Die klassische weiße Rebsorte der Cinque Terre. Angeblich sollen mit ihr noch immer gut 200 Hektar Rebland bestockt sein, allerdings ist mir nicht klar, wo die sein sollen. In den Cinque Terre selbst ist der Weinbau mittlerweile auf ca. 80 Hektar geschrumpft und außerhalb der wilden Steilhänge Liguriens ist sie mir noch nie untergekommen.

Wie auch immer. Bosco gehört zu den spannendsten Rebsorten der italienischen Westküste. Sie ist in ihren besten Varianten ausdrucksstark und gehaltvoll. In ihrem Aromaprofil finden sich reife Fruchtaromen und mediterrane Kräuter. Sie hat Säure und Körper und eignet sich sowohl für klassisch ausgebaute Weißweine wie auch für Süßweine. Letzteres lässt sich vor allem in den wenigen Flaschen Sciacchetrà nachvollziehen, die heute noch produziert werden. Sowohl in den Süßweinen wie auch in den stillen Version stehen ihr meist Albarola und Vermentino zur Seite – mehr aus traditionellen Gründen, denn aus einer tatsächlichen Notwendigkeit heraus.

Bosco wurde erstmals in den 1830er Jahren dokumentiert. Woher sie genau stammt, steht in den Sternen. In die Cinque Terre wurde sie angeblich aus dem Wald (ital. bosco) der genuesischen Marquesi Durezza gebracht. Nach den Raubzügen der Reblaus war sie – wie auch der Weinbau generell – aus den Cinque Terre quasi verschwunden. Einstige Winzer verdingten sich nunmehr als Fischer. Wieder eingeführt wurde sie von einigen vinophilen Kirchenmännern. Für die paar wenigen Winzer, die sich heute noch die Arbeit machen, Trauben aus den Weingärten der Cinque Terre in Wein zu verwandeln, ist sie ganz sicher die wichtigste Rebsorte.

Die Produktion ist, wie bereits im Text erwähnt, überschaubar. Reinsortigen Bosco gibt es so gut wie gar nicht. Dennoch lohnen sich alle Weine der hier angeführten Produzenten sehr.

La Possa

Luciano Capellini

Walter de Battè (der einzige, der meines Wissens reinsortigen Bosco macht)