Tenuta Grillo

Guido e Igiea Zampaglione
Strada Maranchetti 6, 15010 Gamalero (AL)
Tel/fax: 0131 709176
Cell. 339 5870423
info@tenutagrillo.it
www.tenutagrillo.it

DAS WEINGUT

Guido Zampaglione stammt ursprünglich aus Kampanien und alle paar Wochen kehrt er auch dorthin zurück – beziehungsweise immer dann, wenn er denkt, dass ihn sein Weingarten, aus dessen Trauben er einen der besten Fianos des Landes, den Sancho Panza keltert, braucht. Den Rest der Zeit verbringt er acht Autostunden entfernt im Basso Monferrato, bewirtschaftet dort die Tenuta Grillo und produziert ein Quartett an Weinen, das eigenständig und kompromisslos, sensorische Bilder eines vergangenen Piemonts evoziert: Robuste, dichtgewobenene, kräftige Interpretationen, meilenweil entfernt von den infantilen und weichgespülten Weinen, die sich selbst im lange bäuerlich geprägten Südpiemont in den letzten Jahrzehnten vervielfacht haben.

Schon Guidos Vater kelterte Wein, trank ihn danach aber meist selbst oder mit Freunden, da Weizen sein eigentliches Geschäft war. Die Familie der Mutter hingegen produzierte tatsächlich Wein. Dort lernte Guido, wie man es nicht macht, meint allerdings, dass das ähnlich wichtig war wie seine Lehrjahre bei La Stoppa, Elena Pantaleonis Kultweingut in den Hügeln südlich von Piacenza. Die Zeit mit ihr und Giulio Armani, dem Kellermeister und mittlerweile auch Eigentümer der Azienda Denavolo öffnete ihm neue Welten. Sie prägte auch in der Folgezeit seine Herangehensweise im Weingarten wie im Keller.

Schon 2003, im ersten Jahr der Tenuta Grillo, stellte er die einst konventionell bearbeiteten Rebflächen auf biologische Bewirtschaftung um und lernte akribisch seine Gegend, seine Reben und Böden kennen. Insgesamt 17 sandige, stark kalkhaltige, auf einem Plateau gelegene Hektar, die größtenteils mit Barbera, Dolcetto, Freisa und Cortese, den klassischen Sorten des Monferrato bestockt waren (und sind).

Guido liest seine Trauben spät, der Ertrag ist gering und was in den Keller kommt, ist makellos und reif. Sollte es auch sein, denn was danach passiert, tut man mit möglichst perfektem Material. Er mazeriert seine Trauben, rot wie weiß, ohne Temperaturkontrolle und das für mindestens 30 Tage, manchmal aber auch für ein paar Wochen länger. Diesen extremen, aber letztlich der Region und seinen Traditionen geschuldete Ansatz verfolgt er seit nunmehr 15 Jahren und zwar in fester Überzeugung. Zum einen möchte er so die Essenz aus den Trauben holen, denn die sitzt, nicht nur seiner Meinung nach, in der Schale, zum anderen bietet eine lange Mazerationszeit einen natürlichen Oxidationsschutz und somit ein perfektes Fundament für eine nicht invasive Vinifikation. Nach dem Pressen werden die Weine in große Holzfässer verfrachtet und bleiben dort für Jahre auf der Feinhefe. Erst einmal gefüllt reifen sie über eine Zeitspanne von zwei bis zehn Jahren in der Flasche weiter. Zeit heilt hier keine Wunden, sie öffnet aber aromatische Welten und führt in neue sensorische Dimensionen.

Guido Zampagliones Weine blättern Kapitel in der Geschichte des Basso Monferrato auf, die möglicherweise schon vor vielen Jahrzehnen geschrieben wurden. Kompakt und oft auch widerspenstig verweigern sie sich gerne heraufbeschworenen aromatischen Sortentypizitäten und lassen dafür – erdig, fleischig und von Kräutern getragen – die Region und ihre Traditionen zu Wort kommen.

Ps: Diese letzten Sätze lassen sich eins zu eins auf die Situation rund um Avellino in Kampanien übertragen – auch dort liefert Guido Zampaglione mit dem Sancho Panza (früher war er gemeinsam mit seinem Onkel für den legendären Don Chisciotte verantwortlich) einen dynamischen, erfrischenden und authentischen Gegenentwurf zu den oft akklamierten aber charakterlosen und beliebigen Fianos. Deren immenses Potenzial wird meist schon in den Weingärten der Garaus gemacht oder aber in hochgerüsteten Kellern meist erst weggeschönt und danach auch noch weggeschwefelt und weggefiltert.

Die Weine

Pecoranera
Pratoasciutto
Igiea
Baccabianca
Sancho Panza

BEZUGSQUELLEN

Die Weine von der Tenuta Grillo gibt es bei www.vinonudo.at

Cold Facts

Jahresproduktion: 25000 Flaschen
Rebsorten: Cortese, Barbera, Dolcetto, Freisa, Merlot
Rebfläche: 17 Hektar
Reberziehung: Guyot
Rebstockalter: 10-25 Jahre
Manuelle Lese: ja
Dünger: keiner
Pflanzenschutz: Schwefel und Kupfer
Bio-Biodynamisch zertifiziert: nein
Direktverkauf: ja
Wohnmöglichkeit: nein