De Fermo – Im Schatten des Gran Sasso 2

De Fermo

Es gibt mehrere Gründe, Loreto Aprutino einzuplanen, wenn man sich auf den Weg in die Abruzzen macht. Der kleine Ort liegt ziemlich genau auf halbem Weg zwischen dem Meer und dem schwer beeindruckenden Massiv des Gran Sasso. Er besitzt mit der Chiesa Santa Maria in Piano eine der schönsten romanischen Kirchen der Gegend (und in den Abruzzen gibt es eine ganze Menge davon), einen hübschen Ortskern, das beste Olivenöl der ganzen Region und die fantastischen Weine von Stefano Papetti und Eloisa de Fermo.

Stefano wuchs in Bologna auf. Obwohl seine Familie keinen direkten Bezug zur Landwirtschaft hatte, begeisterte er sich bereits in seiner Gymnasialzeit für Wein. Mit 18 belegte er einen Sommelierkurs und machte erste Reisen ins Piemont, die Toskana und ins Friaul. Als Berufsziel kam Wein jedoch nicht in Frage. Stattdessen studierte er Jura in Bologna. Dabei lernte er seine spätere Frau Eloisa kennen, deren Familie aus den Abruzzen stammte und dort ein Gut besaß, das allerdings niemanden wirklich interessierte und verpachtet war. 

Für Stefano, der das Anwesen erst nach einigen Jahren zum ersten Mal zu Gesicht bekam, war es Liebe auf den ersten Blick – was wiederum nicht bedeutete, dass die beiden in Bologna alles an den Nagel hingen und in Richtung Abruzzen aufbrachen. Doch machte speziell er sich immer öfter in den Süden auf und eines Tages begann er einen ersten Hektar Reben selbst zu bewirtschaften. 

Im Gut selbst befand sich bereits damals ein (zwar renovierungsbedürftiger) Keller, sodass Stefano 2010 damit beginnen konnte, einen ersten Montepulciano zu vinifizieren. Ab diesem Zeitpunkt gab es kein Halten mehr. Nach positiven Reaktionen von befreundeten Winzern kamen 2012 ein Weißwein und ein Cerasuolo (der berühmte Rosato der Gegend) hinzu. 2013 bewirtschaftete er bereits die kompletten 16 Hektar des Weinguts  – damals noch biologisch, mittlerweile biodynamisch.

So entstehen gegenwärtig sechs Weine – allesamt spontan vergoren, ungeschönt und ungefiltert und jeder auf seine ganz eigene Art und Weise spannend und eindrücklich. Absolut beeindruckend sind dabei vor allem die Weißweinen, allen voran der Chardonnay Launegild, ganz sicher einer der besten Weißweine Zentralitaliens. 

Weine – eine Auswahl

Concrete bianco: Pecorino, Chardonnay und Trebbiano. Relativ früh gelesen. Wird teils ganztraubengepresst, um die Struktur zu forcieren. Über 6-7 Monate in Zement ausgebaut. Frisch, saftig, einladend. Kräuter und Blütennoten. Animierend und früh antrinkbar.

Pecorino Colline Pescaresi Don Carlino: Stammt von 25 Jahre alten Pecorino-Trauben. Wird ohne Temperaturkontrolle in Zement und Holz vergoren. Floral, Ingwer, Gestein. Kräftiger und ausladender als der Concrete. Dicht und energetisch. Profitiert mit Sicherheit von etwas Flaschenreife. Sehr gut.

Chardonnay Launegild: Stammt von 1926 gepflanzten Chardonnay-Reben. Findet im Tonneaux über zwölf Monate sein Gleichgewicht. Salzig, steinig, dicht und druckvoll. Mineralisch. Blüten & gelbe Frucht. Konzentriert, stoffig und dabei immer elegant. Fließt ruhig aber direkt über den Gaumen. Öffnet sich zunehmend mit Luft. Exzellent.

Montepulciano Prologo: De Fermos erster, 2010 vinifizierter Wein. 2-3 wöchige Mazeration. In großen Holzfässern über 18 Monate ausgebaut. Dunkel, erdig, fleischig. Kirsche. Blüten und Kräuter. Intensiv und nachhaltig. Ein exemplarischer Repräsentant des etwas kräftigeren Montepulciano-Stils.


Kontakt

Stefano Papetti
Adresse: Contrada Cordano
Telefon: +39 085 8289136
E-mail: info@defermo.it
Webseite: www.defermo.it


Rebsorten: Montepulciano; Pecorino, Chardonnay, Trebbiano
Rebfläche: 16 Hektar
Manuelle Lese: ja
Pflanzenschutz: Kupfer und Schwefel
Biodynamisch zertifiziert: ja
Wohnmöglichkeit: nein


Bezugsquellen:

Ab Hof: ja, nach Voranmeldung

Aus Italien online: callmewine

AT/DE/CH: freiheit-vinothek; Rohstoff Wein

 

Bio- und Naturweinwinzer in Italien
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