Porta del Vento

Porta del Vento ist ein Weingut im Nordwesten Siziliens, wo einerseits erstaunlich erfrischende und vielschichtige Schaumweine in die Flasche gebracht werden, andererseits vor allem aus den beiden Rebsorten Catarratto und Perricone auch exzellente Weine in Rot und Weiß entstehen.

Blickt man von außen auf das vitikulturelle Leben Siziliens, könnte man glauben, dass sich der Qualitätsweinbau nahezu ausschließlich auf die Hänge des Ätna beschränkt. Auch wenn am Vulkan tatsächlich viele recht gute Weine entstehen und das Ambiente eindringlich ist, ist diese Reduzierung – die von unzähligen Artikeln in Weinzeitschriften noch zusätzlich verstärkt wird – eigenartig und fehl am Platz. Denn im Grunde gibt es überall auf der Insel interessante Winzer zu entdecken (und auch auf den Inseln rund um die Insel) und speziell in Noto, Vittoria, Marsala und in der Gegend zwischen Alcamo und Monreale werden tolle Weine aus spannenden Rebsorten in die Flasche gebracht.

Unweit von Palermo, in Camporeale, auf 600 Metern Höhe beschäftigt sich Marco Sferlazzo in seiner Azienda Porta del Vento mit Catarratto und –ungewöhnlich und sehr spannend – Perricone. Das Terrain ist sandig, die Expositionen weisen oft in Richtung Norden und das Klima ist trocken und – nomen est omen – von einer kontinuierlich spürbaren Thermik geprägt. Das hat eine doppelte Konsequenz. Zum einen braucht man bei Porta del Vento kaum Spritzmittel, da sich nur im seltensten Fall Pilzkrankheiten entwickeln, zum anderen hinterlassen Höhe, Ausrichtung und Wind eine knackige Säure im Wein, die Marco dazu animiert hat, in einer der wärmsten Regionen Europas sehr erfolgreich mit Schaumweinen zu experimentieren (der Mira gehört seit Jahren zu den besten Spumante Italiens und auch sein rosa Rifermentato Voria macht Spaß und hat Klasse).

Daneben entsteht im Keller mittlerweile ein recht breites Sortiment, das recht paritätisch alle Weinfarben integriert (von dem ich nur einen Bruchteil kenne aber gerne mehr kennen würde).

Weine – eine Auswahl

Voria Rosato: Ein Rifermentato (Frizzante) in Rosa. Reinsortig Perricone. Zweitgärung in der Flasche. Nicht degorgiert. Riecht nach Erdbeeren, frischen Kräutern und reifen Zitrusfrüchten. Ist kein 08/15 Rosé, hat vielmehr Substanz und Tiefe und dabei doch auch eine belebende Frische. Sehr gelungen und sehr empfehlenswert.

Brut Nature Mira: Ein Metodo Classico aus Catarratto. Verbringt 18 Monate in der Flasche ehe er degorgiert wird. Ist kräuterig, steinig, mit leicht bitteren Fruchtaromen, die an Grapefruits erinnern. Hat Spannung und Druck und wirkt zum Gaumen hin erfrischend und animierend.

Perricone: Eine der wenigen reinsortigen Interpretationen der Rebsorte. Wird über ein Jahr in Zement gereift und danach über weitere sechs Monate in der Flasche. Riecht nach Waldbeeren und Gewürzen. Ist erstaunlich leichtfüßig und ausgewogen. Wirkt weich und harmonisch, mit einer tragenden aber nie aufdringlichen Säure.

Maquè: Cuvée aus Nero d’Avola und Perricone. In Zement vergoren und in Holz gereift. Ist dunkelfruchtiger, würziger und gewichtiger als der reinsortige Perricone. Wirkt warm und rund. 

Saharay: Eine jene Catarratto-Interpretation, die zeigt, was in der Rebsorte steckt, wenn man sie in die richtige Lage setzt und keine unvernünftigen Ertragsvorstellungen mit ihr verbindet. Reift in 2500-Liter Holzfässern. Ist mürb, geschmeidig und harmonisch. Riecht nach mediterranen Kräutern und reifen gelben Früchten. Hat Tiefe, Länge und Kraft. Reift mit Sicherheit blendend. Sehr gut.

Kontakt

Marco Sferlazzo
Adresse: Contrada Valdibella, Camporeale
Telefon:+39 335 6692875
E-mail: info@portadelvento.it
Webseite: portadelvento.it


Rebsorten: Catarratto, Grillo, Perricone, Nero d’Avola
Rebfläche: –
Manuelle Lese: ja
Pflanzenschutz: Kupfer und Schwefel
Biologisch zertifiziert: ja
Wohnmöglichkeit: nein


Bezugsquellen:

Ab Hof: ja, nach Voranmeldung

Aus Italien online: –

AT/DE/CH: –