TRENTINO

Lange Zeit war das Trentino lediglich eine Bastion für jene Vinophilen, die auch den Sprit aus den Trestern der Trauben gerne tranken.

Freilich gab es auch eine Handvoll Weinbauern, die im Schatten riesiger Genossenschaften ehrliche Weine kelterten aber im Großen und Ganzen war es Durchzugsgebiet in das Veneto, ins Piemont oder in die Toskana. Das änderte sich Mitte der Neunzigern als Elisabetta Foradori die Weinweltbühne betrat und mit der bis dahin qualitativ eher unscheinbaren Rebsorte Teroldego sukzessive für Furore sorgte. Rund um sie tat sich allerdings wenig, bis ungefähr Anfang 2000 eine neue Generation von Winzern auf oft mikroskopischen Flächen anfing, Weine zu keltern.

Der größte Teil dieser Rebflächen befindet sich im Einflussgebiet der Etsch und der umliegende Gebirgszüge. Zum einen – bestens einsehbar von der Autobahn – neben den Apfelkulturen in der Ebene, zum anderen aber auch auf bis zu 700 Metern an den Hängen der das Etschtal begrenzenden Dolomiten. Die geologische wie auch klimatischen Voraussetzungen sind folglich völlig unterschiedlich. Sandige Böden, Pergolen und im Sommer bisweilen drückende Hitze bestimmen die Ebene, karges, oft steiniges Gelände mit einer von den Dolomiten geprägten Thermik die Weingärten in den Bergen (wobei es ein Irrglaube wäre, dass sich im Sand der Ebene keine ordentliche Weine keltern lassen – Elisabetta Foradoris klassischer Teroldego liefert seit Jahrzehnten den Beweis dafür). Nördlich von Trento, in der Piana Rotaliana dominieren der Teroldego und die Nosiola, südlich der Provinzhauptstadt, im Val Lagarina, übernimmt Marzemino die rote Begleitung der weißen Nosiola. Wobei das nur die halbe Wahrheit ist. Denn zu den drei – vermutlich autochthonen – Sorten gesellt sich noch eine Palette an internationalen Rebsorten (Pinot Nero, Merlot, die beiden Cabernets, Pinot bianco & grigio, Chardonnay), die im 19. Jahrhundert und vor allem auf Initiative des Istituto di San Michele all’Adige zur Aufwertung der Region in die Weingärten gesetzt wurde.

Ein gutes Dutzend der Trentiner Winzerschaft (aus 10 von ihnen setzt sich auch die Winzervereinigung I Dolomitici zusammen) nutzt diese Voraussetzungen und liefert  ein beeindruckendes Spektrum an unterschiedlichen und exzellenten Weinen. So überzeugt zum Beispiel Elisabetta Dalzocchio mit einem der besten Pinot Noirs des Landes, Eugenio Rosi keltert fulminanten Cabernet Franc und beweist, dass man mit Marzemino und Pinot Bianco auch lebendige, komplexe, langlebige Weine keltern kann; Alessandro Fanti wiederum reizt sein Terroir auf über 600 Metern Höhe aus und macht dort Incrocio Manzoni, so mineralisch und kompakt wie es sonst nur deutsche Rieslingwinzer hinkriegen. Matteo Furlani keltert kompromisslos und ohne den Einsatz von Sulfiten eine Batterie an Schaumweinen (PetNats) und beschäftigt sich zudem mit marginalisierten Sorten der Region (Lagarino Rosso, Rosara, Negrara, Pavana della Valsugana, Turca & Verderbara). Walter Cesconi wiederum schafft es Merlot nicht nur Frucht sondern auch Struktur & Würze mit auf den Weg zu geben. Bleiben Teroldego (Redondel keltert gleich vier Varianten, darunter auch einen exzellenten Rosè) und Nosiola (Gino Pedrotti, ein wenig abseits am Lago di Cavèdine gelegen, keltert daraus – neben einer üppigen maischevergorenen Version – auch einen fulminanten Vin Santo ), womit sich auch der Kreis zu Elisabetta Foradori schließt – ihre Weine sind noch immer die Messlatte, wobei das nicht nur für das Trentino sondern für ganz Italien gilt.

Die Winzer

Castel Noarna
Vilàr
Eugenio Rosi
Elisabetta Dalzocchio
Foradori
Fanti
Cesconi
Francesco Poli
Maso Furli
Villa Persani
Gino Pedrotti
Molino Lessi
Fuflus
Baldessari
Salvetta
Furlani
Redondel
Pojer e Sandri

Good wines for good people

Good wines for good people

Eugenio Rosì: Anisos
Eugenio Rosì: Poiema
Elisabetta Dalzocchio: Pinot Nero
Elisabetta Foradori: Nosiola Fontanasanta
Elisabetta Foradori: Teroldego Sgarzon
Elisabetta Foradori: Teroldego Morei
Vilàr: Nosiola
Vilàr: Pinot Nero
Fanti: Isidor
Fanti: Portico
Pedrotti: Nosiola
Pedrotti: L’Auro
Pedrotti: Vin Santo
Redondel: Beatome
Redondel: Teroldego
Furlani: Sur Lie Alpino Rosso & Bianco
Castel Noarna: Blanc de Blanc
Castel Noarna: Nosiola
Salvetta: Nosiola