind zwar von Jahr zu Jahr unterschiedlich lang, allerdings selten unter 30 Tagen. Ausgebaut wird in großen slawonischen Holzfässern, danach wandert der Wein ungefiltert und ungeschönt und lediglich mit minimalem Schwefel vor der Füllung in die Flasche, wo er in aller Ruhe weiterreifen kann. An Gerbstoff mangelt es (mit Ausnahme der Grignolino) nie und wer Geduld hat, wird generell belohnt.

Freisa Runchet: strukturiert, saftig, floral, vereint Kraft und Lebendigkeit und lässt am Gaumen nicht zu knapp rote, frische Fruchtnoten zum Zug kommen. Die Freisa ist eine jener Sorte, die kaum bekannt, die Basis für ganz fantastische Weine liefert. Ihre genetische Verwandtschaft zum Nebbiolo sollte Grund genug sein, sie beizeiten mal auszuprobieren.

Barbera Vigna del Noce: Substantiell & komplex. Ein Wein mit so vielen Schichten und Nuancen, dass man sich dafür wirklich Zeit nehmen sollte. 90 Jahre haben die Rebstöcke auf dem Buckel und sollte man mit 90 ebenfalls so viel Energie und so viel zu erzählen haben, wie dieser Wein, hat man einiges erlebt. Die Nase ist balsamisch, erdig, dunkel, voller Laub und reifer Beeren, am Gaumen jedoch macht sich eine Frische und Saftigkeit breit, die verkündet, dass die Reise erst begonnen hat.

Bianco: Malvasia & Arneis. Weit davon entfernt, „bianco“ zu sein.  Kastanienhonig trifft es besser. Da sich in der Cuvèe Malvasia di Candia Aromatica befindet, eine Sorte, deren Schalen so dick wie Panzerglas sind und auch ungefähr die gleiche Konsistenz haben, darf man sich auf ordentlich Gerbstoff gefasst machen. Dahinter wird es allerdings spannend: Salbei, Kamille und reife Marillen sorgen für eine angenehme aromatische Antwort aus das Tannin, die Textur ist saftig, streng und konzentriert. Ein Wein, der fordert und dem Luft (und Zeit ) nicht schadet.

Vino Rosso Nobius
Barbera „Terra di Noce“