Winzer der Emilia-Romagna

Alternative Wege zum italienischen Wein

Region Piacenza

Vigneto Cardinali
La Stoppa
Denavolo
Casè
Distina
Tenuta Borri
Saccomani
Andrea Cervini – Il Poggio
Marco Cordani
Croci
Gaetano Solenghi
Emilio Montesissa


weitere empfehlenswerte Weingüter

Lusenti
Cascinotto di Rizzolo
Gualdora

Parma, Reggio Emilia & Modena

Crocizia (Parma)
Podere Pradarolo (Parma)
Cinque Campi (Reggio)
Denny Bini (Reggio)
Ca‘ de Noci (Reggio)
Vittorio Graziano (Modena)
Claudio Plessi (Modena)
Bergianti – Terrevive (Modena)
San Polo (Modena)
Podere Cervarolo (Modena)
Luciano Saetti (Modena)


weitere empfehlenswerte Weingüter

Camillo Donati (Parma)
Le Barbaterre (Reggio)
Storchi (Reggio)
II Farneto (Reggio)
Quarticello (Reggio)
Casalpriore (Reggio)
La Cavaliera (Modena)
Podere Il Salicetto (Modena)
Angol d’Amig (Modena)
Podere Sotto Il Noce (Modena)
Terraquilia (Modena)

Bologna

Orsi
Maria Bortolotti
Gradizzolo


weitere empfehlenswerte Weingüter

Al di la del fiume
Giovannini
Fedrizzi
Erioli Vini

Die Romagna

Vigne di San Lorenzo (Faenza)
Il Pratello (Faenza)
Andrea Bragagni (Faenza)
Vigne dei Boschi (Faenza)
Fondo San Giuseppe (Faenza)
Paolo Francesconi (Faenza)
Pian di Stantino (Faenza)


weitere empfehlenswerte Weingüter

Ca‘ dei Quattro Archi
Villa Venti
Quinzan (Faenza)
Terra di Macerato
San Biaggio Vecchio (Ravenna)
Bissoni
Tenuta La Viola
Cantina San Biagio Vecchio
Marta Valpiani
Clos Forano (Cesena -Romagna)
Delle Selve (Rimini)
Villa Papiano

 

DIE BESTEN WEINE DER EMILIA-ROMAGNA

EINE VÖLLIG SUBJEKTIVE AUSWAHL

WEISS & ORANGE

Podere Pradarolo: Vej
La Stoppa: Ageno
Denavolo: Dinavolo (vinonudo.at)
Denavolo: Dinavolino (vinonudo.at)
Cardinali: Solata
Andrea Cervini: Bianco
Cinque Campi: Bora Lunga
Ca‘ de Noci: Notte di Luna (vinonudo.at)
Andrea Bragagni: Rigogolo
Podere Sotto il Noce: Funambol
Bergianti: Rino
Vigne dei Boschi: MonteRè
Fondo San Giuseppe: Fiorile
Gradizzolo: Bersot (Pignoletto)
Gradizzolo: Le Anfore (Pignoletto)
Bortolotti: Eligio (Sauvignon Blanc)
Bortolotti: Bosco (Pignoletto)
Croci: Valtolla

 

ROT

Cinque Campi: Il Marcone (Malbo gentile)
Il Pratello: Montignana (Sangiovese)
Vigne dei Boschi: Poggio Tura (Sangiovese)
Casé: Pinot Nero
Ca‘ de Noci: Gheppio (vinonudo.at)
Denny Bini: Maestrale 315 (Malbo gentile)
La Stoppa: Macchiona (Barbera/Bonarda)
Andrea Cervini: Vino del Poggio Navel (Barbera/Bonarda)
Andrea Bragagni: Casa i frati (Sangiovese)
Vigne San Lorenzo: Campiume (Sangiovese)
Paolo Francesconi: Romagna Sangiovese Limbecca
Bortolotti: Matilde (Barbera)
Solenghi: Barbera Attesa

WEISS/ORANGE (SPRUDELND)

Ca‘ de Noci: Querciole
Ca‘ de Noci: Riserva dei fratelli (ein Monument, einer der besten Schaumweine Italiens – maischevergoren)
Cardinali: Brut Nature
Pradarolo: Vej (ein zweites Monument – maischevergoren)
Quarticello: Despina (Malvasia)
Cinque Campi: L’Artiglio
Emilio Montesissa: Buonissimo
Vittorio Grazziano: Tarbianaaz (Trebbiano di Soave)
Claudio Plessi: Tarbian (Trebbiano di Soave)
Claudio Plessi: Ruggine
Bortolotti: Falestar (Pignoletto)
San Polo: Matris Album (Trebbiano di Soave)
Vigne dei Boschi: Albana

ROSÉ/ROT

Luciano Saetti: Il Cadetto, Rosato dell’Emilia
Luciano Saetti: RossoViola, Lambrusco
Denny Bini: Rosa dei Venti
Denny Bini: Ponente 270 (Lambrusco)
Casalpriore: Stiolorosso (Lambrusco)
Crocizia: Otobbor
Crocizia: Marc Aurelio (Lambrusco Maestri)
Camillo Donati: Rosso della Bandita
Ca’de Noci: Sottobosco (vinonudo.at)
Quarticello: Nero Maestri (Lambrusco Maestri)
La Collina: Terra Luna (Lambrusco)
Lusenti: Colli Piacentini Gutturnio Tournesol
Claudio Plessi: Uva Tosca
Claudio Plessi: Lambruscaun
Bergianti: Rosso (vinonudo.at)
Bergianti: Perfranco (vinonudo.at)
Angol d’Amig: Rosso
Podere Sotto Il Noce: Confine
Vittorio Grazziano: Fontana dei Boschi
Croci: Guttunio Sur Li
Podere Cervarola: Il Cenerino

DIE EMILIA

Die Emilia ist eine der großen Unbekannten der italienischen Weinwelt. Zumindest in unseren Breitengraden. Schuld daran hat und das mag durchaus paradox klingen, einer der bekanntesten Weine Italiens, der Lambrusco. Der wird gnadenlos in den Mittelpunkt gerückt und da die Händler und Wirte in Österreich und Deutschland zudem darauf fixiert sind, fast immer nur süßen Billigstlambrusco anzubieten, kennt man zwangsläufig dortzulande nur Mist.

Dabei ist zum einen zu sagen, dass es zwar nicht viele aber ganz sicher ein Dutzend Produzenten gibt, die in kleinem Maßstab ausgezeichneten und staubtrockenen Lambrusco produzieren (Camillo Donati, Denny BiniCinque Campi, um nur einige zu nennen), zum anderen finden sich in der Emilia so viele innovative und experimentelle Winzer wie in kaum einer anderen Gegend des Landes. Diese schätzungsweise gut 50 Betriebe greifen auf ein beeindruckendes Spektrum an autochthonen Rebsorten zurück, das sich trotz des Siegeszugs des Lambrusco ab den 60er Jahren stets gehalten und in den letzten Jahren wieder vergrößert hat.

Da lokale Komponenten in der Emilia eine eminente Rolle spielen, ein kurzer Abriss ihrer Gliederung. Im Westen, an der Grenze zu Ligurien und der Toskana, in den Hügeln um Piacenza, hat der Gutturnio seine Heimat, eine meist stille, manchmal sprudelnde Cuvèe aus Bonarda und Barbera. Beide Stilistiken sollte man probieren – ihre besten Versionen sind dicht, saftig und dunkelfruchtig. Außerdem hat sich die Ecke in den letzten 15 Jahren zu eine der Hochburgen des vino macerato, des Orange Wines entwickelt. Der Grund ist vor allem in zwei Rebsorten zu suchen, die es an Gerbstoff und Struktur locker mit Nebbiolo aufnehmen können: die Malvasia di Candia Aromatica, die gemeinsam mit der Ortrugofür eine der radikalsten und langlebigsten Versionen oranger Weine (La StoppaDenavoloCardinali) verantwortlich zeichnet. Dazu kommen aber auch Experimente, denen man durchaus Beachtung schenken sollte, wie beispielsweise den Pinot Nero Anpflanzungen von Alberto Anguissola auf einem über 600 Meter hohen Kalksockel.

Ab Parma und in Richtung Osten bis nach Modena beginnt dann die große Zone des Lambrusco, in der sich kleine Enklaven beeindruckender Individualisten eingenistet haben, die mit teils exzellenten Weinen für Furore sorgen sollten (gäbe es ausreichend Leute, die sie auch trinken würden). Dafür halten zum einen die diversen Lambruscospielarten her, zum anderen lokale Rebsorten, von denen man vor allem zwei im Auge behalten sollte. Die Spergola, deren dicke Haut und krachende Säure die Basis für brillante Schaumweine und ein paar ganz gute mazerierte Weine liefert (Ca‘ de Noci, Cinque Campi) und  Malbo Gentile, dessen dunkle Würze und kräftiges Tannin ihn definitiv zur Nummer eins unter den roten Rebsorten der Region verhilft (Vittorio Graziano, Denny Bini, Cinque Campi produzieren erstklassige Versionen). Und wie schon gesagt: der Lambrusco ist, wenn man ihn ernst nimmt, alles andere als die alkoholische Version eines Cokes.

Bleiben die Hügel um Bologna und auch da tut sich einiges. Die Rebsorte, die man im Auge behalten sollte, ist diesmal Pignoletto und den besten macht Flavio Canetti in der Azienda Maria Bortolotti. Gradizzolo lohnt sich ebenfalls allemal, zumal man neben zwei traditionellen Pignoletto-Versionen auch noch eine dritte in die Amphore steckt und eine vierte sprudelnd (Methode champenoise) vinifiziert.

DIE ROMAGNA

Östlich von Bologna beginnt die Romagna und mit ihr die Vorherrschaft des Sangiovese. Eingefleischte Romagnoli vertreten die Meinung, dass die wichtigste Sorte Italiens ihren Ursprung rund um Brisighella und Modigliani hat. Nachdem die Sorte sehr alt ist, kann zumindest nicht das Gegenteil bewiesen werden und es steht außer Zweifel, dass sich die Sorte in der Hügelwelt südlich von Imola, Faenza, Forlì und Rimini extrem wohl fühlt.

Die natürlichen Voraussetzungen der Romagna unterscheiden sich nicht nur aufgrund der geologischen Diversität. Auch die extremen Höhenunterschiede, die auf Null Metern in der Ebene beginnen und auf über 600 Metern enden, tragen ihren Teil zur stilistischen Vielfalt der Gegend generell bei. Dem Sangiovese steht dabei die Albana zur Seite, die in der Vergangenheit völlig unverdient viel Hohn und Spott ertragen musste. Lange Zeit wurde sie als Süßweintraube belächelt, wobei sie das tatsächlich auch ist. Und eine exzellente noch dazu. Doch gerade in den letzten zehn Jahren lotet man ihr Potenzial auch in trockenen Versionen, wobei längere oder kürzere Maischestandzeiten Qualität und Potenzial für gewöhnlich erhöhen (der MonteRe der Vigne dei Boschi ist eine der besten maischevergorenen Weine Italiens). Aufgrund ihrer zupackenden Säure eignet sie sich zudem bestens für Schaumweine.

Die Meinung der anderen

Artikel über Weine und Winzer der Emilia Romagna

Natural Lambrusco is just the beginning (Punch)