Auriel Società Agricola di Felice Cappa e Marta Peloso
Cascina Boschi – 15020 Ponzano Monferrato (AL) – Piemonte – Italia
Tel:  +39 333 8767975; + 39 335 5940755
email: info@aurielmonferrato.it
http://www.aurielmonferrato.it/

Auriel ist ein junges Weingut. 2005 unterschrieben Marta Peloso und Felice Cappa den Kaufvertrag für 65 Hektar Wald in Cascina Boschi, einem vergessenen Ort bei Ponzano Monferrato, unweit von Asti. 2007 setzten sie auf drei Hektar Reben in die Lichtungen. 2010 gab es den ersten Wein und seit damals geht in bei Auriel qualitativ die Post ab. Grignolino und Barbera, die beiden klassischen Rebsorten der Zone werden so puristisch, klar und subtil interpretiert wie nirgendwo sonst im Piemont.

Topographie: Das Gelände rund um das kleine Weingut ist hügelig, die Weingärten stehen folglich durchwegs in Hanganlagen, die auf ca. 350 Meter in Richtung Süden und bisweilen auch Südwesten schauen. Der stete Wind setzt vor allem im Sommer klimatische Kontrapunkte und sorgt zudem dafür, dass die Reben nach Regenfällen rasch abtrocknen. Das ist schon deswegen von entscheidender Bedeutung, da Marta und Felice konsequent biologisch arbeiten und zudem auch von Viticoltura Biodinamica, einer, wenn ich das richtig verstehe, Alternativorganisation zu Demeter biodynamisch zertifiziert sind.

Wie auch immer: die beiden betreiben eine auf Respekt und Nachhaltigkeit basierende Landwirtschaft, die jenseits aller ethischen Prinzipien vor allem auch ihren beiden Sorten ein ideales Umfeld bieten will. Gleichgewicht ist dabei einer der Schlüsselbegriffe, der sich durch die gesamte Konzeption der beiden zieht: große, bisweilen metaphysische Balancen wie jene zwischen Mensch und Natur spielen dabei genauso eine Rolle, wie die wesentlich pragmatischeren zwischen Laubwand und Wetter, Nützlingen und Schädlingen oder jene zwischen Zucker, Gerbstoff und Säure.

Grignolino & Barbera: Gerade letztere haben bei der alles andere als einfachen Sorte Grignolino elementare Bedeutung. Grignolino leitet sich vom piemontesischen Dialektausdruck grignolè ab, was sich – eine onomatopoetische Referenz an die bisweilen krachende Säure und aggressiven Tannine – mit das Gesicht verziehen und mit den Zähne knirschen übersetzen lässt. Luigi Veronelli, der größte unter den vielen großen Kritikern Italiens, meinte sie wäre anarchistisch & individualistisch (was angesichts der Tatsache, dass Veronelli selbst deklarierter Anarchist und berühmt für seine unkonventionellen Meinungen war, ein großes Kompliment darstellt).

In den richtigen Händen allerdings (in diesem Fall die von Marta Peloso), vor allem jedoch in den richtigen Lagen entwickelt Grignolino eine subtile, ausgewogene Textur, dessen feiner Körper unbeschwert und spielerisch Säure und Tannin integriert und neben Blütenaromen und Pfeffer, vor allem rote Beeren und je nach Terroir, steinige, kühle, erdige und salzige Details offeriert. Die Farbe ist selbst bei intensiver Auslaugung der Beerenhaut bestenfalls ein leicht angedunkeltes Rosa, der Alkohol ist auch bei späten Lesen generell niedrig, dass Reifepotenzial trotzdem enorm.

Auch beim Barbera, über den man nur selten lobende Worte verliert, legt Auriel die Latte hoch. Und auch hier dominiert Finesse und Trinkfluss über plumpe Kraft, Eleganz über Muskeln. Die Fruchtaromen sind um einiges intensiver als beim Grignolino, dazu gesellt sich profunde Würze. Ausgebaut wird der Barbera in großen Holzfässern, für den Grignolino zieht man Zement vor. Vergoren wird generell spontan und ohne Temperaturkontrolle, statt Schönen und Filtern setzt man ganz simpel auf die Zeit, die sukzessive die Trubstoffe in Richtung Fass- und Zementboden befördert und zudem auch für sensorische Balancen sorgt.

WEINE

Grignolino del Monferrato Casalese (ca. € 17)
Barbera del Monferrato (ca. € 15)

Jahresproduktion: ca.8000 Flaschen
Rebsorten: Grignolino, Barbera
Rebfläche: 3 ha
Manuelle Lese: ja
Dünger: nein
Pflanzenschutz: Kupfer und Schwefel
Biologisch & biodynamisch zertifiziert: ja
Direktverkauf: ja
Wohnmöglichkeit: nein