La Cipolla 

Denny Bini
v. Bacchi Andreoli n.11,
42123 Coviolo
denny.bini@libero.it
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La Cipolla, Denny Binis kleines Weingut, beginnt genau dort, wo der Apennin langsam ausläuft. Am allerletzten Hang vor der großen Ebene, die sich bis zum Po und weiter spannt, hat er gerade einen dreiviertel Hektar Reben ausgepflanzt, was seine Rebfläche schlagartig verdoppelt hat. Rechnet man noch die eineinhalb Hektar dazu, die er für seinen Opa (der alte Mann ist übrigens sehr zufrieden mit der Arbeit seines Enkels) bewirtschaftet, sind wir schon bei drei Hektar, in denen übrigens SorbaraGrasparossa und Salamino (die Basis für seine Lambruschi), Malbo Gentile (brillant), Trebbiano und Spergola (exzellent für Schaumweine) wurzeln.

Über dem Hang liegt ein Plateau, auf dem 2003 Dennys Karriere als Winzer begonnen hat. Die Rebstöcke sind noch jung, die Weine haben trotzdem mehr Potenzial, Kraft, Ausdruck und Originalität als man sich das von Lambrusco & Co. nur irgendwie vorstellen kann (aber dazu später). Was vor allem daran liegt, dass seine Form der Bewirtschaftung genau das Gegenteil davon verfolgt, was sonst so in der Ecke betrieben wird.

Er arbeitet biologisch, begrünt ein wenig und überlässt dann den Boden der indigenen Flora und Fauna. Die gedeihen prächtig, die Erde ist fruchtbar, wenn auch nicht mehr so üppig wie in der Ebene bei seinem Lambruscokollegen Luciano Saetti. Er düngt folglich nicht und abgesehen von den üblichen Arbeiten (Rebschnitt, Einstricken und einmaligem Mähen) passiert nicht allzu viel. DieLaubwand zieht er von 1,10 auf über 2 Meter hoch, was zwar verblüfft aber zum einen gibt es in der Emilia im Frühjahr gelegentlich noch Spätfröste und zum andere schützt er damit die Trauben vor der intensiven Sommersonne.

Die drei Lambruscosorten spielen die Hauptrollen, wobei er, wie fast alle Qualitätswinzer der Region, eine große Affinität für Malbo Gentile hegt. Die ist dunkel wie Teer, Lakritze und Zwetschken und schmeckt auch ein wenig so. Zudem hat sie Schalen, dick wie Baumrinde und deshalb nicht zu knapp Gerbstoff. Bis vor kurzem musste Denny seine Trauben zur Vinifikation zu einem befreundeten Winzer fahren, seit 2014 allerdings hat er seinen eigenen Keller, der zwar noch in der Entstehungsphase ist aber schon jetzt Spektakuläres verspricht. Ein Stall aus längst vergangenen Zeiten wird künftig seine Fässer, die Presse und auch die gefüllten Flaschen beherbergen und wer Lust hat, kann jederzeit vorbeischauen. Angeschlossen ist ein Agriturismo, der von einem Freund betrieben wird und in dem man sich bestens über Dennys Weine hermachen kann.

Das lohnt sich übrigens sehr. Die sieben Weine – alle nach Windrichtungen benannt – sprudeln alle, außer dem Malbo. Sie alle haben ihre Zweitgärung in der Flasche durchgemacht, wobei Denny zu den wenigen Winzern gehört, der es dabei belässt und nicht degorgiert. Man muss also mit ein bisschen mit ein paar Trubstoffen leben aber die sind im Vergleich zu dem, mit wem und was man sonst leben muss, wirklich kein Problem. Der Bianco ist knackig, lebendig, aromatisch und so frisch und druckvoll, dass man endlich glaubt die Alternative zum Nachmittagsbierchen gefunden zu haben. Der Rosato – wie schon der von Luciano – ist gschmeidig und saftig und die Alternative zum zweiten Krügel. Danach wird es profunder: der Grasparossa kombiniert sich bestens mit einer Zigarre und selbst wenn die fehlt, hat man ein wenig Tabak in Nase und Mund, der Malbo ist weich, dicht und rund, die Cuvée in rot dagegen erdig, ledrig, substantiell, würzig und dicht. Alles total beeindruckend. HINFAHREN UND AUSPROBIEREN!

La Cipolla ist Mitglied bei Vinnatur.

Rebsorten: Grasparossa, Salamino, Sorbara, Malbo gentile, Spergola, Trebbiano
Rebfläche: 1,5 Hektar
Manuelle Lese: ja
Dünger: nein
Pflanzenschutz: Kupfer, Schwefel
Biologisch: ja, allerdings nicht zertifiziert
Direktverkauf: ja
Wohnmöglichkeit: in der Nähe
On the road: Villa Favorita, Sorgente del Vino…