FABRIZIO IULI

Fabrizio Iuli
Frazione Montaldo di Cerrina
Via Centrale 27
Tel: 0142 946657
www.iuli.it
cavimon@iuli.it

Eine Stunde ostwärts von Turin, in den Hügeln des Monferrato, einer Region, die den umgekehrten Bekanntheitsgrad von Barolo hat, liegt Montaldo, ein Dorf mit 30, maximal 35 Einwohner. Einer der drei Dutzend ist Fabrizio Iuli, dezidierter Barberista, was weniger seinem Bart vielmehr seiner Leidenschaft für Barbera, der NR.1 in Monferratos Rebsortenspiegel, zu verdanken ist. 9 Hektar hat er insgesamt, knapp acht davon sind dem Barbera gewidmet, wobei die Weingärten in voller Absicht relativ weit auseinanderliegen. Er möchte der ganzen Region den Spiegel vorhalten, die Mikroklimata in den Weinen sprechen lassen und auch der Geodiversität Platz einräumen (wobei seine Stöcke fast durchwegs auf Böden mit hohem Kalkanteil stehen).

Zum einen ist das nun sein Verdienst, setzte er doch speziell in den Spätneunziger Jahren einige Hektar selbst aus, zum anderen sind viele Stöcke steinalt, seinem Großvater sei Dank. Der brauchte Wein für die eigene Trattoria und da Grund und Boden vorhanden waren, setzte er Barbera aus. Das war 1935 – die Stöcke stehen heute noch. Das wiederum liegt ganz sicher auch an einem seit jeher natürlichen Ansatz im Weingarten: hatte sein Großvater keine Möglichkeit den Boden und alles, was sich darin bewegt mit Herbiziden zu killen, hat Fabrizio keine Lust darauf. Seit ein paar Jahren ist er biozertifiziert, erste Schritte in Richtung Biodynamik sind ebenfalls gesetzt.

Im Weinkeller wird nicht allzu viel getan, wobei Fabrizio durchaus ein klares Konzept verfolgt. Speziell über die unterschiedlichen Gebinde aber auch durch die diversen Terroirs, variablen Erträge (die liegen zwischen 0,7 und 1,5 Kilo pro Stock) und unterschiedliche Ausbauzeiten definiert er seine Stile. Naheliegenderweise findet sich sein Einstiegswein (Umberta – Fabrizio meint, der Barbera sei eine feminine Rebsorte) die ganze Zeit über im Stahltank (der Rest wird nur darin vergoren), Frucht und Klarheit drängen folglich in den Vordergrund drängen. Die beiden anderen reinsortigen Barberas liegen im Holzfass (gebraucht und neu) und zwar solange wie sie da bleiben wollen. Wenn sie das Holz über haben, holt Fabrizio sie raus, Bauchgefühl, wie so oft, wenn es um sensorische Entscheidungen geht. Allen gemein sind freilich ganz grundsätzliche Faktoren: sämtliche Weine sind spontanvergoren, ungefiltert und nicht geschönt. Das trifft auch auf den großen Außenseiter in Fabrizios Repertoire zu. Denn neben Barbera hat er auch noch eine andere Liebe und die ist – Winzer scheinen diesbezüglich nicht aus ihrer Haut zu können – Pinot.

Da man Leidenschaften nachgeben sollte, wenn sie dazu tendieren, zur Obsession zu werden, pflanzte er 1999 einen Hektar davon aus. Auf Kalk und hoch oben, um der kühlen Stilistik seiner burgundischen Vorbildern nahezukommen. Tendenziell sind nicht nur der Pinot, sondern auch seine Barberas kräftig, dicht und intensiv, doch dank des kalkdominierten Untergrunds auch straff, säurebetont und elegant.

Fabrizio Iuli ist Mitglied von Vinnatur.

WEINE

Umberta (Barbera)

Barabba (Barbera)

Rossore (Barbera)

Malidea (Barbera/Nebbiolo)

Nino (Pinot Nero)

Jahresproduktion: Flaschen
Rebsorten: Barbera, Nebbiolo, Pinot Noir
Rebfläche: 9 Hektar
Manuelle Lese: ja
Dünger: ja
Pflanzenschutz: Kupfer und Schwefel
Biologisch ja
Direktverkauf:ja
Wohnmöglichkeit: ja
On the road: