Albarola ist eine weiße Rebsorte aus Ligurien, die man quasi ausschließlich von Genua abwärts findet. Nach langen Jahren der Forschung scheinen Ampelographen mittlerweile darin übereinzustimmen, dass sie mit der Bianchetta genovese identisch ist (wie so oft gibt es diesbezüglich allerdings von Winzerseite andere Meinungen). Sie wird im seltensten Fall ganz für sich alleine ausgebaut, was Gründe hat. Klassisch, das heißt ohne Schalenkontakt, vinifiziert, ist sie nämlich ähnlich belanglos wie beispielsweise Welschriesling. Sie ist aromatisch so neutral, dass es an Langeweile grenzt. Interessant wird es erst, wenn die Schalen ins Spiel kommen. Dann gewinnt sie an Struktur und Intensität und legt eine Vielfalt an Aromen offen, die man ihr kaum zutraut.

Eine wichtige Funktion kommt ihr auch als Cuvéepartner zu. In den Cinque Terre steht sie für gewöhnlich der wesentlich interessanteren aber bisweilen etwas säurearmen Bosco zur Seite, der sie Struktur und Vitalität verpasst. 

Sie ist normalerweise auch Teil des völlig zu Recht legendären, aus luftgetrockneten Trauben gekelterten Süßwein, Sciacchetrà.

Reinsortig finden sich wenig interessante Beispiele, doch lohnen sich sowohl die Weine von Daniele Parma (La Ricolla) wie auch die von Andrea Kihlgren (Santa Catarina)

La Ricolla: I 2 Vigneti
La Ricolla: Ninte di Ninte
Santa Catarina: Poggi al Bosco

In den Cinque Terre liefert sie im Verbund mit Bosco und gelegentlich auch Vermentino exzellente Weine.

La Possa: Er Giancu
La Possa: Cinque Terre Bianco
Luciano Capellini: Cinque Terre Bianco
Luciano Capellini: Sciacchetrà