Francesco Guccione

Corso Trieste 46
90040 San Cipirello Palermo
Tel: +39 091 6116686
francescoguccione.cerasa@gmail.com

DAS WEINGUT

San Cipirello, 35 Kilometer südlich von Palermo aber gleichmal 600 Meter hoch gelegen ist die Heimat von Francesco  Guccione und seinen Rebstöcken. Sanfte Hügel, die am Horizont in schroffes Gebirge übergehen und dazwischen hunderte verschiedene Braunschattierungen. Hört man in nördlichen Regionen Winzer über trockene Sommer klagen, weiß man spätestens bei Francesco, wie man diese Klagen einordnen sollte. An Regen denkt er gar nicht, an Bewässerung allerdings auch nicht – das führt dann dazu, dass sich die Erträge quasi von selbst reduzieren, da die Wasserversorgung der Stöcke sich auf einem permanenten Minimum befindet. Irgendwo, tief unten in den sandig-mergeligen Böden, finden sich zwar ein paar Tropfen, viel ist das allerdings nie. Gesund sind die Stöcke allerdings allemal, und auch an Nährstoffen mangelt es nicht – das Bodenleben ist erstaunlich aktiv, biodynamische Bewirtschaftung zahlt sich auch in der Hitze Siziliens aus. Dieser Mangel an Feuchtigkeit hat fraglos auch seine Vorteile. Mit Oidium gibt es zwar beizeiten Probleme, Peronospora allerdings tritt so gut wie nie auf. Kupfer braucht er folglich gar nicht oder selten.

Francesco bewirtschaftet insgesamt sechs Hektar – die Stöcke stehen in drei Meter Abständen und liefern insgesamt ganze 15000 Flaschen – in denen lokale, regionale und nationale Sorten wurzeln. Lokal sind Perricone (rot) und Cataratto (weiß), regional Nerello Mascalese, den sein Großvater vom Ätna mitbrachte, um dem allgegenwärtigen Nero d´Avola eine Antithese entgegenzukeltern und national Trebbiano (der sich in Sizilien eher selten findet, aus dem Francesco allerdings einen spektakulären Wein keltert). Die Perricone-Trauben sind dunkelblau, mit einer Schale so dick ist, dass man sie auch bestens für Schuhe verwenden könnte. Für gewöhnlich wird sie dem notorisch gerbstoffarmen und strukturschwachen Nero d´Avola hinzugefügt, Francesco vergärt ihn in für sich allein.

Mitten im Ort liegt Francescos Keller, brandneu und fantastisch unprätentiös (keine 12 Meter langen Mahagonitische im EU-gesponserten Verkostungsraum) dafür funktionell und so groß, dass noch Platz für ein paar mehr Holzfässer bleibt.

Der Trebbiano wird im Gegensatz zum Perricone im klassischen sizilianischen Tendone erzogen, die Trauben baumeln folglich direkt vor unserer Nase und schmecken selbst mit NULL Prozent Alkohol brillant. Mit 12,5% allerdings sind sie noch besser, selbst dann, wenn sie direkt aus dem Fass gezogen werden. Die wenige Säure wird durch eine feine Tanninstruktur kompensiert, wobei Francesco längere Mazerationszeiten vom Jahrgang abhängig macht. Einheitliche Jahrgangsstilistiken sind ihm egal und da selbst in Sizilien nicht jeder Sommer gleich ist, schmecken die Weine von Jahr zu Jahr eben auch unterschiedlich. Der 2013 (die Charge aus dem Holzfass – er hat auch einen Teil im Edelstahl) riecht nach Kräutern und Salz und schmeckt auch danach – dazu kommt eine warme reife Fruchtnote und im Verbund ist das ganz simpel und schlicht großartig. Ähnliches lässt sich über den Cataratto sagen, der in der Nase etwas runder und wärmer wirkt, am Gaumen dann allerdings auch seine Ecken und Kanten hat. Francesco ist ein extrem behutsamer Kellermeister und ständig auf der Suche nach Perfektion. Da er kaum interveniert (weder bei der Temperatur noch bei den Hefen greift er ein, er filtert und schönt nicht und schwefelt minimal) ist diese Suche zurzeit vor allem die Wahl der richtigen Gebinde  – Holz steht fest, doch wie groß und woraus genau geküfert eben nicht. Dass er die richtige Wahl treffen wird, ist allerdings genauso in Stein gemeißelt wie es die Kombinationen Makrelen und Cataratto, Thunfisch und Nerello Mascalese und Steinbutt und Trebbiano sind.

Cold Facts

Jahresproduktion: 15000 Flaschen
Rebsorten: Trebbiano, Cataratto, Perricone, Nerello Mascalese
Rebfläche: 6 Hektar
Manuelle Lese: ja
Dünger: ja, organisch
Pflanzenschutz: Kupfer und Schwefel
Biodynamisch: ja
Direktverkauf: ja
Wohnmöglichkeit: nein

Die Weine

P (Perricone)
NM (Nerello Mascalese)
T (Trebbiano)
C (Cataratto)