La Calcinara

Die Geschichte von La Calcinara reicht bis in die 1940er Jahre des letzten Jahrhunderts zurück. Damals beschloss Gualtiero Berluti seinen Hof in Castelleone di Susa, im Kernland des Verdicchio, zu verlassen und sein Glück in Ancona, der Hauptstadt der Marken, zu versuchen. 

1965, kurz bevor der Conero, Anconas eindrucksvolle Montepulciano-Großlage, zur DOC erklärt wurde, zog Gualtiero an dessen Hangfuß an der Peripherie der Stadt und pflanzte erste Montepulciano- und Verdicchiostöcke in dessen Erde.

Gut 30 Jahre später traten Paolo und Eleonora, Gualtieros Enkel, in seine Fußstapfen. Beide hatten eigentlich andere Lebenspläne, studierten Klavier (Paolo) und Tanz (Eleonora), ehe sie sich umentschieden, auf Önologie umsattelten und 1997 La Calcinara gründeten. 20 Hektar Land umfasst ihr Besitz, wobei 11,5 Hektar dem Weinbau und 2,5 Hektar Olivenbäumen gewidmet sind – der Rest ist Wald. Letzterer unterteilt das Weinland in zwei Bereiche: in ein 4,4 Hektar großes Terrain, das hauptsächlich auf Kalk baut und  Montepulciano und Sangiovese gewidmet ist. Und ein 7 Hektar großer Bereich, in dem ebenfalls viel Montepulciano aber zudem auch noch Verdicchio, Trebbiano, Chardonnay, Malvasia und Moscato wurzeln.

Nachdem beide anfangs auf Weinbautrends im Ausland geschielt hatten, setzte vor einiger Zeit eine Radikalumkehr ein. Sie begannen sich zunehmend auf die Traditionen und Voraussetzungen ihres Territoriums zu besinnen und Weine, in die Flasche zu bringen, die der felsigen und gleichzeitigen maritimen Welt des Conero den Spiegel vorhalten sollten. Dafür setzten sie auf Weingärten, die sich in möglichst perfektem Gleichgewicht befanden – eine Zauberwort war dabei Humus, ein anderes biologische Bewirtschaftung.  

Im Keller wird heute spontan und temperaturkontrolliert vergoren. Die Weine bleiben dann zwischen sechs (Weißwein/Rosé) und 24 Monaten in Stahltanks (weiß) oder Holzfässern (rot), werden nicht geschönt und grob (weiß/ Einstiegsrotwein) oder gar nicht gefiltert (rot).

Weine – eine Auswahl

Conero Terra Calcinara Riserva: 90% Montepulciano, 10% Sangiovese. Über zwei Jahre im Holz gereift. Hat Muskeln und ordentlich Energie und versteckt sie auch nicht und auch das Tannin langt kräftig zu. Kirschen, Rosen und Macchianoten prägen die Nase. Er ist expressiv, eindrücklich und am Gaumen persistent. Wer ihm ein wenig Zeit gönnt, wird belohnt werden.

Folle: 100% Montepulciano. 18 Monate im Holzfass. Auch nichts für einen Kindergeburtstag. Ausdrucksstark und intensiv. Dunkelfruchtig. Mediterrane Kräuter, Unterholz, Erde. Hat ordentlich Kraft aber auch ausreichend Struktur, um sie in die richtigen Bahnen zu lenken. Vital und voller Spannung. Der vermutlich beste Montepulciano vom Conero. 

Kontakt

Paolo und Eleonora
Adresse: Via Calcinara 102a, Candia
Telefon: 393 3565044 (Eleonora), 328 5552643 (Paolo)
E-mail: info@lacalcinara.it
Webseite: www.lacalcinara.it


Rebsorten: Verdicchio, Chardonnay, Trebbiano, Malvasia, Moscato; Montepulciano, Sangiovese
Rebfläche: 11,5 Hektar
Manuelle Lese: ja
Pflanzenschutz: Kupfer und Schwefel
Biologisch zertifiziert: ja
Wohnmöglichkeit: nein


Bezugsquellen:

Ab Hof: ja, nach Voranmeldung

Aus Italien online: gallienoteca

AT/DE/CH: –