Maria Pia Castelli

Maria Pia Castelli gehört zu den Lichtgestalten des marchesianischen Weinbaus. Ihre weiße Cuvée Stella Flora ist völlig zurecht Kult. Zu Hause ist sie in Monte Urano, ein wenig unterhalb des Conero.

Meer wie Berge tragen beide zum Mikroklima in den Weingärten bei. Die hat sie Ende der 1990er Jahre rund um ihr Haus angelegt, nachdem sie beschlossen hatte, Winzerin zu werden. Um ihren Beruf auch ansprechend ausüben zu können, begab sie sich erstmal auf Reisen und besuchte Winzer in Italien und im Ausland. Einmal zurückgekehrt war sie sich sicher biologisch und ausschließlich mit den Reben ihrer Gegend arbeiten zu wollen: Gemeinsam mit ihrem Vater Erasmo – dem ihr brillanter Montepulciano gewidmet ist – pflanzte sie Pecorino, Passerina, Malvasia, Trebbiano, Montepulciano und Sangiovese und machte sich mit Enthusiasmus ans Werk.  

Nach über zwanzig Lesen gehört sie heute zu den alten Hasen ihrer Region und ist für viele junge Winzer zur elementaren Bezugsperson geworden. Die Messlatte für diese ist freilich hoch gelegt. Im Weingarten hat sie die Kupferspritzungen auf ein Minimum reduziert, sie setzt dort, wo sie es für sinnvoll erachtet auf biodynamische Präparate, begnügt sich mit wenigen aber dafür absolut gesunden Trauben und hat ein natürliches Gleichgewicht hergestellt, das selbst in schwierigen Jahren kaum gestört werden kann (bestes Beispiel dafür ist der gerade zur Hochform auflaufende Stella Flora aus dem eher tristen Jahr 2014). 

Im Keller übersetzt sie das, was sie im Weingarten erntet, in strukturierte, gehaltvolle und äußerst langlebige Weine. Dafür vergärt sie spontan und ohne Gärkontrolle, setzt auf lange Mazerationszeiten und lässt die Weine danach über Jahre hinweg in großen Holzbottichen reifen.

Weine – eine Auswahl

Stella Flora: Pecorino, Passerina, Trebbiano und Malvasia. Minimaler Ertrag (30hl/ha). Vergärung mitsamt der Schalen in offenen Holzbottichen. 18-monatiger Ausbau im Holzfass. Wirkt anfangs frisch, subtil und elegant und hat doch enorme Power. Riecht nach welken Blüten, Steinen, Mandeln, Quitten und reifen Äpfeln, addiert im Laufe der Zeit aber noch eine Vielzahl an Aromen hinzu. Bleibt dabei stets glasklar und belebend. Hat dank der Mazeration Gripp und Struktur, wirkt aber nie kantig. Endet lang und lebendig. Einer der besten Weißweine Italiens. 

Erasmo: Völlig kompromissloser Montepulciano. Einmonatiger Schalenkontakt. Vergärung in offenen Holzbottichen. Bleibt danach für zwei Jahre im Holzfass und für weitere vier bis sechs in der Flasche. Die braucht er auch, um sein Gleichgewicht zu finden. Hat enorme Kraft und Spannung und geizt auch nicht mit Gerbstoff. Dass der Erasmo dennoch so blendend funktioniert, liegt an seiner enormen Aromakomplexität und der eminenten Frische, die sich dank perfekter Trauben und einer nicht zu unterschätzenden Säure einstellt. Entwickelt sich vermutlich kontinuierlich über die nächsten 30 Jahre. 

Sant’Isidro: Selbst ihr Rosato hat es in sich. Wird aus dem Saftabzug des Erasmo und des Lorano (ihrem Sangiovese) hergestellt. Über ca. drei Wochen vergoren, wandert der Sant’Isidro danach für ein halbes Jahr ins Holzfass. Kräftiger und intensiver als andere Rosati. Rosen, Granatapfel, erdig. Strukturiert. Hat Substanz und Körper.   

Kontakt

Maria Pia Castelli
Adresse: Contrada Sant’Isidoro, Monte Urbano
Telefon: 0734 841774
E-mail: info@mariapiacastelli.it
Webseite: www.mariapiacastelli.it


Rebsorten: Pecorino, Passerina, Malvasia, Trebbiano; Montepulciano, Sangiovese
Rebfläche: 8 Hektar
Manuelle Lese: ja
Pflanzenschutz: Kupfer und Schwefel
Biologisch zertifiziert: ja
Wohnmöglichkeit: nein


Bezugsquellen:

Ab Hof: ja, nach Voranmeldung

Aus Italien online: callmewine; decanto.it

AT/DE/CH: –