Azienda Agricola Macciocca

Via Piagge, 147
03010 Piglio
+39 320 7638282
E-mail: agricolamacciocca@gmail.com

DAS WEINGUT

Mario Macciocca genießt vermutlich Alleinstellungsstatus in den Weinbergen Italiens. Er ist ein ehemaliger Student der Philosophie (davon gibt es sicher einige), der irgendwann im Laufe seiner Studienzeit auf Teilchenphysik umgestiegen ist (da wird die Luft schon dünner) und außerdem über einige Zeit Mitglied der italienischen American Football Nationalmannschaft (bingo) war.

Seit gut 15 Jahren allerdings ist Mario Winzer. In Piglio, der Hochburg des Cesanese, im äußersten Süden Lazios. Er bearbeitet 4 Hektar Land, das sich seit Generationen im Besitz der Familie Macciocca befindet, dem aber erst durch Mario so richtig auf den Grund gegangen wird. Wein wurde freilich schon davor gekeltert und da schonsein Großvater Giuseppe keine rechte Lust hatte, sein Böden mit Pestiziden zu drangsalieren, arbeitet Mario seit jeher auf biologisch kultiviertem Grund – heute allerdings zertifiziert.

In den Hügeln: Drei der vier Hektar gehören dem Cesanese, der im Schlagschatten des Monte Scalambra für die eigenwilligen Ansprüche der Rebsorte optimale Bedingungen vorfindet. Zum einen schützen die Hügel vor allzu kalten, aus dem Apennin herabwehenden Winden, zum anderen bieten sie ein geologisches Fundament, dass zum einen auf Kalk, vor allem aber auf vulkanischen Böden baut. Ausgerichtet sind die Weingärten nach Süden und Südwesten, was die bisweilen nicht zu knappen Alkoholgradationen zumindest teilweise erklärt.

Passerina: Der vierte Hektar ist vor allem mit Passerina bestockt, dazwischen findet sich auch ein wenig Malvasia Puntinata. Von diesem Hektar keltert Mario gleich vier unterschiedliche Weine: den Piglio Bianco, eine lebendige, von Kräutern und Zitrus durchsetze Version, den Civitella Bianco, der von seiner ältesten (1945) und besten Lage stammt und den ebengenannten Aromen noch Salz und Apfelnoten mit auf den Weg gibt; den Monocromo Bianco, der kompromisslos ungeschwefelt, aromatisch polychrom und Litschi mit ein paar weißen Blüten und einer weichen, nicht allzu straffen Textur kombiniert. Und den Macerato Terra Bianco, eine profunde, maischevergorene Passerina-Version, die der generellen Eleganz der Weißweine, Tiefe und Dichte hinzufügt.

Cesanese – ein Überblick: Cesanese gibt es gleich vier, wobei ich es mit Marios 2014er Interpretation zu tun hatte, ein Jahrgang, der nicht nur in Mitteleuropa mit niedrigen Gradationen punktete. Zu den 13%, kann man normalerweise noch zwei weitere dazuaddieren, doch wenn das Gleichgewicht so stimmig ist wie bei dem 2104er-Quartett, braucht man vor ein bisschen mehr Alkohol keine Angst zu haben. Den Grundton bildet allgemein saftige rote Frucht, die gelegentlich mehr an Kirschen, andere Male stärker an Walbeeren erinnert. Eingewoben ist auch immer eine Kräuternote (Minze, Eukalyptus) und eine würzig Komponente – der Rest trägt die bisweilen kreidigen und salzigen Züge der jeweiligen Terroirs. Die Tannine sind kompakt und saftig, der Körper ist – wie üblich beim Cesanese – eher leicht und filigran, das Trinkgefühl klar und puristisch.

Ausgebaut wird fast zur Gänze in Stahl, einzig der Civitella, Marios exzellenter Einzellagencesanese, landet in großen Holzfässern. Vergoren wird spontan, einen Filter sucht man vergebens, geschwefelt wird dann, wenn Mario es für notwendig erachtet.

Die Weine

Passerina Il Giusto Piglio Bianco (90% Passerina, 10% Malvasia Puntinata)
Passerina Civitella Bianco (90% Passerina, 10% Malvasia Puntinata)
Cesanese Il Giusto Piglio Rosso (100% Cesanese)
Cesanese Civitella Rosso DOCG (100% Cesanese)
Terra Rosso DOCG (Cesanese 50%, Nostrano 50%)
Monocromo Rosso (100% Cesanese)
Monocromo Bianco (100% Passerina)
Monocromo Rosé (100% Cesanese)
Macerato Terra Bianco (100% Passerina)