Kuenhof

Weingut Kuenhof, Peter Pliger
IT-39042 Brixen, Localitá Mara 110
tel. +490472/850546
pliger.kuenhof@rolmail.net

Jahresproduktion: 35000 Flaschen
Rebsorten: Riesling, Grüner Veltliner, Sylvaner, Gewürztraminer
Rebfläche: 6ha
Manuelle Lese: ja
Dünger: nein
Pflanzenschutz: Kupfer und Schwefel
Biodynamisch zertifiziert: nein
Direktverkauf: ja
Wohnmöglichkeit: nein

Das Eisacktal ist voller spektakulärer Weingärten und Winzer, die der Steilheit, dem Wetter und den kargen Böden trotzen – und nicht nur das. Dort oben zwischen Neustift und Bozen werden die mitunter besten Weißweine Südtirols gekeltert. Peter Pliger spielt dabei definitiv einen Vorreiterrolle. Zum einen ging er mit seinen Weingärten immer höher hinauf, zum anderen reduzierte er immer drastischer den Einsatz jedweder Chemikalien im Weingarten, bis einzig ein mikroskopischer Teil Kupfer übrigblieb. Inmitten von Trockensteinmauern, zwischen 550 und 700 Meter und geschützt von Wäldern wachsen lediglich 4 Rebsorten, doch die sind bewusst und gescheit gewählt. Kein Kerner, kein Müller-Thurgau, vielmehr Sylvaner, Veltliner, Gewürztraminer und Riesling (der Kaiton ist mit der beste Riesling Italiens).

Der Minimaleinsatz an Kampfstoffe findet im Keller seine Fortsetzung. Die Weine hören (ähnlich wie bei Alois Lageder) Klassik, allerdings aus dem simplen Grund, weil Peter Pliger gerne mit Musik arbeitet und reifen in Stahl und Akazie. Nach einem Jahr geht es dann ab in die Flasche und es macht Sinn, sie dort für zumindest ein weiteres Jahr zu belassen und, wer die Geduld aufbringt, auch länger zu warten, wird definitiv belohnt. Pligers Weine sind für einen Marathon durch die Zeit gedacht und gemacht und offerieren mit jedem Jahr mehr, das sie am Buckel haben, zusätzliche Nuancen, eine feinere Textur und immer intensivere mineralische Noten. Die Frucht ist so klar, wie es die Eisack gerne wäre und der nicht zu knappe Alkohol wird von knackiger Säure gepuffert. Auch wenn man nicht zwingend werten sollte, würde ich den Kaiton ganz oben in Pligers Tetralogie ansiedeln. Der Rest ist brillant und lohnt sich allemal und alle Tage. Dabei ist vielleicht der Sylvaner der am frühesten zugänglichste, floral, saftig, dicht und knackig, der Traminer ist eine staubtrockene Variation der Rebsorte. Der Veltliner tendiert als einziger Wein zu leichter Üppigkeit, wobei ihm als Puffer die Höhe, die Frische, der Wind – kurz die daraus resultierende Säure hilft. Pfeffer braucht man nicht suchen, Salz allerdings kriegt man nicht zu knapp – dazu Tabak, Rauchigkeit (der Schiefer auf dem Pligers Stöcke stehen, mag einen Teil dazu beitragen) und Exotik.

WEINE

Gewürztraminer
Sylvaner
Riesling Kaiton
Grüner Veltliner