Cantina Cingilia

Die Cantina Cingilia ist ein 2013 gegründetes Weingut in einer der spannendsten Zonen Zentralitaliens. In Cugnoli, zwischen der Adria und den beiden Gebirgszügen des Gran Sasso und der Majella gelegen, profitiert es klimatisch sowohl von maritimen wie auch alpinen Einflüssen.

Im Winter kalt, im Sommer heiß, kühlt es während der Vegetationsphase nachts in den Weingärten regelmäßig ordentlich ab, was einerseits zu einer langsamen Reifephase und der Ausbildung vielschichtiger Aromen führt und den Trauben andererseits ein perfektes Gleichgewicht an Säure und Zucker mit auf den Weg gibt.

Es geht auf das Konto von Fabio di Donato, der nach abgeschlossenem Önologie-Studium in seine Heimat zurückgekehrt ist, um – wie er meint – sein Territorium anhand seiner Weine nachzuerzählen. Dafür verwendet er ausschließlich Rebsorten der Abruzzen, die nach Jahrhunderten der Anpassung wie keine anderen die Charakteristika der Zone wiederzugeben imstande sind: Wobei er damit nicht nur Montepulciano, Trebbiano und Pecorino meint, sondern auch die wesentlich seltener anzutreffenden Passerina und Cococciola – wer sich also ein Bild von der Rebsortenvielfalt der Abruzzen möchte, ist bei ihm bestens aufgehoben.

Draußen im Freien wird biologisch gearbeitet, ohne bisher jedoch zertifiziert zu sein. Die insgesamt vier Hektar verteilen sich auf zwei größere Weingärten, die geologisch entscheidende Unterschiede aufweisen: Während der Montepulciano in schweren lehmdominierten Böden steht, wurzeln die vier weißen Rebsorten in einem viel lockeren sandig-kiesigen Untergrund.

Die Arbeit im Keller folgt nicht-interventionistischen Prinzipien. Fabio vergärt mit wilden Hefen, schönt nicht und schwefelt wenig (<50mg/l). Der Ausbau geht durch die Bank in Stahltanks über die Bühne.

Weine – eine Auswahl

Colleberdo: Eine recht ambitionierte Version eines Trebbiano d’abruzzese aus alten Reben. Kräuter, Salz, reife Äpfel und Tonicnoten setzen olfaktorische Akzente. Am Gaumen wirkt der Wein straff, elegant, kühl und geradlinig. Klingt fruchtbetont und lang aus. Sehr gut. 

Cococciola: Cococciola ist rar. Selbst in den Abruzzen, ihrer vermutlichen Heimat, bekommt man sie nur selten eingeschenkt. Fabios Version ist federleicht, hat eine präsente aber nie aufdringliche Säure und ist vor allem von Kräutern (Eukalyptus, Menthol) und Zitrusfrüchten geprägt.

Cococciola Frizzante col Fondo: Rifermentato – in der Flasche vergorener und nicht degorgierter – aus Cococciola, eine Rebsorte, die sich aufgrund ihrer Vitalität für sprudelnde Versionen bestens eignet. Frisch und lebendig. Erinnert in der Nase an Grapefruits und Kräuter. Ist schlank, druckvoll und animierend. Eignet sich exzellent zu Fischgerichten.

Montepulciano d’Abruzzo: Bleibt für ca. 10 Tagen in Kontakt mit den Schalen. Baut auf prägenden roten Fruchtaromen, Tabak, Gewürznelken und Pfeffer. Das Tannin lenkt ohne aggressiv zu sein, der Körper ist kraftvoll, die Struktur kompakt und fest.  

Kontakt

Fabio di Donato
Adresse: Località Piano Carpineto 34, Cugnoli
Telefon: 3803474887
E-mail: vinicingilia@libero.it
Webseite: vinicingilia.it


Rebsorten: Cococciola, Pecorino, Passerina, Trebbiano; Montepulciano
Rebfläche: 4 Hektar
Manuelle Lese: ja
Pflanzenschutz: Kupfer und Schwefel
Biologisch zertifiziert: nein
Wohnmöglichkeit: nein


Bezugsquellen:

Ab Hof: ja, nach Voranmeldung

Aus Italien online: –

AT/DE/CH: –