Autochthone Rebsorten

Autochthon ist griechischen Ursprung, wobei man das Präfix „auto“ mit eigen oder unmittelbar übersetzen kann, während kthon ganz einfach Erde bedeutet. Autochthone Sorten verweisen auf ihre Herkunft und erzählen Geschichten, die oft weit in die Vergangenheit zurückreichen. Sie sind tief mit ihrem Ursprungsort verbunden und nur in den seltensten Fällen von ihm zu trennen.

An Riesling versuchen sich Winzer weltweit, einzig um dadurch immer wieder aufs Neue den Nachweis zu erbringen, dass er nirgendwo so gut wächst wie an der Mosel. Nebbiolo funktioniert lediglich in Norditalien und das Burgenland und das westliche Ungarn scheinen die prädestinierte Heimat für Blaufränkisch und Furmint zu sein. Und selbst der omnipräsente Chardonnay setzt die Maßstäbe, an denen sich die Weinwelt erfolglos abarbeitet, in seinen eigentlichen Heimat, dem Burgund.

Ein entscheidender Grund dafür sind die Besonderheiten lokaler Terroirs, dem Zusammenspiel aus unzähligen, den Wein beeinflussenden Komponenten. Lokale Traditionen und das oft über Jahrhunderte akkumulierte Verständnis für die Eigenheiten der Sorte und ihren Platz im territorialen Ökosystem sind weitere wesentliche Faktoren. Die Pflege autochthoner Sorten hat folglich auch einen sozialen Hintergrund: sie sind integraler Bestandteil und authentischer Ausdruck regionaler Kulturen und nicht selten nachdrücklich mit den Identitäten der Menschen verknüpft

Autochthon ist griechischen Ursprung, wobei man das Präfix „auto“ mit eigen oder unmittelbar übersetzen kann, während kthon ganz einfach Erde bedeutet. Autochthone Sorten verweisen auf ihre Herkunft und erzählen Geschichten, die oft weit in die Vergangenheit zurückreichen. Sie sind tief mit ihrem Ursprungsort verbunden und nur in den seltensten Fällen von ihm zu trennen. An Riesling versuchen sich Winzer weltweit, einzig um dadurch immer wieder aufs Neue den Nachweis zu erbringen, dass er nirgendwo so gut wächst wie an der Mosel. Nebbiolo funktioniert lediglich in Norditalien und das Burgenland und das westliche Ungarn scheinen die prädestinierte Heimat für Blaufränkisch und Furmint zu sein. Und selbst der omnipräsente Chardonnay setzt die Maßstäbe, an denen sich die Weinwelt erfolglos abarbeitet, in seinen eigentlichen Heimat, dem Burgund.

Ein entscheidender Grund dafür sind die Besonderheiten lokaler Terroirs, dem Zusammenspiel aus unzähligen, den Wein beeinflussenden Komponenten. Lokale Traditionen und das oft über Jahrhunderte akkumulierte Verständnis für die Eigenheiten der Sorte und ihren Platz im territorialen Ökosystem sind weitere wesentliche Faktoren. Die Pflege autochthoner Sorten hat folglich auch einen sozialen Hintergrund: sie sind integraler Bestandteil und authentischer Ausdruck regionaler Kulturen und nicht selten nachdrücklich mit den Identitäten der Menschen verknüpft.Ian d’Agata, einer der eloquentesten Rebsortenforscher des Landes und Verfassen des großartigen Buches Native Wine Grapes of Italy verglich Wein einmal mit einer fortwährenden Reise. Autochthone Sorten gehören dabei oft genug zu den spannendsten Entdeckungen. Sie sind die versteckten Monumente in abgelegenen Gassen, die kleine, vergessene Bucht überfüllter Inseln. Um ihnen auf die Spur zu kommen, muss man gelegentlich in die entgegengesetzte Richtung gehen. Wer sie allerdings erstmal gefunden hat, wird immer wieder zu ihnen zurückkehren.

Literatur

Ian d’Agata: Native Wine Grapes of Italy (englisch)

Fabio Giavedoni: Guida ai vitigni d’Italia (italienisch)
Mario Fregoni: Vermentino, vitigno che sente il mare (italienisch)
La Repubblica, Le Guide ai sapori e ai piaceri: Montepulciano d’Abruzzo (it.)
Giovanni Solaroli: Albana, una storia di Romagna (it.)
Marzia Pinotti: La Barbera è femmina (it.)
Sandro Bellei: La rivincita del Lambrusco (it.)
Patrizia Passerini: Andare per vini e vitigne (it.)

Rebsorten A-L

Eine Auswahl

Aglianico (Süditalien)
Aglianicone (Kampanien)
Albana (Emilia Romagna)
Albana Nera (Emilia Romagna)
Albarola/Bianchetta genovese (Ligurien)
Aleatico (Toskana/Marken/Lazio)
Ancellotta (Emilia Romagna)
Ansonica/Inzoglia (Toskana/Sizilien)
Arneis (Piemont)
Barbera (Piemont)
Barsaglina (Toskana)
Biancolella (Kampanien)
Bosco (Ligurien)
Brachetto (Piemont)
Canaiolo (Toskana)
Cannonau (Sardinien/Veneto)
Carricante (Sizilien)
Catarratto (Sizilien)
Centesemino (Emilia Romagna)
Cesanese (Lazio)
Ciliegiolo (Toskana)
Cococciola (Abruzzen, Molise, Apulien)
Coda di Volpe Bianca (Kampanien/ Apulien/ Sizilien)
Colorino (Toskana)
Cornalin (Aostatal)
Cortese (Piemont)
Corvina (Veneto)
Croatina/Bonarda (Lombardei/Piemont/Emilia Romagna)
Dolcetto (Piemont/Ligurien)
Durella (Veneto)
Enantio (Trentino/Veneto)
Erbaluce (Piemont)
Falanghina (Kampanien/Apulien/Lazio)
Famoso (Emilia-Romagna)
Fiano (Kampanien)
Foglia Tonda (Toskana)
Forastera (Kampanien)
Fortana (Emilia-Romagna)
Frappato (Sizilien)
Freisa (Piemont)
Fumin (Aostatal)
Gaglioppo (Kalabrien, Kampanien)
Garganega (Veneto/Sizilien)
Glera (Veneto)
Grechetto (Umbrien/Emiilia-Romagna/Lazio)
Grignolino (Piemont)
Grillo (Sizilien)
Guardavalle (Kalabrien)
Incrocio Manzoni (Trentino, Veneto)
Lacrima (Marken, Emilia-Romagna, Toskana, Puglia)
Lagrein (Südtirol/Trentino)
Lambruscofamilie (Emilia Romagna)
Lumassina (Ligurien)

Rebsorten M-Z

Eine Auswahl

Magliocco (Kalabrien)
Malbo Gentile (Emilia Romagna)
Malvasia (Rebsortenfamilie – Italien)
Malvasia di Candia aromatica (Emilia Romagna)
Malvasia Istriana (Friaul)
Mantonico Bianco (Kalabrien)
Marzemino (Trentino/Veneto/Emilia-Romagna)
Minutolo (Apulien)
Montepulciano (Abruzzen/Marken/Molise/Lazio/Toskana/Umbrien/Apulien)
Montù (Emilia-Romagna)
Nebbiolo (Piemont/Lombardei/Aostatal)
Negretto (Emilia-Romagna)
Negroamaro (Apulien/Basilicata/Kampanien)
Nerello Capuccio (Sizilien)
Nerello Mascalese (Sizilien)
Nero d’Avola (Sizilien)
Nosiola (Trentino)
Nuragus (Sardinien)
Ortrugo (Emilia-Romagna)
Pascale (Sardinien)
Passerina (Abruzzen/Marken/Lazio)
Pecorino (Marken/Abruzzen/Lazio)
Perricone (Sizilien)
Picolit (Friaul)
Piedirosso (Kampanien/Apulien)
Pignoletto (Emilia-Romagna/Umbrien/Lazio)
Piwis
Priè (Aostatal)
Primitivo (Apulien/Kampanien)
Pugnitello (Toskana)
Raboso (Veneto)
Refosco (Friaul)
Ribolla Gialla (Friaul)
Rossese (Ligurien)
Ruchè (Piemont)
Sagrantino (Umbrien)
Sangiovese (Toskana/Romagna/Marken/Umbrien/Lazio)
Schiava (Südtirol)
Schioppettino (Friaul)
Sciascinoso (Kampanien/Lazio)
Spergola (Emilia-Romagna)
Susumaniello (Apulien)
Teroldego (Trentino)
Terrano (Friaul)
Timorasso (Piemont)
Tinitilia (Molise)
Tintore di Tramonti (Kampanien)
Tocai Friulano (Friaul)
Trebbianofamilie (ganz Italien)
Trebbiano Spoletino (Umbrien)
Uva di Troia (Apulien)
Uva Tosca (Emilia Romagna)
Verdeca (Apulien)
Verdicchio (Marken)
Verduzzo (Friaul)
Vermentino (Ligurien/Toskana/Sardinien)
Vespolina (Piemont/Lombardei)
Vitovska (Friaul)